Psychische Hürden in der SV-Situation überwinden

Ich habe einige psychische Hürden, die ich überwinden muß, um mich auf der Straße auch zur Wehr zu setzen. Jegliches Drumherumreden verzögert den Prozeß. Jedes Abschweifen ebenfalls. Daher bitte NUR die Fragen beantworten und das Folgende ernst nehmen!:

Es fängt an, sobald ich merke, daß ich körperlich in Gefahr bin und erkenne, ich darf jetzt zuschlagen:

Wie kann ich sicher sein, daß meine Schläge/mein Tritte hart genug sind, was tue ich, wenn mein Gegner stärker ist und sich dann erst recht provoziert fühlt?
Im Sparring habe ich immer aufgehört, wenn es zu hart wurde, auf der Straße kann ich das nicht. Ich habe noch nie jemanden K.O. geschlagen.

Weil ich wiederum weiß, was das angeblich im Gehirn anrichtet. Hirnforscher sind ja schnell, alles mögliche Schlägen zum Kopf zuzuordnen, so als ob das Gehirn nicht in der Lage wäre, sich zu schützen. Oder sich gar zu regenerieren.

KS ist demnach schlecht, denn man wird dement. Sich nicht verteidigen ist schlecht, denn dann steckt man Schläge ein und wird dement.

Woher soll ich wissen, daß ich das auf der Straße kann? Soll ich ernsthafte Verletzungen im Sparring in Kauf nehmen? Mein Trainingspartner wird nicht zugeben, unterlegen zu sein. Ich habe keine Rückmeldung im Kampfsport, wie gut ich bin.

Stecke ich daher draußen lieber ein und laufe weg, ohne überhaupt probiert zu haben, mich zu verteidigen? So habe ich es bislang immer gehandhabt und es führte dazu, daß ich mich nicht mehr vors Haus traute, auch wenn dort objektiv betrachtet keine Gefahr war. Klar, wenn ich immer wieder vor Gefahr weglaufe, zeige ich meinem Gehirn, daß ich nicht mit ihr umgehen kann. Ein denkbar schlechter Weg, der scheinbar all dem "LaufwegLaufweg"-Leuten noch nie in den Sinn gekommen ist. "Lieber dein 'stolz gekränkt als dein Leben'." Ich frage: "was ist das für ein Leben, wenn man es in angst lebt"?

Und wenn ich mich wehre, sagt jeder im Internet-SV-Foren immer, daß ich eh sterbe, da alle anderen ja eh viel besser seien. Wenn das aber so wäre, gäbe es keine Boxer mit unerschütterlichem Selbstvertrauen, die zeigen, daß sie sich auch draußen nichts gefallen lassen. Die wären ALLE tot.

Ich brauche endlich Wahrheiten, diese ständigen Lügen über Gefahren von Menschen, die keine praktische Erfahrung haben, hindern mich daran, mich zu behaupten.

Antworten (1)
Wie du "Psychische Hürden" überwindest

Hi Potus

Erstmal muss ich dir sagen, dass ich mich mit deiner Situation ganz gut Identifizieren kann. Bin damals in einem Problemviertel aufgewachsen und kenne es sehr gut.

Eines Tages hat ein Kollege von mir vor dem Club eine Faust abbekommen, ist unglücklich gefallen und seitdem ein Pflegefall (24 Jahre alt)! Er ist sogar fast daran gestorben. Die Ärzte hatten nur noch sehr wenig Hoffnung. Er lag sehr lange im Koma und hat gekämpft.

Wie du das ganze beschreibst, richtest du dein komplettes Leben nur auf diese eine Sache aus. Die Frage ist: wen willst du was beweisen? Wenn du dir selbst etwas beweisen willst, dann gibt es da sicherlich bessere Methoden, um dein Selbstbewusstsein zu stärken. Zum Beispiel indem du dir Ziele setzt und diese Verfolgst. Bau dir nebenbei ein eigenes Unternehmen auf oder gib anderen Menschen, die mit dem Boxen anfangen wollen nützliche Tipps. Fokussier dich auf die guten Dinge im Leben.

Wenn es zur Auseinandersetzung kommt, biete deinem gegenüber doch ganz einfach an, dass er zu dir in den Box Club kommt und ihr das Ganze im Sparring klärt.

Viele Grüße,
Matthias

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