Rosazea hängt mit Demodexmilben zusammen

Hallo zusammen,
ich bin noch nicht so lange in diesem Forum und möchte mich kurz vorstellen.
Ich bin selber Betroffene seit Anfang Dezember 2018.
Damals fingen meine Hunde plötzlich an, sich zu jucken, nachdem sie intensiv mit anderen Hunden gespielt hatten. Kurz danach fing der Juckreiz bei mir an. Ich dachte zuerst, es sind Flöhe, es gab aber keine typischen Flohstiche. Es fühlte sich an, als ob irgendwelche Viecher über meine Haut krabbeln und ich hatte rote Flecken am ganzen Körper, auch im Gesicht, v.a. an den Wangen. Es entwickelte sich eine Rosazea und eine Blepharitis bei mir. Nach diversen Arztbesuchen und nutzlosen schulmedizinischen Behandlungen (Benzoylbenzoat, Permethrin, Ivermectin) bin ich in Hundeforen auf Demodexmilben gestoßen. Daraufhin habe ich mir ein Mikroskop gekauft und konnte diese Milben mit einem Tesafilmabklatsch bei mir nachweisen. Im Internet habe ich auf deutschsprachigen Seiten sehr wenig dazu gefunden. Dafür auf amerikanischen Seiten um so mehr.
Hier in D weiß praktisch keiner (insbesondere Hautärzte), dass da ein Zusammenhang besteht.
In den USA weiß praktisch jeder um den Zusammenhang. Es gibt eine große Produktauswahl an mehr oder weniger gut wirkenden Mitteln dagegen:
Ihr könnt mal "demodex mites rosazea" googeln.
In China gibt es einen Professor, der seit Jahrzehnten erfolgreich an Demodex / Rosazea forscht und eigene gut wirkende Cremes dagegen entwickelt hat. Er hat dafür schon einige Preise bekommen.
In der Ayurveda wird traditionell Neemöl 25%ig erfolgreich angewendet.
Teebaumöl (5% / 50%) bringt auch sehr gute Erfolge.
Wichtig ist, dass die erwachsenen Milben, die an die Hautoberfläche kommen, immer wieder mechanisch entfernt werden (abwaschen / abtackern / an den Haaren regelmäßig absaugen). Es gibt eine amerikanische Studie zu Blepharitis, bei der auch mit 50% Teebaumöl am Lidrand behandelt wurde. Nur bei der Gruppe, bei der die Milben danach (nach ca. 5 Minuten kommen viele erwachsene Milben an die Oberfläche) entfernt wurden, haben sie die Milbenpopulation nach 4 Wochen auf 0 bekommen.
Wichtig ist auch, dass das Immunsystem gestärkt wird (Darmsanierung, Wiederaufbau mit Milchsäurebakterien, gute Ernährung ...).
Es gibt sehr gute Informationen zu dem Thema Demodex / Rosazea bei Dominik Golenhofen.
Ach ja, auch wenn die meisten Ärzte behaupten, es kann nicht zu einer Übertragung von Hund zu Mensch kommen, stimmt das nicht! Bei mir war es so und auch zwischen Menschen ist die Milbe bei intensivem Kontakt übertragbar.
Insgesamt braucht man hier einen langen Atem und die Behandlung / Heilung ist langwierig, aber möglich.
Ich bin selber im Moment deswegen arbeitsunfähig. Da ich selbstständig bin, habe ich mir einfach 4 Wochen frei genommen und kann jetzt den ganzen Tag meine Behandlungen durchführen.
Ich benutze Teebaumölshampoo mit 25% Neemöl für Haut und Haare. Zum Eincremen habe ich diverse, gut verträgliche Cremes mit 25% Neem-/10% Teebaumöl versetzt. Dazwischen bin ich nur mit der mechanischen Entfernung der Viecher beschäftigt. Ich komme mir manchmal vor wie besessen, merke aber, dass es dadurch immer besser wird.

Antworten (2)

Hallo Isolde,
ja, es ist viel besser geworden. Ich arbeite mittlerweile wieder.
Zunächst habe ich, wie oben beschrieben, die Teebaum-/ Neemölmischungen angewendet. Ca. 5 Minuten später habe ich geduscht.
Das hat geholfen, aber nicht den wirklichen Erfolg gebracht. Unterschwellig war das Jucken immer noch da.
Eigentlich hatte ich dann vor, im Februar, nach 4 Wochen, wieder zu arbeiten.
Leider kam es dann zu einem massiven Schub im Gesicht und am Hals. Das Gesicht war so geschwollen, dass ich aussah, wie zusammengeschlagen. Am Hals waren viele rote Flecken, die aussahen wie Stiche.
Mittlerweile waren aber Gott sei Dank meine 2 bestellten Cremes aus China eingetroffen (ZZ- /XFML-Creme).
Ich habe dann angefangen mit der Schwefelcreme (ZZ). Damit habe ich 2-3 x am Tag Gesicht und Hals dünn eingecremt. Die Augen habe ich ausgespart.
Diese Creme hat tatsächlich direkt geholfen. Leider hat sie das Gesicht sehr ausgetrocknet, fast schon verbrannt, so dass sich die Haut anschließend geschält hat.
Deswegen habe ich danach ca. 6 Wochen mehrmals am Tag die andere Creme dünn aufgetragen. Die ist mit Metronidazol, einem Antibiotikum.
Diese Creme kann man bis an den Lidrand auftragen.
Für den Körper habe ich auf Schwefelbäder umgestellt. Außerdem innerlich MSM-Pulver. Die Haare wasche ich mit einem chinesischen Shampoo. Es wurde damit insgesamt viel besser.
Das Problem bei der Sache ist, dass mir das in Mund, Nase und Ohren eingewandert ist. Ich bin nicht sicher, ob es jetzt noch um die Milben geht. Ich glaube mittlerweile, dass sich ein Pilz dazugesellt hat.
Ich hatte den ganzen Mund aufgebissen, zuerst Zunge und Gaumen, dann Hals innen mit weißem Belag. HNO hat nichts entdecken können.
Danach starker Husten mit Auswurf, heftige Stiche an verschiedenen Stellen in der Lunge, in den Neben- und Stirnhöhlen, hinter den Augen, in den Ohren.
Ich habe mein Sputum und mein Blut dann selber bei einem Labor untersuchen lassen. Es wurde im Sputum Candida gefunden. Im Blut waren Antikörper.
Irgendwie nimmt das aber kein Arzt so richtig ernst.
Aktuell behandle ich mich quasi selber mit v.a. Schwefelprodukten.
Irgendwie komme ich jetzt so über die Runden.
Im Moment habe ich ab und zu an verschiedenen Stellen Juckreiz und der Hals innen ist permanent aufgebissen. Die heftigen Stiche im Körper sind weg.

Mechanisch Entfernen

Hallo, danke für deinen interessanten Beitrag. Bist du inzwischen Herr bzw Frau über diese lästigen Tierchen geworden?
Mich interessiert genauer, wie du das mechanische Entfernen angehst:
Cremst du deine Haut mit diesem Öl-Cremegemisch ein und wartest 5 Minuten, um die erwachsenen Tierchen abzurubbeln?
Wie oft am Tag hast du das gemacht?
Lg

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