mariolove

Landesgesetz "verweiblicht"

Das neue Tiroler Kinder- und Jugendhilfegesetz ist mit wenigen Ausnahmen in weiblicher Form verfasst worden. Wo? Im scheinbar konservativen Tirol.

Dort ist dies - wie könnte es auch anders sein - auf dem Mist der grünen Landesrätin Christine Baur gewachsen.

Statt von Rechtsanwälten und Ärzten wird also ab nun nur noch von Rechtsanwältinnen und Ärztinnen die Rede sein. Ohne das in Österreich bei Grünen sehr beliebt Binnen-I, denn das sei nicht gesetzeskonform und orthografisch nicht (politisch) korrekt.

Kritiker meinen, in ungleichen Gehältern von Frauen und Männern Wichtigeres zu sehen als die weibliche Formulierung von Gesetzen.

Ich als Mann arbeite also fortan als Rechtsanwältin oder als Ärztin.

Was meint ihr zu diesem meiner Meinung nach an Lächerlichkeit nicht zu überbietendem Auswuchs?

Antworten (9)
Poh-Litiker

Es heisst ja auch Poh-Litiker, die sind echt am Arsch! :)

...

Beim Thema "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" bin ich völlig mit dir einer Meinung; bzgl. Anrechnung von Kindererziehungszeiten spielst du wohl auf die Rente an. Auch hier o.k., aber steuerfinanziert und nicht als versicherungsfremde Leistung aus den Beiträgen der ArbeitnehmerInnen.

Zum letzten Absatz: s. meine Anregung im Raucher-Bereich!

mariolove
Doch...

Also ich habe den Eindruck, dass du gerade - sagen wir - künstlich erregt bist.

Für mich wäre wichtiger, dass endlich Frauen den gleichen Lohn für jene Arbeit bekommen, die auch Männer verrichten und dass sie für ihre "Kinderzeiten" endlich die (finanzielle) Anerkennung bekommen, die ihnen zusteht und nicht das allgemein belustigende "Binnen-I" (allein die Bezeichnung ist ja lächerlich genug!) als Errungenschaft darzustellen.

Aber dazu scheinen die Politiker (damit meine ich Frauen und Männer gleichermaßen!) wie bei so vielem, das der breiten Bevölkerung unter den Nägeln brennt, nicht imstande zu sein.

Mario

...

Also, wenn dein oben zitierter Beitrag sachlich war, dann habt ihr schon eine eigenartige Definition von Sachlichkeit. Was bitteschön ist an RadfaherInnen schlimm??? Und warum muss man deshlab mit so einem Blödsinn wie "geehrt" und "gesiert" daherkommen???? Ziemlich infantil...

Aber, keine Angst, ich rege mich darüber nicht auf. Ist nicht meine Baustelle.

mariolove
Niemand regt sich auf!

Wo sieht Herr Kreisrat eine Aufregung???
Regt er sich gar selbst künstlich auf???

Man sieht:
Wenn es einer politisch geprägten Ideologie nicht passt, kommt künstlich erzeugte "Aufregung" ins Spiel, wo gar keine ist.

Sachlich seine Meinung dazu abzugeben, fällt diesen Leuten dann sichtlich schwer!

Mario

...

Was ich dazu sage? Glückwunsch, ihr habt offenbar keine wirklichen Probleme, wenn ihr euch über das große "I" aufregen könnt...

mariolove
Der "i-Tüpferl-Streit"

Dr. Tassilo Wallentin, Rechtsanwalt in Wien, beschäftigt sich mit Ethik.
Kürzlich erschien in der bunten Beilage der größten österreichischen Tageszeitung ein Beitrag von ihm, den ich hier auszugsweise zur Debatte stellen möchte:

"Das (sogenannte) "Binnen-I" macht aus Schülern "SchülerInnen", aus Radfahrern "RadfahrerInnen" und aus Mitgliedern "MitgliederInnen". Das österreichische Normungsinstitut wollte es wieder abschaffen und erregte damit den heiligen Zorn der "HüterInnen" der geschlechtsneutralen, antisexistischen Sprache.

(...)
Der Begriff "der Bürgermeisterkandidat" sagt noch nichts über das biologische Geschlecht aus (kann also männlich oder weiblich sein). Politisch korrekt mit dem "Binnen-I" versehen, lautet es: "BürgerInnenmeisterInkandidatIn".

Warum wird ein Mann eigentlich noch "gesiezt"? Er müsste eigentlich "geerzt" werden. Und eine Gruppe von Menschen müsste überhaupt "gesieert" werden.

Das Wort "man" ist den missionarischen Antisexisten und selbst der EU ein Dorn im Auge. (...) Tatsächlich bezeichnet es einen Menschen unabhängig von seinem Geschlecht (jemand, niemand etc.). Es hat also mit dem Wort "Mann" nichts zu tun. Genauso wenig wie dämlich von Dame oder herrlich von Herr kommt.

Die politisch korrekte Formel "man/frau" bedeutet daher übersetzt "Menschen und Frauen" (sind demnach Frauen keine Menschen? Ist das politisch korrekt?).

(...)
Essen wir bei McDonald's künftig "HamburgerInnen? Und wie bezieht man die Transsexuellen in die Sprache ein? Um diesen Stolpersteinen zu entgehen, macht man neuerdings aus "StudentInnen" geschlechtsneutrale "Studierende". Wie albern das ist, beweist folgende Todesanzeige: "Die Beisetzung des Studierenden findet im engsten Familienkreis statt".

Wie weit uns die Zwangsjacke schon beschränkt, zeigen die Zusatztafeln im städtischen Verkehr (RadfahrerInnen"?) und Schüler, die nicht mehr merken, welchen Blödsinn die Ansprache "Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder" bedeutet.

Das alles hat mit den berechtigten Anliegen des Feminismus und der Frauenbewegung schon lange nichts mehr zu tun. Es sind Auswüchse der Sprachunkenntnis und einer kämpferischen, von ihrer Fortschrittlichkeit selbstüberzeugten Borniertheit. Und der können wir getrost unser eigenes Denken und unseren Widerspruch entgegenstellen."

Ich gehöre zu jenen, die diese "politische Korrektheit" noch nie mitgemacht haben, und ich kann Dr. Tassilo Wallentin wie immer voll beipflichten.

Was sagt ihr dazu?

Schönen Tag,
Mario

Gender-Politics

Die Gender-Formen von Begriffen haben sicher zu großen Teilen ihre Berechtigung, doch was geht und was nicht geht: ein Blick in den "Duden" hilft.
Persönlich amüsiert bin ich immer, wenn ich von "Mitgliederinnen" lese (- und das ist wirklich überhaupt nicht auf "Glied" bezogen -).

mariolove
Menschinnen??

Wie heißt die weibliche Form von "der Mensch"??
Ist doch echt diskriminierend - oder??

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