Wie und wann habt ihr es gemerkt?

Ich bin Mitte 20 und trage diese Neigung (weiß nicht ob das der angemessene Ausdruckt ist) schon seit ich 14 bin in mir, zumindestens habe ich dort eine meine ersten Erfahrungen gemacht, die ich damit verbinde. Lange Zeit habe ich geglaubt, mit mir würde etwas nicht stimmen, dass ich nicht in der Lage wäre eine Person "richtig" zu lieben. Ich bin in einer kleinen Stadt in einem eher konservativen Umfeld groß geworden und ich kam lange Zeit nicht auf die Idee, dass es eigentlich eine Menge verschiedene Arten gibt zu leben und zu lieben.

Durch ein Erlebnis vor drei Jahren, das mein Leben auf meine Ansichten auf den Kopf gestellt hat, bin ich zu dem Punkt gekommen, dass die uns von der Gesellschaft auferlegten Normen und Strukturen nicht ausnahmslos die einzig 'richtigen' sein müssen. Es sind die akzeptierten und dadurch am weitesten verbreiteten.

Leider ecke ich mit meinen Ansichten sehr häufig an. Akzeptieren können es einige wenige, verstehen hingegen kaum jemand. Ich fühle mich oft allein gelassen mit meinen Gedanken und zweifle dann doch manchmal daran, ob ich mich vielleicht nicht einfach der Gesellschaft anpassen muss.
Besonders dann, wenn ich einem Menschen begegne, der mein Herz berührt. Seit einiger Zeit versuche ich ganz bewusst meinen Standpunkt immer von Beginn an klar zu machen wenn ich jemanden kennenlerne, aber das ist leichter gesagt als getan.

Ich habe einige spannende Dokus geschaut, Bücher gelesen und versucht mich mit meinen Freunden auszutauschen, was sich allerdings eher schwierig gestaltet hat. Ich würde mir mehr Austausch zu Menschen wünschen, die ähnlich denken, fühlen und das vielleicht auch leben.

Antworten (1)

Ich bin sehr froh deinen Post gesehen zu haben da es mir ähnlich geht.

Ich kenne die Zweifel, ob man sagen kann jemanden zu lieben wenn es auch andere Menschen gibt die einem genauso sehr am Herzen liegen.
Ich bin zirka in deinem Alter und habe vor einem Monat zum ersten Mal einen Kompromiss mit meinem Freund ausgehandelt.

Wir führen eine Fernbeziehung, sehen uns aber jedes Wochenende. Diese Zeit nutzen wir nur für uns zwei, wobei oft viele Dinge, die erledigt werden müssen einfach liegen bleiben, aber das ist es mir Wert.
Unter der Woche verbringe ich sehr viel Zeit mit meinem besten Freund und Liebhaber, wenn man das so nennen möchte. Er motiviert mich zur Arbeit, nach einem anstrengenden Tag erinnert er mich die Kleinigkeiten nicht zu vergessen, und genießt mit mir das ein oder andere Gläschen Wein.
Einmal die Woche steht es mir frei bei ihm zu übernachten, wobei die Regel gilt, dass ich nicht mit ihm schlafen darf.
Vor allen anderen wird dieser 'Beziehungsstatus' aber geheim gehalten.

Dieser Kompromiss ist noch recht jung, und ich merke, dass es meinem Freund schwer fällt, mir diese Freiheit zu geben. Ich kann dir also nicht sagen, ob das wirklich funktioniert, da ich selber viele Gespräche mit den beiden führe.

Ich persönlich weiß nicht ob sich meine Unfähigkeit eine monogame Beziehung zu führen irgendwann legen wird, ob sie einfach nur eine Nebenwirkung der Jugend ist. Es wäre auf jeden Fall einfacher sich der Gesellschaft anzupassen wenn dem so wäre und ich müsste mich nicht für meine Art verstecken.
Ich befürchte allerdings dass mir der Wunsch zur Polygamie bleiben wird, da ich seit ich 13 bin jede Beziehung durch Gefühle für einen anderen ruiniert habe, die nicht einfach verschwinden auch wenn man es sich wünscht.

LG

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