Sohn mit Phimose will sich nicht Operieren lassen

Hallo Leute
Mein 12-jähriger Sohn hat eine starke Phimose und leidet aller paar Monate an Entzündungen. Wir haben schon 3 Dehntherapien durch die leider nicht viel erfolg zeigten. Der Kinderarzt und die 3 Urologen bei denen wir waren, meinten man käme um eine OP nicht drum herum. Doch mein Sohn will nicht operiert werden.
Ich und mein Mann haben alles versucht ihn zu überzeugen und auch sein großer Bruder hat schon probiert mit ihm zu reden, leider erfolglos. Sogar die Ärzte stoßen gegen eine Wand.
Und jetzt wo lagsam die Pupertät beginnt, wird das bestimmt nicht einfacher ihn zu überzeugen und durch das Wachstum hab ich die Angst das sie sogar noch enger wird.

Weiß jemand wie ich meinen kleinen doch überzeugt kriege sich helfen zu lassen?

Antworten (39)

@Fit-Hawkeye
Die Fragestellerin hat in dem Thread bereits dargelegt, warum eine Beschneidung medizinisch indiziert und mittelfristig alternativlos ist.
Eine Vorhaut-erhaltende Operation durch Einschneiden der Vorhaut ist bei einer starken Phimose auch nicht sinnvoll, weil sich das Narbengewebe erneut verengt.

Wie stark sind denn die Entzündungen? Sind sie wirklich durch die phimose verursacht? Oder durch übertriebenes dehnen und einen unsinnigen drang das Kind zu säubern? Vielleicht kannst du deinem Kind ja vorschlagen das eigentlich schon den richtigen Weg geht, nämlich intakt bleiben zu wollen eine Vorhauterhaltende OP durchführen zu lassen. Diese weitet die Vorhaut ohne sie zu entfernen da sie längs eingeschnitten und danach quer wieder vernäht wird. Das ist wesentlich weniger invasiv und verursacht am Ende eigentlich nie Probleme, nicht so wie eine Beschneidung. Sollte er allerdings Angst vor der OP an sich haben kannst du mal einen Chirurgen fragen ob er das zuhause machen kann. Soweit ich weiß ist das kein Problem und sollte deinem Sohn vielleicht die Angst vor dem Artzbesuch nehmen.

@Renate81

Wenn Ihr ihn für die Dehntherapien immer damit motiviert habt, dass er die Beschneidung vermeiden kann, ist es für ihn schwer, sich nun doch für eine Beschneidung zu öffnen. Vielleicht findest Du doch noch ein Motiv für seine Ablehnung, auf das Du reagieren kannst. Gibt es in seinem Umfeld vielleicht Gründe?
Warum meint er, dass es komisch aussieht? In seinem Fall sind eine straffe Beschneidung und die Entfernung des Bändchens sicher angebracht. Der glatte Schaft hinter der rundum freien Eichel sieht eigentlich perfekt aus. Viele Frauen mögen das und finden einen straff beschnittenen Penis schöner als einen unbeschnittenen. Klar, eine labberige Loose-Beschneidung sieht da weniger gut aus. In der Regel lernen Betroffene, eine straffe Beschneidung zu schätzen, und finden es dann sogar besser als unbeschnitten. Dann hat sich das Argument "Komisch" erledigt Echt peinlich ist eine verklebte, gerötete, leicht geschwollene Vorhaut, wenn sie sich mal wieder entzündet hat.
Über den Stil der Beschneidung kann man mit dem Arzt sprechen. Sicher sieht ein beschnittener Penis anders aus. Wenn es ordentlich gemacht wird, sieht es auch echt gut aus, nicht komisch. Aber wichtig ist, dass die Probleme gelöst werden. Wenn Ihr so lange vergeblich gedehnt habt, ist die Beschneidung die einzige Möglichkeit, das Thema endlich abzuschließen. Wie schon geschrieben, nach einer Woche ist die Narbe im Wesentlichen abgeheilt. Nach etwa vier Wochen sind die Schwellungen komplett weg, und die frei liegende Eichel ist nicht mehr unangenehm. Wer es nicht weiß, wird meinen, er wäre schon seit längerem beschnitten.
Vielleicht kannst Du ihm das alles doch irgendwie vermitteln? Du willst ihm doch damit helfen.
Ist die Entzündung mittlerweile abgeklungen? Das wäre jetzt ein guter Zeitpunkt die Sache noch mal anzusprechen. Die Entzündung hat sicher geschmerzt, und man darf fragen, ob sich das wirklich wiederholen soll und ob nicht der Zeitpunkt gekommen ist, das Problem dauerhaft zu lösen. Wenn operiert werden soll, dann sollte es nicht während einer Entzündung passieren. Deswegen solltet Ihr jetzt in Ruhe drüber reden. Es hat keinen Sinn, wenn er sich dem Problem nicht stellt. Es kommt immer wieder.

Dann scheint Dehnen tatsächlich nicht der richtige Weg zu sein. Dann müsst Ihr Wohl oder Übel abwarten bis er sich vielleicht doch für eine Beschneidung entscheidet. Wie du schon selbst geschrieben hast, wird es wahrscheinlich nicht besser, wenn er wächst. Vermutlich werden ihn nur Schmerzen zum Umdenken verhelfen.

@Carina

Wir haben schon 3 mal erfolglos versucht zu dehnen. Die ersten 2 mal haben wir 3 Monate und beim dritten mal haben wir sogar 4 Monate versucht. Gedehnt hat er selber aber ich hab immer ein Auge drauf geworfen. Er hat auch fast immer sein bestes gegeben weil er ja seine Vorhaut behalten will. So konnten wir ihn auch immer motivieren weiter zu machen.
Aber als wir aufgehört haben zu dehnen hat sich alles wieder verengt, trotz weiteren Übungen nur ohne Salbe.

Hallo Renate,

mit unserem Sohn (damals12/13 Jahre) hatten wir das Problem auch. Eine Beschneidung wollten wir möglichst vermeiden. Bei ihm hat die Dehnmethode schließlich auch sehr gut funktioniert. Hat euer Sohn seine Vorhaut selbst gedehnt oder habt ihr ihn dabei unterstützt? Wie lange habt Ihr das versucht? Denn das braucht wirklich viel Zeit. Bei uns war es nämlich so, dass er es alleine nicht richtig hin bekommen hat. Wir haben ihn dann vor die Wahl gestellt, dass ich ihm helfe, er es richtig macht oder er beschnitten wird, wenn es sich nicht bessert. Im ersten halben Jahr habe ich dann seine Vorhaut täglich gedehnt, später hat er es dann selbst gemacht und nach einem Jahr konnte er die Vorhaut ganz zurückziehen.

Viele Grüße
Carina

@Selina

Ich stell mir das auch schmerzhaft vor, aber er scheint wohl einen Trick zu haben wie es auch schmerzfrei funktioniert. Ich wollte ihm ja die Peinlichkeit ersparen, das es irgendwann bei einer Freundin nicht so funktioniert wie es soll.

@Kevin

Mit einem seiner beschnittenen Freunde hat er schonmal gesprochen. Danach hatte er seine Meinung nicht aber nicht geändert.

Hallo Renate81. Auch ich wollte zuerst als Jugendlicher nicht beschnitten werden. (Ich hatte eine Phimose mit einer langer Vorhaut.) Hatte mich auch gewehrt dagegen. Aber durch das Gespräch mit einem bekannten von mir. (er war auch beschnitten hat mir alles erklärt und so) Habe ich dann doch eingesehen das es gemacht wird. Aus jetziger Sicht war es die richige Entscheidung es machen zulassen, habe da keine Probleme mehr damit. Auch dein Sohn wird es eines Tages wahrscheinlich machen lassen die Beschneidung. Ich denke mir spätesten dann wenn es mit dem Sex nicht geht.

Mir kommt das alles etwas komisch vor. Gerade in dem alter wo die Jungs in die Pubertät dann komme und es sich auch selbst machen dann irgendwann muss das doch sau weh tun. Spätestens wenn er die mal die erste Freundin hat wird er es merken da so auch kein Sex Funktionieren wird dann kommt er um eine Beschneidung nicht herum.

@Kevin

Ein paar Freunde haben es schon versucht. Der Grund warum er das auf keinen fall will, weiß ich auch nicht. Das einzige was ich weiß ist, das er findet das es komisch aussieht.

@Uwe

Ich glaube er will gar nicht glauben dass andere Leute das auch riechen können.
Zurückgezogen klappt ja bei ihm auch nicht, weil er sie ja auch nicht im schlaffen Zustand komplett über die Eichel bekommt.
In einer Woche war es abgeheilt? Das kann ich mir als Argument mal merken.

Hast Du ihn auch gefragt, ob das nicht weh tut? Und ich weiß, dass es auch schmerzhaft ist. Hast Du ihm bewusst gemacht, dass es schlecht riecht? Und dass auch Andere in seiner Nähe den Geruch wahrnehmen? Mach ihm etwas Stess - früh und abends waschen. Am Besten die Vorhaut hinten lassen, damit Luft an die Entzündung kommt, keine Bakterien-Brutstätte unter der Vorhaut. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Du setzt Dich mit aller Macht durch, oder er versteht, was für ihn besser ist. Der erste Weg ist keine gute Erziehungsmetode, und ich glaube, Du bist auch vom Charakter her nicht die Person, die diesen Weg gehen könnte. Da bleibt nur der in jeder Weise schmerzhafte Weg, es selbst zu verstehen.

So eine Entzündung dauert etwa 1 Woche. Nach einer Woche ist auch eine Beschneidung im Wesentlichen abgeheilt. Dann wäre das Problem dauerhaft gelöst. Eine unter sterilen Bedingungen durchgeführte Beschneidung kann schneller abgeheilt sein als eine von Bakterien hervorgerufene Entzündung.

Ich war selbst überrascht, wie schnell und problemlos meine Beschneidung verlaufen war. Ich habe seither keine Probleme mehr. Das ist jetzt 10 Jahre her, und ich bin froh, dass ich es gemacht habe.

Er muss auch verstehen, dass Du ihm helfen möchtest. Es ist schmerzhaft, durch eine entzündete Vorhaut zu urinieren. Und es ist peinlich, wenn man stark riecht. Er muss Dich trotz allem als Partner und nicht als Gegner wahrnehmen.

Hallo Renate81 hast du einen Verwandten oder Bekannten bei dir die Beschnitten sind,wenn ja sollte er mit deinem Sohn mal darüber reden?Warum lässt er sich nicht Beschneiden.Ist es aus Angst wegen der Op. oder wie es danach aussieht.Wenn er es doch machen lässt lass ihm ruhig mit entscheiden in welchen Stil es gemacht wird (gibt ja verschiedene Stile).

Hallo Leute
Nun ist es wieder soweit. Er hat wieder eine Entzündung…

@Uwe:
Ich hab ihn mit seiner Unterhose konfrontiert. Als Antwort kam darauf: „Deshalb liegt sich in der Wäsche“ Weiter ist er darauf gar nicht eingegangen.

@Gast:
Vielleicht könntest du da recht haben das er irgendwann alleine kommt. Die Kinderärztin meinte zu mir auch dass ich erstmal meine Füße still halten soll. Vielleicht kommt er ja wirklich von allein irgendwann drauf das es vielleicht besser ist. Nur in solchen Phasen immer mal zum Nachdenken anstupsen.

Versuch mal seine freunde zu überreden das sie ihm dumme kommentare wegen seiner vorhautverengung sagen. Irgendwann wird der gruppenzwang zu viel und er wird sich save beschneiden lassen. so hat es bei mir in der klasse geklappt das wir fast alle freie eicheln haben.

Der Sohn merkt, daß immer wieder etwas Neues versucht wird, um ihn vielleicht doch noch rumzukriegen, daß es aber nichts wird, wenn er bei seinem Nein bleibt. Das ist keine so gute Voraussetzung, auf die Weise wird die Situation immer festgefahrener und irgendwann würde der Bub dann vielleicht sogar aus Sturheit beim Nein bleiben, wenn er doch mal anders über die Beschneidung denken würde.
Deshalb würde ich vorschlagen: Nichts mehr versuchen, auch nicht irgendwie hintenrum, sein Nein akzeptieren und abwarten. Wenn er wieder eine Entzündung hat, kann man ihn wieder mal darauf hinweisen, daß Beschneidung eine gute Lösung wäre, aber nur noch ganz kurz am Rande, damit er weiß, daß er immer noch den Wunsch äußern darf, ohne den geringsten Versuch, ihn zu überreden, nur ganz beiläufig, ohne weiter beim Thema zu bleiben.
Es ist zwar nicht überaus wahrscheinlich, daß er dann in kurzer Zeit selbst mit einem "ich möchte mich jetzt doch beschneiden lassen" daherkommt, aber ich denke, so funktioniert es immer noch eher als mit weiteren aktiven Versuchen. Und wenn nicht: Vielleicht geschieht ja beim Wachstum doch noch ein "Wunder". Oder er findet plötzlich das Aussehen und das Gefühl mit freier Eichel spannend und "sexy", auch solche Phasen können ja mit der Pubertät kommen...

@Renate81:
Du hast es nicht einfach. Er ist zu jung, um sein Problem und die Lösung zu wirklich zu verstehen und er ist alt genug, um sich der Lösung starrsinnig zu widersetzen.
Ich hatte früher auch Entzündungen. Ich weiß, dass sich das Entzündugssekret in der Unterwäsche sammelt und unangenehm riecht. Vielleicht muss ihm mal jemand sagen, dass er im Genitalbereich stinkt und, dass dass daran liegt, dass die Unterhose mit Entzündungssekret vesabbert ist. Das ist weit peinlicher als eine frei liegende Eichel. So ein Geruch tritt an einem vollständig beschnittenen Penis definitiv nicht auf. Wenn er negatives Feedack zum aktuellen Zustand bekommmt, wiegt das bestimmt schwerer als die vermeintliche Penlichkeit beschitten zu sein. Eigentlich ist es doch cool beschnitten zu sein, weil man den Mut zur OP hatte und hinterher nichts mehr schmerzt und stinkt. Vielleicht solltest Du ihn in so einer Entzündungsphase mit seinen getragenen Unterhosen konfrontieren, dass Ablagerungen sind und dass das andere auch riechen. Vielleicht wird er sich dann seines Problems bewusst.
Was Deinen Mann betrifft, man kann auch eine kurze Vorhaut beschneiden. Ich selbst schätze es straff beschnitten zu sein, ohne Bändchen und die Eichel immer völlig frei. Viele Frauen in dem Forum haben auch geschrieben, dass sie diesen Stil sehr mögen. Wie Ihr mit dem Tipp von Heiko82 umgeht, müsst Ihr letztlich selbst entscheiden. Gegenüber Deinem Sohn wäre das ein symbolischer Akt. Bei den Symptomen, die Du bei deinem Sohn beschrieben hast, ist so eine radikale Beschneidung sicher auch angeraten. Da kann sich keine Restvorhaut mehr verengen, und es gibt keine Zwischenräume, wo sich Entzündungsbakterien ansiedeln können. Es bringt ja nichts, wenn sich unter einer teil-beschnittenen Vorhaut doch wieder Entzündungen entwickeln oder sie sich gar erneut verengt.
Vielleicht findet Ihr doch eine Lösung.

@andredrei

Ich kann das auch nicht ganz nachvollziehen. Ich finde in solchen Situationen wäre es vielleicht auch nicht schlecht wenn wir als Eltern über seinen Kopf entscheiden könnten. Die Probleme die noch kommen, hat er ja schon 1000 mal gehört aber das scheint ihn nicht großartig Angst zu bereiten. Aber vielleicht sieht er es ja doch irgendwann ein sodass es nicht zur Not-Op kommen muss…

@Uwe

Die Söhne der anderen Mütter sehen ihre freie Eichel ziemlich gelassen und auch nicht schlimm. Einer soll es sogar von Anfang an ziemlich cool gefunden haben. Und einer hatte sich auch erst gewehrt wie meiner, soll wohl aber auch gut damit klar kommen. Sie soll ihn damals mit einer neuen Playstation überzeugt haben. Leider hat das bei meinem auch nicht viel gebracht.

(Antwort vom 14.05) Nur das letzte Wort über seine Vorhaut hat er. Ich als Elternteil kann ja nicht allein sagen dass er sich operieren lassen muss. Das hätte vor ein paar Jahren noch funktioniert aber jetzt ist er ja schon „zu alt“.

@Andreas-S

Wie Uwe schon geschrieben hat, sind sich 4 Ärzte einig dass es keine bessere Option gibt als die Beschneidung. Es bringt ihm ja nichts die Vorhaut einzuschneiden damit sich die Narbe (wahrscheinlich) noch mehr verengt. Das lindert seine Angst auf keinen Fall. Ich weiß nicht wie ich ihm da entgegen kommen kann. Das Einzige wäre ja noch die Teilbeschneidung aber die lehnt er ja auch ab.

@Heiko82

Ich tippe eher auf 2. Großartig entwickelt hat er sich noch nicht, ich denke mal er wird auch so ein Spätzünder wie sein Bruder. Und mein Mann hat eine sehr kurze Vorhaut und sobald mein Mann erregt wird, hat er sofort eine freie Eichel. Also da lohnt es sich eigentlich gar nicht was abzuschneiden.

Boogaloo
Ja das Stimmt allerdings da muss ich dir Recht geben viele Machen das nicht Perfekt. Mein Sohn musste auch vor 2 Jahren mit 5 Beschnitten werden wegen einer Starken Verenung und Entzündung.
Die Vorhaut wurde komplett Entfernt Narbe liegt direkt hinter der Eichel und es ist sehr Gut Gestrafft also garkeine Resthaut oder Falten Vorhanden.
Die Ärztin hat das Perfekt gemacht.
Ich habe da aber auch schon andere Gesehen bei den sah das schon Merkwürdig aus. Ich kenne es eh nur komplett Beschnitten.
Gruß Daniela

Der Junge will nicht beschnitten werden, weil es nach seiner Meinung hässlich aussieht. Vielleicht hat er damit nicht mal unrecht. Manche Ärzte beschneiden tatsächlich unschön mit starken Hautfalten und unansehnlicher Narbe. Wenn der Junge sowas gesehen hat, ist es kein Wunder, wenn er das ablehnt.
Es gibt aber auch Ärzte, die kosmetisch perfekt beschneiden können, mit nur glatter Haut und gerader, kaum sichtbarer Naht. Das Argument, dass Beschneidung hässlich aussieht, würde dann nicht mehr zählen. Vielleicht könnte man ihn damit überzeugen ? Man müsste natürlich einen Arzt finden, der das perfekt kann.

Hi Renate
Es scheint, dein Junior ist mit seinen 12 Jahren gerade in einer sehr schwierigen Entwicklungsphase und er weis entweder ganz genau, dass er nicht beschnitten sein möchte (warum auch immer), oder er ist noch so unerfahren, dass er das Problem und die Schmerzen, die bald auf ihn zukommen werden, noch gar nicht versteht.
Vermutlich ist sein Penis mit 12 Jahren auch noch nicht mal annährend ausgewachsen, das kann in den nächsten 1-3 Jahren für ihn echt noch zur Hölle werden. Mein Sohn hatte mit 13 - 14 Jahren erst diese massiven Phimose-Probleme und wir hatten es auch mehrere Monate mit Dehnen versucht, jedoch erfolglos und mein Sohn wollte eben auch nicht der einzige in seiner Klasse sein, der beschnitten ist. Er hat dann echt unter ständigen Entzündungen und massiven Schmerzen gelitten, das konnte man nicht mit ansehen! Erst als ich ihm sagte " ich lasse mich ebenfalls beschneiden und wir stehen das gemeinsam durch damit er zumindest in unserer Familie nicht der einzige mit Glatze ist" willigte er damals zögerlich ein. So haben wir es dann auch durchgezogen und seitdem hat mein Junior nie wieder Beschwerden gehabt und auch ich habe meine Beschneidung bis heute nicht bereut. Vielleicht könnte dein Mann ja auch als gutes Vorbild über eine Beschneidung von Vater und Sohn nachdenken?
Beste Grüße und gute Besserung,
Heiko

@ Andreas-S
Ein Zwölfjähriger ist noch kein Erwachsener. Man muss auch mit in Betracht ziehen, dass er Sachverhalte noch nicht umfassed einschätzen und bewerten kann. Eltern haben die Vormundschaft über ihr Kind, um es vor verhängnisvollen Entscheidungen zu bewahren, deren Folgen es selbst nicht übersehen kann. Sie müssen das Kind bevormunden, auch wenn das gerade in sochen Situationen nicht leicht fällt. Im Grundsatz lehne ich Gewalt und Angst als Mittel der Erziehung ab. Dennoch ist es nicht immer möglich in jeder Angelegenheit eine Konsens mit einem unmündigen Kind zu erzielen. In diesen Situatioen müssen sich Eltern durchsetzen, um das Kind vor päterem Schaden zu bewahren, ohne dass die angewandten Mitel selbst für das Kind schädlich sind. Auf jeden Fall ist es für das Kind schädlch, eine nach aktuelle Stand der Medizin notwendige Maßnahme abzulehnen.

Da helfen noch so gut gemeinet Laien-Ratschläge nicht wirklich weiter. Wenn Du bestimmte Erfahrungen gemacht hast, kannst Du diese in einem anderen Thread gern zur Diskussion stellen. Aber bitte projiziere diese Erfahrngen nicht auf Andere. Die persönlichen Umstände sind immer andere. In diesem Forum kann niemand einschätzen, ob Deine Erfahrungen wirklich auf den Fragesteller übertragbar sind.

Wenn ich lese, wie Uwe65527 schreibt
"Die medizinische Wissenschaft des 21. Jahrhunderts erlaubt es schon, bei einer eindeutigen Indikation eine sichere Prognose abzugeben. (...) Ratschläge, die das medizinische Urteil von Ärzten anzweifeln, die den Patienten selbst gesehen haben, sind in diesem Forum nicht angebracht."
wird mir Angst und Bange.
Es wird mir Angst und Bange, weil ich Wert darauf lege, dass sich Menschen auf eine Weise verständigen, die zu einer Einigung führt, die die Belange aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt.

Und auf Renate81s Frage "Weiß jemand wie ich meinen kleinen doch überzeugt kriege sich helfen zu lassen?" kann ich antworten:
Ich weiß ein paar Wege, die die Wahrscheinlichkeit maximieren, dass Renate81s Sohn "Ja" zu der Beschneidung sagt.

Ich kenne diese Wege, habe sie selbst öfter angewandt, als mir lieb ist einzugestehen und wurde über diese Wege gewiss genauso oft dazu gebracht, etwas zu tun, das im Nachhinein niemandem gedient hat.

Diese Wege zielen darauf ab, sein Gegenüber über Angst oder Schuldgefühle zu motivieren.

Ein gutes Beispiel hierfür liefert Uwe65527, indem er schreibt:
"Ratschläge, die das medizinische Urteil von Ärzten anzweifeln, die den Patienten selbst gesehen haben, sind in diesem Forum nicht angebracht."

Als ich zum ersten Mal diesen Satz las, empfand ich eine Menge Angst und sah als Strafe dafür, dass ich meine Meinung geäußert habe, aus diesem Forum ausgeschlossen zu werden.

Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. So dürfte die Andeutung, dass eine bestimmte Handlung oder deren Unterlassung zur Konsequenz hat, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden, ein großes Überredungspotential haben.

Und ein Satz wie "Die medizinische Wissenschaft des 21. Jahrhunderts erlaubt es schon, bei einer eindeutigen Indikation eine sichere Prognose abzugeben." ist bei mir hervorragend geeignet, Schuld- und Schamgefühle zu triggern.

Ist darin nicht eindeutig zu hören, dass eigene Ansichten und eigene Überlegungen fehl am Platze sind, und dass die eigenen Bedürfnisse, die jemanden "Nein" oder "Moment mal." sagen lassen, nicht zählen angesichts dessen, was Autoritäten sagen?

Wer fragt schon danach, woher der Urheber des Satzes ("Die medizinische Wissenschaft des 21. Jahrhunderts ...") darüber Bescheid weiß, dass bei sämtlichen Malen, wo sämtliche Ärzte des Globus in den vergangenen zwanzig Jahren eine Prognose abgegeben haben, aber nicht entsprechend gehandelt worden ist, tatsächlich das eintrat, was prognostiziert worden war?

Ja, Angst, Schuld- und Schamgefühle sind mächtige Motivatoren.

Ich vermute, dass ein Mensch nur dann vom Versuch ablässt, über diese Gefühle auf sein Umfeld einzuwirken, wenn er ausreichend oft am eigenen Leib erfahren hat, wie schädlich diese Form der Motivation auf Dauer für ihn selbst und alle seine Beziehungen ist.

Um Renate81s Frage "Weiß jemand wie ich meinen kleinen doch überzeugt kriege sich helfen zu lassen?" noch einmal zu beantworten:

Ich weiß ein paar Wege, die die Wahrscheinlichkeit maximieren, dass eine Lösung gefunden wird, die die Belange aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt.

Allerdings gehe ich davon aus, dass mein Licht nicht ausreicht, über das Medium dieses Forums einen dieser Wege anschaulich zu vermitteln, geschweige denn das Vertrauen zu schenken, es damit einmal zu probieren.

Ich kann hier nur beispielsweise auf Marshall B. Rosenberg verweisen, der einen Kommunikationsprozess entwickelt hat (von dem ich behaupte, dass ich ihn hin und wieder im Sinne des Erfinders anwende), der genau darauf abzielt:
Lösungen zu finden, die für alle passen.

Ich wäre dankbar, wenn ich hierüber beitragen konnte.
Alles Gute, Andreas

@Andreas-S

Die medizinische Wissenschaft des 21. Jahrhunderts erlaubt es schon, bei einer eindeutigen Indikation eine sichere Prognose abzugeben. Hier sind sich doch der Kinderarzt und drei Urologen absolut einig. Ratschläge, die das medizinische Urteil von Ärzten anzweifeln, die den Patienten selbst gesehen haben, sind in diesem Forum nicht angebracht.

In der Regel verläuft eine Beschneidung ohne Komplikationen. Es tut mir leid, wenn Du andere Erfahrungen machen musstest. Ohne Kenntnis der individuellen Umstände ist es allerdings schwierig, Deine Erfahrungen zu verallgemeinern.

Ich hatte auch immer wieder Entzündungen und habe meine lange Vorhaut auch erst nach langem Zögern entfernen lassen. Ich weiß, dass der Gedanke, beschitten zu werden, gerade in der Pubertät nicht so einfach zu verarbeiten ist. Meine Gefühle und meinen langen Weg habe ich in dem Thread "Duschen ohne Vorhaut nach dem Schwimmen" beschrieben. Es war ein langer Weg bis ich für eine Beschneidung mental bereit war, und mir sicher war, dass es wirklich eine straffe Beschneidung sein sollte, weil es die sicherste Lösung gegen Entzündungen ist und ich diese Ausführung vom Aussehen her mittlerweile sogar deutlich attraktiver fand als unbeschnitten oder weniger staffe Ausführungen. Rückwirkend betrachtet war es viel einfacher als ich es mir vorgestellt hatte, und ich bereue nur mich nur, dass ich zu lange gezögert habe.

Ich hatte verstanden, dass es für Renate darum geht, das medizinisch Notwendige umzusetzen, um ihrem Sohn wirklich zu helfen.

@Uwe:
Niemand kann voraussagen, wie sich das Ganze bei Renates Jungen entwickeln wird.
So halte ich es für wichtig, mit der gegenwärtigen Situation umzugehen, anstatt mit dem Ausmalen der Zukunft.

@Renate:
Außer dem Pflaster, das ich benutze, um den Rest meiner Vorhaut über der Eichel zu verschließen (siehe weiter unten), habe ich etwas erfunden, mit dem ich ebenfalls die Eichel abdecken kann.
Mit einer kleinen Anpassung dürfte es sich auch als Mittel zum Dehnen einer verengten Vorhaut nutzen lassen. Und zwar auf eine unauffällige und (wie ich annehme) schmerzfreie Weise.

Interesse, dass ich mir über diese Anpassung zum Dehnen der Vorhaut Gedanken mache?

@ Uwe und Renate:
Ich nehme an, dass auch Schutz in der gegenwärtigen Situation eine Rolle spielt.
Schutz vor den Konsequenzen einer unter Druck getroffenen Entscheidung.

Passt es da nicht abzuwarten, sich über die Anzeichen der ich-weiß-nicht-wie-selten-vorkommenden Notlage, die aus medizinischer Sicht eine Operation erfordert, zu informieren, der natürlichen Entwicklung (die bei jedem einen anderen Zeitplan hat) eine Chance zu geben und parallel dazu weitere Handlungs-Möglichkeiten zu erkunden?

Andreas

Dein Sohn ist in einem Alter, wo man sowas ohne ausreichende Notlage nicht gegen seinen Willen tun kann. Das ist wider alle Vernunft. Solange Du ihn nicht umstimmen kannst, wirst Du wohl nichts erreichen. Ich kann Dir nicht guten Gewissens zum Abwarten raten, weil wir wissen, dass die Verengung voran schreitet.
Die Häufigkeit von Beschneidungen ist regional untershiedlich, dementsprechend finden es Jugendliche eher cool oder uncool beschitten zu sein. "Er findet einen beschnittenen Penis häßlich." lässt darauf schließen, dass es für ihn wohl eher als uncool gilt. Dass deckt sich ja auch irgendwie mit Der Meinung Deines anderen Sohnes. Vielleicht sprichst Du die Mütter seiner beschnittenen Freunde noch mal darauf an, wie die damit umgehen. In dem Alter spielt auch Gruppendruck eine Rolle.

Hallo Renate,

nach dem, was du schreibst, vermute ich, wie sehr du unter der gegebenen Situation leidest und dir wünschen würdest zu wissen, was du tun kannst, um beizutragen.

Was ich - sowohl aus unglücklichen wie auch aus glücklichen Entscheidungen - gelernt habe, ist, dass es für eine gute Lösung entscheidend ist, dass sich die verschiedenen Seiten zunächst ihrer eigenen und der Bedürfnisse der anderen bewußt sind und die der anderen wie ihre eigenen Bedürfnisse gleich ernst nehmen.

Ich vermute, deine Bedürfnisse in der gegebenen Situation sind *zum Wohl eines Menschen beitragen, *die Wiederholung von frustrierenden Erlebnissen vermeiden und *etwas unternehmen.

Auf Seiten deines Sohnes vermute ich die Bedürfnisse nach *Unversehrtheit, *Selbstbestimmung und *Abwarten (und eventuell: *weitere Informationen einholen).

Ob du und dein Sohn sich in den genannten Bedürfnissen wiederfinden bzw. ausreichend gehört fühlen, so dass Interesse daran besteht, nach einer Lösung zu suchen, die alle beteiligten Bedürfnisse berücksichtigt?

Andreas

Na ja
Wenn dein Sohn seine Persönliche Meinung über sein Körperliches Wohl stell und diese entscheiden ist nun ja !
Oh man wo stehen wir denn Heute.... zb. der Sohn hat ein Med Problem Er entscheidet ich will diese Operation nicht !
Ich finde es ist Ihn nicht bewusst was für Probleme noch kommen können und werden
Spätestens nach den ersten S- Kontakt wird Er es merken.
Es bleibt nur noch zu Hoffen das es in einer Not-Operation gemacht werden muss !
Das klingt jetzt brutal aber ich glaube nicht das dein Sohn einlenkt !

andredrei

@Uwe

Also erstmal nichts weiter machen und hoffen das er bald selber die Einsicht entwickelt?

@Andredrei
Er ist ja schon 12 also zählt seine Nein-Stimme beim Arzt. Ich kann da nichts mehr machen außer ihn versuchen auf Ja umzustimmen.

@Andreas-S

Deswegen dehnen wir intervallmäßig seit 4 Jahren. Außerdem zählt seine Stimme beim Arzt, also können wir ihn eh nicht „zwingen.“ Triple Incision lehnt er auch ab. War zuerst die Idee nachdem das reine Dehnen keinen Erfolg gezeigt hat. Das wäre mir auch lieber als ganz ab, aber die Ärzte sehen da ein hohes Risiko das es wieder verengt und der gewünschte Erfolg nur kurze Zeit anhält.

Hallo Renate,

ich vermute, die Gründe, warum sich dein Sohn nicht beschneiden lassen möchte, kommen daher, dass er das Bedürfnis hat, selber über seinen Körper zu bestimmen und weil ihm körperliche Unversehrtheit wichtig ist.

Ich selbst wurde im Alter von 5 oder 6 Jahren beschnitten - ohne dass ich gefragt worden wäre.
Und habe in meiner ganzen Kindheit und Jugend wie wahnsinnig unter dem Stigma des Anders-Sein gelitten.
Mit vierzig Jahren kamen dann Schmerzen an der Eichel (aufgrund des direkten Kontaktes mit der Unterwäsche) hinzu.
Diese Schmerzen behandle ich bis heute - so wie viele andere, die die "einfache" medizinische Lösung ablehnen, eine Creme aufzutragen, die die Eichel unempfindlich gegen (alle!) Reize macht - durch Anbringen eines Pflasters, das die Vorhaut über der Eichel verschliesst.

Ich habe Jahrzehnte gebraucht, um meinen Eltern nicht mehr zu grollen, dass sie mich nicht selbst haben entscheiden lassen und einen Eingriff an mir vollziehen ließen, der - wie ich heute weiß - medizinisch einfach zu umgehen gewesen wäre.

Weißt du beispielsweise von der "Triple Incision"?
Das ist eine Operations-Methode, die sowohl die Vorhautverengung aufhebt, als auch die Vorhaut vollständig erhält.
Weiteres beispielsweise unter:
https://forum.paradisi.de/thema/phimose-beschneidung-zirkumzision-triple-inzision-186896/

Und kannst du dir vorstellen, deinem Sohn diese beiden Worte "Triple Incision" zu nennen und ihn zu fragen, ob er sich im Internet mal darüber schlau machen möchte?

Hallo Renate81
Ich kann Dir und dein Sohn empfehel es möglich schnell nachen zu lassen.
Ich kenne das auch aus unseren Bekannten Kreis bei der Junge hatte ähnliche Probleme
er wurde beschnitten aber ein bisschen der Vorhaut wahr durch die Entzündungen mit der Glanz verwachsen , da durch ist das Ergebniss nicht ganz so schön !
Ich denke mal das ist auch nicht Ideeal , wenn der Urologe auch Beschneidungen durch führt , bei der nächsten Entzündung es zu machen ...
Quasie deine Sohn vor vollendeten Tatsachen zu stellen !
und direkt die Beschneidung durch zu führen.
Er wird zwa erst mal wütend und nicht begeistert sein aber er wird sehr bald merken das es doch besser ist

gruss
Andredrei

@Renate81

Wenn Ihr vier Jahre gedehnt habt, hat er auch vier Jahre das Ziel gehabt, nicht beschnitten zu werden. Das ist für einen Zwölfjährigen eine verdammt lange Zeit. Es ist eine Zeit wo das eigene Verhalten noch stark und unreflektiert durch das Verhalten der Eltern geprägt wird, weil das eigene rationale Urteilsvermögen noch nicht ausreichend entwickelt ist. Vielleicht hat er so diese irrationale Haltung aufgebaut. Ich weiß selbst, dass ich als Kind einen beschnittenen Penis auch schrecklich fand. das hat sich später geändert. Es gibt hier auch viele Beiträge von Frauen, die offen erklären, dass sie beschnittene Männer bevorzugen. Spätestens dann wird er überlegen, ob eine verengte, entzündete Vorhaut wirklich besser ist.
Frühzeitig zurück ziehen konnte ich meine Vorhaut auch. Aber sie war sehr lang und das Bändchen war sehr kurz. Das war meinen Eltern nicht aufgefallen. Auch diese Probleme waren mit der Beschneidung gelöst.
Für den Bruder gilt natürlich, dass es ohne medizinische Indiaktion nur auf erwiesenen eigenen Wunsch gemacht werden darf.

@Uwe

Aufgeklärt ist er ja. Jeder Arzt hat ja sein bestes versucht ihm die Angst zu nehmen.
Den einen Tag hab ich ihn gefragt ob er weiß das sein Feund x beschnitten ist. Er meinte darauf das er es weiß und das die freie Eichel total seltsam und hässlich aussieht.
Ich hab ihm dann erklärt das Schönheit im Auge des Betrachters liegt und eine freie Eichel überhaupt nicht schlimm sei. Seine Meinung hat er trotzdem nicht geändert. Aber ich hab einen "Grund" gegen die Beschneidung herausgefunden.

Sein großer Bruder hatte nie ein Problem mit der Vorhaut. Er konnte sie mit 6 schon zurückziehen. Ich hab ich aber mal mit ihm hingesetzt und gefragt was er denn von einer Beschneidung halten würde. An sich findet er das optisch okay, will es aber selbst nicht. Aber ohne Grund würde ich ihn eh nie beschneiden lassen.

Ja, 19% Beschneidungsquote sind in diesem Portal festgestellt. Die Zahl beruht auf Selbstauskünften der Jugendlichen. Aber das ist der Durchschnitt im Deutsch-sprachigen Raum. Das kann in einzelnen Gruppen nach oben und unten variieren. Faktoren für eine höhere Quote sind, ob man in der ehemaligen amerikanische Besatzungszone lebt und wie hoch der muslimisch geprägte Bewölkerungsanteil ist. Ein höheres Bildungsniveau scheint ebenso mit einer höheren Beschneidungsquote zu korrelieren. Dabei spielt sicher auch höhere Aufmerksamkeit für hygienische und kosmetische Aspekte eine Rolle.

Für die konkrete Wahrnehmung eines Zwölfjährigen ist natürlich das direkte Umfeld maßgeblich, wo es auch wiederum zufällige Schwankungen gibt. Ich will sagen, wenn er sicht verweigert, habt Ihr es schwer, in seinem Umfeld Vorbilder zu suchen. Vermutlich ist es ihm auch peinlich, in einer Sache, die er ohnehin ablehnt, mit einem Gleichaltrigen das Gespräch zu suchen.

Wenn ich von mir ausgehe - ich hatte das Entzündungsproblem ja auch - ich hatte die meiste Angst vor der Berührungsempfindlichkeit der dann ständig frei liegenden Eichel und vor der Peinlichkeit, wenn Andere die Veränderung wahrnehmen. Habt Ihr ihm alles richtig erklärt? Das Problem der übermäßigen Empfindlichkeit gibt sich schnell, weil sich eine dickere Hornschicht ausbildet. Dann ist es wirklich nicht mehr unangenehm. Da ist es auch völlig in Ordnung, wenn es straff gemacht wird, so dass die Eichel auch im nicht erigierten Zustand völlig frei liegt. Dann liegt auch die Narbe außen am Schaft, was der Heilung zuträglich ist, weil sie nicht von Resthaut bedeckt ist. Die OP ist heutzutage unter örtlicher Betäubung völlig schmerzfrei. Mit Auskleiden, Ankleiden und Anästhesie war alles innerhalb einer halben Stunde erledigt. Bei mir haben sich die Fäden bereits nach einer Woche aufgelöst. Nach zwei Wochen war die Sache bei mir ausgestanden - unproblematisch und unkompliziert. Vielleicht erwähnst Du, dass doch sicher einige seiner Freunde beschnitten sind und erkärst ihm, dass man wirklich keine Angst haben muss. Irgedwann wirst Du ihn vielleicht doch erreichen.

Wie ist es bei seinem Bruder? So eine Veranlagung ist manchmal auch erblich. Habt Ihr mit ihm mal gesprochen? Hier im Forum gibt es einen Tread von Marion "Ein Sohn muss beschnitten werden, anderen Sohn auch gleich beschneiden lasssen?". Bemerkenswert finde ich Marions Beitrag vom 17.02.2017, wo der Bruder recht entschlossen den Wunsch äußerte, auch beschnitten zu werden. Das muss natürlich nicht in jedem Falle so sein. Sollte das bei Euch auch der Fall sein, würde das dem Jüngeren sicher einige Ängste nehmen.

Wie schnell man operieren soll, ist so eine Gewissensfrage. Wer alle Möglichkeiten ohne OP ausschöpt, nimmt seine Verantwortung gewiss ernst und macht es sich sicher nicht einfach. Wenn ich mir überlege, wie lange ich mit meinen Entzündungen gezögert habe, um dann festzustellen, dass die kleine OP schnell und unkompliziert alle Probleme gelöst hat, dass meine Ängst und Befürchtungen letztlich unbegründet waren, kann ich mir das auch frühzeitig und sogar präventiv vorstellen. Da muss sich wohl jeder selbst seine Meinung bilden.

Heute möchte ich es nicht mehr anders haben. Keine Entzündungen, gute Hygiene. Und mittleweile finde ich auch, dass meine freie Eichel und der glatte Schaft sehr gut aussehen, besser als jede "Nudel" mit Vorhaut. Deswegen stört es mich nicht, wenn es jemand sieht. Aber der Weg im Kopf war auch bei mir langwierig. Und das geht vielen Teenagern auch so. Da gibt es den Tread "Vorhaut kürzer geworden" von Dian123. Man erlebt die Gedankenwelt eines Teenagers, der sich zumächst überhaupt keine Beschneidung vorstellen kann und versucht, sich seiner Mutter mit allen Mitteln zu widersetzen, der absolut keine "OP am Schwanz" will. Er setzt sich mit einer möglichen Beschneidung über lange Zeit auseinander. Er sucht Argumente dagegen, findet aber auch welche, die dafür sprechen und lockert seine harnäckige Abwehrhaltung. Nach einiger Zeit kann er sich eine Beschneidung trotz immmer noch bestehender Zweifel doch irgendwie vorstellen. Er lässt seine Vorurteile fallen und versucht die alles sehr objektiv zu bewerten. Er öffnet sich dann mehr und mehr den Vorzügen einer Beschneidung und entscheidet sich dann doch sehr selbstbewusst für eine radikale Beschneidung. Am Ende ist er stolz, dass diesen Weg gegangen ist, um fortan auch bechnitten zu sein. Vielleicht hilft Euch das, Euch in die Gedankenwelt eines Teenagers etwas hinein zu versetzen. Ihr erfahrt viele Bedenken und Befürchtungen und Ängste, die ein Teenager hat, wenn es um seine Beschneidung geht. Vielleicht könnt Ihr mit diesem Wissen besser auf Euren Sohn eingehen.

Renate81
Irgendwann wird er es nicht mehr aushalten und wird kein Wasser mehr lassen können und wird um eine Op nicht herum kommen.
Bei meinem Sohn war mit 14 das Vorhautbändchen zu kurz er hatte sehr starke schmerzen. Die Ärztin meinte Damals das seine Vorhaut auch schon zu eng wäre und es zu einer Verenung kommen kann.
So entschied sich mein Sohn nach dem Gespräch für eine Beschneidung da sein Kumpel das auch hat und er es schon kennt vom aussehn her.
Alles ist gut Verheilt und er ist sehr zufrieden damit ist jetzt ca.3 Jahre her.
Die Vorhaut wurde komplett Entfernt und das Bändchen auch.
So hat und wird er da nie wieder Probleme haben.
Gruß Birgit

@Boogaloo

So hoch ist mittlerweile die Quote? Das heißt in seiner Klasse müssten ungefahr 2-3 andere beschnitten sein. In einem Sportverein ist er nicht, da fehlt ihm also der Vergleich.

@Uwe65527

Genau davor hab ich Angst. Das irgendwann eine Not-OP anstehen muss.
Ich verstehe auch nicht warum er lieber 3 mal im Jahr eine Entzündung hat, statt sich Operieren zu lassen. Ich kann mir vorstellen das eine Beschneidung zwar auch nicht besonders toll ist, aber lieber einmal schmerzen als andauerd. Wir schleppen das Thema auch schon 4 Jahre vor uns her und verbessert hat sich da nichts.

Ich hab mich auch mal mit ein paar Müttern seiner Freunde unterhalten, und aus seinem Freundeskreis sind 3 beschnitten. Vielleicht kann er ja mit ihnen über seine bedenken reden.
Eine Mutter meinte es sei ein Fehler gewesen mit der OP zu warten. Wir hätten ihn gleich beschneiden lassen sollen ohne versuch zu dehnen. Meint ihr sie hatte recht? Klar hätte es viele Arzttermine und entzündungen gespart, doch so voreilig zu Operieren wäre auch nicht das gelbe vom Ei oder?

@Boogaloo

Deine Argumente sind für einen Erwachsenen nachvollziehbar, aber ich befürchte er wird diese Argumente nicht an sich ran lassen. Wenn 19% der Jungen beschnitten sind, heißt das auch, dass es Gruppen gibt, wo weniger beschnitten sind, Außerdem gibt es regionale Unterschiede. Ein Zwölfjähriger orientiert sich natürlich an seinem pesönlichen Umfeld. Wenn da niemand beschnitten ist, ist es natürlich schwer.

Man wird ihm wohl klar machen müssen, dass er es irgendwann machen muss. Entweder es verschlechtert sich bis es so akut ist, dass eine Notoperation erfordelich wird, oder die Entzündungen nehmen zu, und er wird im Erwachsenenalter keine Kinder zeugen können. Eigentlich müsste er Interessse haben, keine Entzündungen mehr zu haben. Ich weiß wovon ich rede. Die entzündeten Stellen schmerzen und sondern ein Sekret ab, was die Vorhaut mit der Unterwäsche verklebt und auch noch unangenehm riecht. Auf Dauer wird das niemand mögen. Ich habe auch lange gezögert und konnte mir nicht vorstellen, eine OP zu machen. Mittlerweile schätze ich es, radikal beschnitten zu sein.
Wenn nicht jetzt, dann wird ihm sicher im Laufe der Pubertät klar, dass eine frei liegende Eichel attraktiver ist als eine entzündete Vorhaut. Aber ich denke, er muss das irgendwie selbst verstehen. Vielleicht bei der nächsten Entzündung noch mal fragen, ob da nicht doch dauerhaft Abhilfe geschaffen werden soll.
Aber bei einer eindeutigen Indikation sollte es schon gemacht werden. Abwarten macht die Sache nicht besser.

Auf einer Seite für Jungsfragen wird eine Beschneidungsrate von 19% angegeben, also praktisch jeder Fünfte. Es sind daher nicht gerade wenige, die so „anders“ sind, wahrscheinlich auch einige seiner Kameraden, nur dass er es nicht weiß.
In manchen Klassen oder Sportmannschaften gilt es unter Jungs als Privileg, beschnitten zu sein und manche lassen sich freiwillig beschneiden, weil es besser aussieht.

@zwyzwa danke für deine Antwort

Das einzige Argument war, das er nicht anders aussehen will. Ich hab ihm erklärt das es ist nicht schlimm sei, anders zu sein. Aber naja, gebracht hat es nicht viel. Wir haben ihn auch schon gefragt ob/ wovor er Angst habe, aber eine wirkliche Antwort hat er uns nicht gegeben.
Vielleicht könnte diese Idee klappen. Doch sagt man nicht: "desdo später, desto schlimmer"?

Hat er auch Argumente dafür oder sagt er einfach, er will nicht?
Gegen die Angst kann man ja eventuell was machen, wenn er aber andere Argumente hat, würde ich die ernst nehmen und eventuell mit professioneller Hilfe dagegen angehen.
Ich denke mal, dass sich das Problem erst dann zeigen wird, wenn er die ersten Mädchen kennenlernt oder bei anderen Burschen (Sport,...) sieht, dass bei ihm etwas anders ist.
Mein Neffe hatte abstehende Ohren und hat sich immer geweigert sich operieren zu lassen. Mit 15 ist er dann von sich aus gekommen und hat gesagt, jetzt möchte ich mich operieren lassen. Davor hat er es nicht für nötig gehalten. Hat da immer stark mit seinem Charakter gegen Schmähungen reagiert und das hat nichts ausgemacht.
Also vielleicht kann man ihn ja noch die Zeit geben und dann will er es von sich aus.

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