Alleinerziehend mit Mann

Hallo zusammen, ich hoffe jemand von euch kann mir etwas weiterhelfen, ich bin um jeden Rat dankbar.
Ich bin seit 6 Jahren mit meinem Mann verheiratet und wir haben 2 Kinder (4 und 6 jahre)
Mein Mann arbeitet von Mo -Do ganztags (geht um 6 Uhr aus dem Haus und kommt gegen 17 Uhr nach Hause)
Am Freitag arbeite ich den ganzen Tag und mein Mann ist zu Hause (haben keine Omas mehr, sind beide leider schon verstorben).
Nun ist es aber so, dass mein Mann aus Leidenschaft noch nebenher eine Landwirtschaft betreibt, d.h. er kommt um 17 Uhr nach Hause, dann essen wir und kurz danach zieht er sich um, und geht zum Hof, um die Tiere ect. zu versorgen und was halt sonst noch so anfällt, es wird dann momentan so ca. 20 Uhr oder auch zur Erntezeit so wie jetzt kanns dann auch schon mal 22 Uhr werden. Der Hof ist allerdings 200 m von unsrem Haus entfernt, er befindet sich bei dem ehemaligen Elternhaus meines Mannes, die beiden Wohnungen darin sind vermietet.
Ich habe ja von Anfang an gewusst, auf was ich mich in etwa einlasse, aber die letzte Zeit ist mein Mann nur noch zu Gast in unserem Haus. Ist ja schön und gut, wir haben unser eigenes Fleisch, unsere eigenen Eier und noch Mehl. Aber es ist ein hoher Preis, was dafür bezahlt werden muss.Ich und die Kinder sehen ihn kaum noch, er ist nur noch am Rackern
und er tut es gerne, obwohl er seine Familie kaum sieht.Selbst am Wochenende ist er nicht da. Samstags arbeitet er grundsätzlich auf dem Hof bis zum Abend und auch viele Sonntage sind wir allein, weil er da auch arbeiten muss. Verständlicherweise bis zu einem gewissen Grad. In der Landwirtschaft muss man sich eben naach dem Wetter richten und wenns halt am Sonntag passt, muss er ran. Ich und die Kinder helfen ihm auch ab und an z.B. bei der Heuernte oder Kartoffelernte, aber mittlerweile muss ich sagen, ich habe einfach keine Lust mehr, bin nur noch traurig und das färbt natürlich auch in gewisser Weise auf die Kinder ab. Sie sind zwar noch relativ klein und verstehen die Zusammenhänge noch nicht so ganz, aber sie kriegen durchaus mit, dass die Mama manchmal sehr traurig ist.
Ich bin komplett für alles verantwortlich, Kinder, Haushalt, Kindergarten bringen und holen, Geburtstage organisieren. Ich muss sogar meine Kinder mit zum Arzt nehmen, weil mein Mann nicht mal am Abend Zeit hat, auf die Kinder aufzupassen. Letzte Woche hatte ich um 18 Uhr einen Termin beim Arzt und hab das mit meinem Mann abgesprochen, dass er in der Zeit bei den Kindern zu Hause bleibt. Als es soweit war, hat er den Termin natürlich wieder vergessen. Er hat gesagt, er nimmt die Kinder, aber er muss sie auf die Baustelle mitnehmen (er baut grade einen neuen Schweinestall mit Auslauf, da wir einen Biohof haben) Noch eine zusätzliche Arbeit, die mein Mann zu erledigen hat. Das war mir aber zu gefährlich. Er arbeitet dann auf der Baustelle und die Kinder laufen unkontrolliert rum, was da alles passieren kann. Da steht ein Gerüst, der Kran und sonstige Fallen. Ich war mit den Kindern schon oft da, aber ich war halt dabei und hab aufgepasst. Also habe ich meine Kinder um 18 Uhr mit zum Arzt nehmen müssen. Mich kotzt das alles so an und das
Problem ist, ich habe nicht wirklich jemanden, mit dem ich drüber reden kann.
Wir fahren alle 3 Jahre mal eine Woche in Urlaub und das wars dann. Zwischenzeitlich wird nur gearbeitet...Wenn er dann mal einen Sonntag zu Hause ist, dann beteiligt er sich auch sehr wenig am Familiengeschehen. Da sitzt er dann am PC oder liest was, nach dem Mittagessen legt er sich dann ins Wohnzimmer auf die Couch. Zwischen durch tollt er dann mal 5 Minuten mit den Kindern rum, aber das wars dann schon wieder.
Er ist ansich wirklich ein anständiger und zuverlässiger Mann, aber ich sehe einfach immer mehr, dass wir eigentlich gar nicht in sein Leben passen, weil er keine Zeit für uns hat.
Was würde ich dafür geben, dass er mal samstags Nachmittag zu uns sagt:
kommt Leute, wir fahren in die Stadt und gehen ein Eis essen: Davon kann nur träumen. Wir sind schon mal öfter samstags Nachmittag auf einen Geburtstag eingeladen gewesen. Wenn ich ihn dann frage ob er mitkommt, sagt er nur: Mann, du weißt doch samstags kann ich nicht, da bleibt ja die ganze Arbeit liegen!!!
Selbst am Freitag, wenn er zu Hause ist und endlich mal Zeit HÄTTE, mit seinen Kindern was zu unternehmen, kannste auch vergessen. Er macht dann Besorgungen für die Landwirtschaft oder Sonstiges und die Kinder müssen dann mit. Er liebt seine Kinder, das weiß ich und er liebt mich auch, aber das genügt einfach nicht mehr, ich weiß nicht mehr ein noch aus.
Bin die letzte Zeit nur noch schlecht drauf (mein Mann fragt dann immer warum.....) Ich habe keine Zeit für mich, bin nur noch für die Kinder und den Haushalt ect. da. Ich habe nur noch das Gefühl, ich existiere, aber Leben ist das keins. wir haben wirklich ein schönes Haus mit Garten (was aber auch noch nicht alles fertig ist, weil mein Mann vor lauter Baustellen nicht dazu kommt)
Ich weiß, dass er schwer arbeitet, aber er tut das, weil es ihm Spaß macht, verdienen tut man mit der Landwirtschaft nicht viel.
Wir hatten dieses Thema schon 100mal und ich habe ihm schon oft gesagt,
was ich empfinde, aber er sieht das alles nicht so dramatisch. Seine Worte: Die Arbeit ist halt da, es hilft ja nichts. Ihm täte es auch leid, dass er soviel arbeiten muss
Einesteils verstehe ich ich ja ein bisschen, er ist so aufgewachsen, seine Eltern und Großeltern hatten schon den Hof und er hängt ja auch dran. Da wurde auch nur gearbeitet, früher war das ja auch so, aber wir leben jetzt 50 Jahre später...
Zum Sex habe ich auch schon lange keine Lust mehr, was er auch nicht verstehen kann und er sehr enttäuscht ist, dass ich nicht mehr so oft mit ihm schlafen will. Wir haben ca. 1mal im Monat wenn überhaupt Sex und selbst das empfinde ich schon langer nicht mehr als schön.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Bitte helft mir

Antworten (9)

Hallo Tori, der Text könnte von mir geschrieben sein. Ist ja schon einige Zeit vergangen. Wie ist es denn weiter gegangen bei euch?
Lg

Wo führt es hin?

Ich kann nur sagen, dass ich aus meinem eigenen Leben, wenn es auch in einem komplett anderen Rahmen als deins abläuft, die gleichen oder ähnliche Probleme gut kenne. der ausweg kann ja wohl auf keinen fall sein, dass du dich noch mehr aufopferst und seinen egotrip noch mehr unterstützt. vielmehr denke ich, dass du perspektivisch schritt für schritt mehr in deinen job zurück kehren solltest, der dir so viel bedeutet. wie abwegig, von dir zu fordern, diesen aufzugeben!!!
eindeutig ist doch, dass sich jemand, der sich so verhält, auf nem gewaltigen egotrip auf kosten der familie befindet. wahrscheinlich wäre die begründung dafür, dass du mit haus und kindern allein bist, dass er schließlich arbeitet und du zu hause bist. wie billig und mittelalter!
wenn er sich für dich und eure zukunft interessiert, muss er was ändern, damit ihr wieder ein wir werdet. ich glaube, man muss sich auch fragen- zumindest tue ich das- was nach den kindern kommt- wie will man zusamen alt werden und will man das überhaupt? gibt es noch spaß und freude, den man gemeinsam mit den kindern oder auch nur als paar hat? was macht sonst die angebliche liebe seinerseits aus? ist er auch bereit, abstriche zu amchen, damit ihr eine zukunft habt- oder ist das nur deine aufgabe?
ich drück dir die daumen- wie gehts dir denn mittlerweile?
liebe grüße von anne

Auf der einen Seite hast du schon recht

@candyjane
ja ganz klar ist er ein braver und anständiger Kerl, das steht außer Frage...
Ich bin auch mit den Kindern öfter am Hof vorne und füttere auch mal die Schweine, die Kinder helfen dann auch mit. Wir waren vor einigen Tagen bei der Heuernte mit dabei, haben beim weißeln des neuen Schweinestalls geholfen, so ists ja jetzt auch nicht, dass ich da völlig davon abschweife....
Ich wollte unbedingt wieder arbeiten, weil ich einfach nach ganzen 4 Jahren die ich mit den Kids zu Hause war, einfach auch mal wieder unter die Leute wollte und einfach mal was anderes zu tun als nur Kinder, Haushalt, Hof usw. Und es tut mir einfach sooooooooo gut. mein Beruf macht mir halt Spaß, was soll da falsch daran sein!? Außerdem ist es ein gutes Geld, dass ich gut gebrauchen kann. Die Mieteinnahmen gehen übrigens größtenteils an die Bank, da wir für den Bau des neuen Schweinestalls viel Geld investiert haben, da bleibt nicht mehr viel. Ich vermisse halt einfach nur ein annähernd normales Leben

Alleinerziehend

Ich finde, Du solltest zunächst mal überdenken ob Du Deinen Mann noch liebst.
Das er viel arbeitet, kannst Du ihm wohl nicht zum Vorwurf machen.
Du hast zwei Kinder und den Haushalt zu versorgen, ganz klar, das macht auch Arbeit aber Du könntest ihm doch am Wochenende auf dem Hof helfen, den Kindern würde das sicher auch Spaß machen und ihr wärt alles zusammen.
Wenn Dein Mann an dem Hof hängt, würde ich ihm auf jeden Fall helfen.
Warum gehst Du eigentlich Freitags arbeiten? Mit dem Gehalt Deines Mannes und den beiden vermieteten Wohnungen müsstest Du das doch nicht oder?
Nutze den Freitag lieber und hilf Deinem Mann auf dem Bauernhof dann hat er vielleicht Sonntags Zeit mit Euch was zu unternehmen.
Dein Mann scheint ein braver, anständiger Kerl zu sein.
Halte ihn lieber fest, von dieser Sorte gibt es nicht all zu viele...

@Tori

Bei uns im Dorf, hinter den Bergen im "Ösiland" haben die Nebenerwerbsbauern, die meisten schon das Handtuch geschmissen. Selbst mit Kinderarbeit und dem Antreten der Verwandtschaft zur Haupterntezeit war die Landwirtschaft so nicht zu schaffen. Auch ich hatte damals das "Vergnügen", in den Schulferien meine Arbeitskraft, in das Model "Nebenerwerbsbauer" einzubringen, ohne Bezahlung aber dafür freie Kost und Logi.
Auf diesen Feldern grasen jetzt fremde Kühe und die Ex-Landwirte schauen ohne Gram, ganz entspannt den Tieren bei dieser Tätigkeit zu und freuen sich, daß die Stallarbeit Schnee von Gestern ist.
Lass dir von "Schreibtisch-Arbeitern" nicht einreden, daß du auf dem Hof zu wenig anpackst oder daß du bei der Auswahl des Ehemannes einen Fehler gemacht hast. Fakt ist, diese Ehe befindet sich in einer Sackgasse und mit Schuldzuweisungen ist das am wenigsten zu lösen.
Dein Mann wird sich langsam entscheiden müssen, denn auf zwei Hochzeiten zu tanzen ist nicht doppelter Genuss, sondern eine schweißtreibende Hüpferei, mit ungewissen Ausgang.

Alles Gute wünsch ich dir!

Thomasius, (Teilzeit-Knecht im Ruhestand)

Moderator
@Tori

Naja, es geht schon beides. Ich kenne viele Nebenerwerbslandwirte - bei uns in der Region ist der Vollerwerbslandwirt eher die Ausnahme. Allerdings funktioniert das nur, wenn beide mitziehen. Er ist das Bauern-Dasein (Tiere-Wetter-Arbeits-Abhängigkeit) von klein auf gewohnt. Du nicht - ich nehme an, du bist ein "Städter". Wenn er auf den Hof geht (nach der Arbeit, Samstag, Sonntag...) - was machst du dann? Oder: was machst du von Mo - Do tagsüber auf dem Hof? Kinder beaufsichtigen ist keine Ausrede - das funktioniert bei allen Landwirten (egal ob Voll- oder Nebenerwerb) nebenbei auch mit. Die Kinder wachsen da rein...
Und wenn die Landwirtschaft ausschließlich an deinem Mann hängt, dann haben sich die zwei falschen geheiratet...

Abgesehen von den vielen landwirtschaftlichen Kunden bin ich mit einem Dorf befreundet, das aus 12 Häusern mit 38 Einwohner besteht. Davon sind 2 Haupterwerbslandwirte, 6 Nebenwererbslandwirten und 4 komplett anders beschäftigten. Dabei sind 7 Kinder von 1 - 8 Jahren. Und es arbeiten überall alle gemeinsam mit - nirgends ist es nur der Mann, der die Landwirtschaft betreibt und die Frau hütet die Kinder...

Ich denke, du solltest auch mal über deine Einstellung zur Landwirtschaft und zur Heirat eines Bauern nachdenken...

Viele Grüße und alles alles Gute!!!

Kermit

PS: Ich bin übrigens kein Bauer, sondern Bürohengst... ;-)

Oh je!

Dann wird er die Vollerwerbs-Lanwirtschaft anstreben müssen. Beides geht einfach nicht. Auch ein jugendlicher "Kraftlaggl" ist nicht vor Krankheiten gefeit und wer macht dann die Arbeit?
Bei der Überzeugungsarbeit wirst dir einen Verstärkung holen müssen. Allein schaffst das bestimmt nicht.
Mehr fällt mir zur Zeit nicht ein. Überredungs-Kunst gepaart mit viel Geduld könnten helfen, seine zementierte Meinung zu ändern.
Viel Glück!
Th.

Alleinerziehend mit Mann

Mein Mann würde niemals im Leben etwas verpachten, da hängt ja quasi sein Leben drin. Irgendwie sind wir ganz schön in der Zwickmühle...
Für ihn ist das selbstverständlich, dass er das alles bewältigt. Ich sage ihm ja auch immer, dass er irgendwann zusammenbricht, aber er nimmts nicht ernst

Hallo!

Als Nebenerwerbs-Landwirt hat dein Mann einen verdammt schweren "Rucksack" zu tragen, bei der die meisten früher oder später unter der Last zusammenbrechen. Dieses Selbstausbeutungs-Model ist einem Menschen nicht zuzumuten und daß die Ehe darunter leidet, ist fast selbstverständlich.
Entweder Landwirtschaft oder Beruf, beides geht nicht. Die starke Bindung an Traditionen spielt bei dieser Entscheidung sicher eine wichtige Rolle, aber die Gesundheit und die Partnerschaft sind nun mal viel wichtiger.
Mit einer Verpachtung der Landwirtschaft wäre der größte Brocken der "Zeiträuber" schon mal weggeschaufelt und die so gewonnene Freizeit könnte in Zärtlichkeits-Austausch-Einheiten investiert werden.
LG.
Thomasius

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