Arbeitskollegin hat Bulimie

Hallo liebe Forenmitglieder. Ich hoffe, ich kann hier von euch etwas Hilfe erhalten, denn ich bin auf dem Gebiet total hilf- und vor Allem erfahrungslos: Eine Angestellte von mir (29), hat binnen des letzten Jahres knapp 20 Kilo abgenommen. Nach längerem Nachfragen meinerseits hat sie nun zugegeben, schwer in Bulimie rückfällig geworden zu sein, welche sie vor acht Jahren bereits einmal überwunden hatte. Auslösend für die jetzige Krankheit waren Ihrer Aussage nach immense sexuelle Annäherungen eines Arbeitskollegen, welchen sie sich auf Grund körperlicher Unterlegenheit nicht zur Wehr setzen konnte (der Kollege erhielt eine Abmahnung).
Sie machte in dem einen sehr privaten Gespräch (in welchem sie auch einige Details offenbarte) die Bemerkung, dass Sie sich sehr dafür schämen würde, rückfällig geworden zu sein. Weiteren Gesprächsversuchen meinerseits versucht sie auszuweichen und das Thema zu tabuisieren. Soweit ich es richtig mitbekommen habe, steht sie alleine mit diesem Problem da und sagt, dass sie es „schon von alleine schaffen“ würde (vor ihrem Mann und ihren Freunden konnte sie die Krankheit wohl bereits über ein Jahr verheimlichen, ich frage mich wie das gehen soll, aber gut).
Sie ist optisch betrachtet nun im untersten Normalgewicht, wenn man das so beschreiben kann. Auf Arbeit knabbert sie an Möhrchen, Tomaten und anderer Rohkost rum, trinkt massen an Kaffee und Wasser mit Apfelgeschmack. Einmal habe ich sie dabei "erwischt", wie sie sich Apfelessig in ein Glas kippte, mit Süßstoff "verfeinerte" und trank. Ich habe sie noch nie etwas „handfestes“ essen sehen. Ihre Bulimie scheint nur zu Hause hinter verschlossenen Türen statt zu finden.
Besteht die Gefahr, dass sie hier wie bei einer Magersucht noch weiter abmagert? Ist es notwendig, hier stärker einzugreifen, wenn ja wie? Ich habe sie bereits darauf Aufmerksam gemacht, dass ich über sie die Fürsorgepflicht hätte und notfalls würde ich weitere Schritte einleiten.
Doch das ist leicht gesagt, wie soll ich das anstellen?
Sie ist zwar jetzt seit längerem Zeitraum auf scheinbar gleichem Gewicht, aber ich sehe, dass es ihr nicht gut geht. Augenränder, blass, rissige Haut, ausfallende Haare. Und trotzdem versucht sie immer noch mit Styling, Schminke und Freundlichkeit alles zu überdecken. Ich mag sie gerne und sie ist eine tolle Mitarbeiterin in ihrem Arbeitsbereich. Was kann ich tun, wie kann ich ihr noch helfen?
Danke im Voraus für eure Hilfestellungen und Denkanstöße.

Antworten (2)
AW

Hallo Trici,
vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich habe meine Kollegin in den letzten Tagen bei ihrem Dienst genauer beobachtet. Ich würde nicht denken, dass sie an den Zähnen Schäden hat. Natürlich kann ich ihr nicht in den Mund schauen. Aber wenn sie lacht, sieht alles heil aus.
Ich habe letzten Freitag beobachtet, wie sie aus der Damentoilette kam, völlig blass und schwankte. Es schien, als suche sie am Türrahmen halt. Ich fragte sie, ob sie in Ordnung sei. Und da war es wieder, dieses alles überspielende Lächeln und ein "Natürlich, mir geht´s gut.". Ich komme mir so hilflos vor, wenn ich daran denke, dass sie ihren Körper anscheinend total kaputt macht und man nichts machen kann?! Wie soll das weitergehen... Letzten Endes bin ich auch nur ihr Chef. Welche Folgen kann diese Krankheit noch für ihre Arbeitsleistung mit sich bringen?

Hallo,
da hat sie dir aber eine ganz schöne Last auferlegt.
Das offensichtlichste Zeichen für eine Bulimie sind eigentlich gelbe und kaputte Zähne, da durch das ständige Übergeben soviel Magensäure in den Mund kommt, dass die Zähne langsam wegätzen.
Ist dies bei deiner Kollegin schon der Fall?
Fürsorgepflicht schön und gut, trotzdem halte ich es für nicht richtig über ihren Kopf hinweg weitere Schritte einzuleiten, geschweige denn ihr "geheimnis" irgendwem weiter zu verraten.
Das einzige, was du meiner Meinung nach machen kannst, ist ihr eine Unterstützung zu sein und sie zu ermutigen und ihr vielleicht wege aufzuzeigen, wie sie aus diesem Teufelskreis kommt.
Noch eine schöne Weihnachtszeit.
Liebe Grüße trici

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