Atypische Essstörung - wie kommt man da raus?

Hallo liebes Forum,

Ivh habe mich heute endlich dazu entschieden mich hier anzumelden und meine Geschichte zu teilen, weil ich irgendwie nicht weiß wie das weiter gehen soll.
Zu mir: Fast mein ganzes Leben hatte ich eine Essstörung. Als Kind / Teenager hatte ich latente Esssucht. Das schlug so mit 16 in einen Diätwahn und eine akute Magersucht um. Ich war deswegen einige Jahre in Therapie. Das hat mir grundsätzlich auch sehr geholfen. Seitdem stehe ich auf eigene Beinen, habe viele Freunde, gehe aus, habe gute Noten usw. Leider merke ich, dass Körper und Gewicht nach wie vor eine zentrale Rolle in meinem Leben spielen. Ich glaube der Grund dafür ist, dass meine Essstörung immer noch sa ist. Mur eben andres. Schon seit ca 2 Jahren habe ich nächtlichen Essattacken. Eigentlich täglich. Wenn ich viel Stress habe ist es schlimmer. Im Urlaub hatte ich es gar nicht. Aktuell stehe ich vor meiner Abschlussarbeit und die Attacken sind sehr doll. Teilweise habe ich bis zu 1000 Kalorien nachts gegessen!! Da das regelmäßig vorkommt, hat sich mein Alltag inzwischen danach gerichtet. Ich essen den ganzen Tag gar nichts außer abends koche ich eine gesunde Mahlzeit. Zusätzlich treibe ich jeden Tag sport um mein Gewicht zu halten. Das funktioniert auch, aber es ist trotzdem ein unangenehmer Zustand. Ich würde gernewieder etwas abnehmen (bin nach der ms wieder ins obere Normalgewicht gekommen). Doch ich habe den Eindruck, mit diesem Essverhalten klappt das niemals. Ich kaufe inwzischen gar keine Lebensmittel mehr, die nachts 'gefährlich' sein könnten. Also zb Brot, Süßigkeiten, Käse usw. Ich merke dass sich das manifestiert und finde das ganz schlimm. Daher meine Frage : kennt jenand so etwas? Und kann mab etwas dagegen tun? Ich wünsche mir so sehr dass es endlich aufhört. Doch wenn ich dann nachts aufwache bin ich wie ferngesteuert.

Ich bin dankbar über jede Antwort.

Liebe Grüße,
Maxi

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Glucagon - Insulin - Mechanismus

Hallo Zusammen…!

Ich möchte mal hier im Forum, den Mechanismus aufzeigen, welcher für diese Fressattacken zuständig ist…!

Es fängt an der Stelle an, an der der Zucker aus dem Dünndarm in die Leber aufgenommen wird, und es endet dort wo er seiner Arbeit nachkommen kann, also in den Muskeln bzw. dem zentralen Nervensystem.
Die Muskeln und das zentrale Nervensystem sind die Verbrauchsebene.

Damit Zucker (Glucose) von der Leber in die Blutbahn gelangt, wird das Hormon Glucagon benötigt.
Damit nun Zucker (Glucose) von der Blutbahn in die Muskulatur gelangt, ist das Hormon Insulin notwendig.
Damit Glucose ins zentrale Nervensystem bzw. in das Gehirn gelangt, ist kein Hormon notwendig. Interessante Einrichtung von der Natur…!

In der Großhirnrinde, Richtung Stirn (Frontallappen) befinden sich 2 Steuerrelais welche einerseits für das Hormon Glucagon-, und andererseits für das Hormon Insulin zuständig sind.

Die Produktion und Ausschüttung dieser Hormone findet letztendlich in der Bauchspeicheldrüse statt.

Zusammenfassend im Klartext…:
Die Produktion von Glucagon findet in den Alpha-Langerhans-Inselzellen der Bauchspeicheldrüse statt. Das Insulin entspringt den Beta-Langerhans-Inselzellen.
Die Steuerungsrelais sind in der Großhirnrinde zu finden.

Wenn nun eine „reduzierte“ Produktion des Hormons Glucagon stattfindet, kann man dieses Manko immer noch durch Essen (Heisshunger) ausgleichen, über die Verstoffwechselung von Zucker…!

Mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate werden im Magen-Darm-Trakt gespalten und ins Blut abgegeben.

Die Bauchspeicheldrüse misst stetig den Zucker im Blut. Ist dieser hoch, schüttet sie Insulin aus. Ist der Blutzucker niedrig, wird das Hormon Glukagon freigesetzt, dieses mobilisiert Zucker aus den vorhandenen Reserven in der Leber.

Wenn nun eine „reduzierte“ Produktion des Hormons Insulin stattfindet, wird dieses am Ende meist mit einer Insulingabe von außen ausgeglichen.

Vorsicht ist mit allen „Gaben von außen“ (Insulin, Cortison, Vit. D, Calcium) angebracht, weil hier die Gefahr besteht, dass die natürliche Produktion gecancelt wird.

Nach dem Motto, wenn jemand den Kühlschrank von außen immer füllt, wird man selbst nicht mehr Einkaufen gehen…!

Liebe Grüße von JürgenD

Ich verstehe dich zu 100% und ich glaube ich könnte dir ein bisschen helfen

Und zwar geht es mir ähnlich, ich habe mir schon immer viel druck mit meiner figur und meinem essverhalten gemacht und komme und komme einfach nicht raus. ich weiß inzwischen das ich mit diesem krankhaften essverhalten versuche eine lücke zu füllen, die tiefer im unterbewusstsein liegt. das hat verschiedene psychische gründe und ich bin deswegen auch bei einer Therapeutin. Das empfehle ich übrigens jedem weil ich denke es ist etwas positives ansicht selbst arbeiten zu können denn man hilft sich und anderen mit jeder sitzung.
eine grundlegende sache um essattacken zu vermeiden ist, sich ausgewogene und genügende nahrung zuzuführen, denn man bekommt fressattacken dann, wenn dem körper etwas fehlt. das kann wie gesagt etwas psychisches sein wie zum beispiel anerkennung, liebe etc oder ein bestimmter Nährstoff den man über die tägliche nahrung unzureichend zu sich nimmt. geh erst mal zum arzt und mache einen checkup ob du irgend einen mangel hast, und wenn das nicht der fall ist wende dich an einen therapeuten oder eine therapeutin deines vertrauens. da du ja schreibst das die essstörungen dich schon so lange begleiten kann ich mir vorstellen das es eher einen psychischen hintergrund und dann lohnt es sich sowieso, das anzugehen und aufzulösen.
ich wünsche dir alles liebe und hoffe meine antwort erreicht dich noch! :)

Sophie

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