Schwindel und Begleiterscheinungen seit über 2 Monaten

Moin,
ich habe seit über 2 Monaten deutliche Beschwerden mit Schwindel und mit unheimlich vielen Begleiterscheinungen, wie Empfindungsstörungen in den Beinen und Armen oder z.B. der Kopfhaut (Hitze/Kälte/Kribbeln) und verhaltene Sehstörungen (Lichtblitze, hohe Blemdempfindlichkeit, leichte, unterschiedliche Farbwahrnehmungen je Auge, 2 Augenärzte konnten nichts an den Augen feststellen)

Von Ärzten wurde ich anfangs mit der Diagnose Angststörung weggeschickt, was absolut keinen Sinn für mich ergeben hat, denn die Probleme schienen und scheinen in Phasen zu verlaufen, in denen ich mich sowohl schlecht als auch oft mental ausgesprochen gut gefühlt habe, daher sehe ich den Zusammenhang nicht. Ich habe eine ausgewogene Work-Life-Balance mit vielen Freiheiten im Job, meine Arbeitgeber sind äußerst tolerant - das zeigt sich auch gerade jetzt wo ich durch Arztbesuche deutlich hohe Ausfälle habe...

Meine Diagnose Angst habe ich oft erhalten, ohne dass sich irgendwelche Ergebnisse/Werte angeschaut wurden, rein von der Aufzählung der Symptome und meinem Erscheinungsbild wusste man offenbar was mit mir los sein sollte... "Sie sehen doch gut", oder "Darüber brauchen wir gar nicht diskutieren" waren u.a. Aussagen, auch vom Neurologen.

Zum Glück bin ich nun an eine Allgemeinärztin gelangt, die etwas kooperativer, aber weiterhin skeptisch scheint und ich bin überzeugt, dass ich dort ansetzen kann, aber dass zur Klärung meiner Symptome doch etwas mehr fachgerichtete Unterstützung brauche.

Der Grund warum ich hier schreibe ist, dass ich mich gern mitteilen möchte. Zum einen weil es mir selbst hilft, damit umzugehen. Die Erfahrung, die ich im Augenblick durch die Ärztebesuche mache, ist der Wahnsinn. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es so schwer sein könnte, eine adäquate Versorgung/Beratung zu bekommen oder überhaupt erst einmal einen Termin, obwohl manche Symptome echt akut sind (bei mir zum Beispiel grundlos steigender und fallender Blutdruck - meine Ärztin hielt einen Blutdruckanstieg von 120 zu 75 auf 190 zu 115 ohne körperliche Anstrengung für normal!! Glücklicherweise hat sich das wieder gelegt..). Ich verstehe natürlich zeitgleich, dass die Beschwerden ja nicht auf etwas hindeuten, die sich jeder Arzt erklären könnte.

Ich kann mir aber jetzt so gut vorstellen, warum viele Menschen mit gewissen Beschwerden nie gehört werden und dann irgendwann an den Folgen einer anfangs vielleicht noch behandelbaren Erkrankung stark leiden müssen.

Zum anderen würde ich gern einfach von anderen hören, welche Erfahrungen sie gemacht haben, ob es um das Thema Arztbesuche und die Schwierigkeiten dabei geht oder um ähnliche Erfahrungen mit solchen Symptomen. Ich habe im Leben aufgrund einer anderen Sache die Erfahrung gemacht, dass ein solcher Austausch oft viel mehr bewirkt als der Gang zum Arzt. Manche Dinge kann man sich nur selbst erklären - und so sehe ich es momentan mit meinen Symptomen auch. Ärzte sind auch nur Menschen, die Dinge übersehen oder falsch deuten können, daher bin ich im Augenblick ziemlich damit beschäftigt, die Dinge aktiv in die richtige Richtung zu bewegen, das bedeutet natürlich auch, dass man anfangs an vielen Stellen herumgräbt, die nicht unbedingt zum Ziel führen, aber auch manchmal etwas anderes, unerkanntes aufdecken, was auch nicht schlecht ist (ich habe durch die Untersuchungen eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostizieren können)

Mein MRT hat aus Sicht der radiologischen Praxis keinen Befund ergeben. Ich selbst sehe 2 Stellen, die für mich fragwürdig sind, das heißt momentan bin ich (was neben der Arbeit zeit-technisch gar nicht einfach ist) dabei, die richtigen Spezialisten zu finden, die herausfinden können, was sie auf den Abbildungen bedeuten, u.a. "bewerbe" ich mich schon wieder einmal bei einigen Neurologen.

Eine Stelle der beiden liegt im HNO-Bereich, diese wurde offensichtlich beim Radiologen auch nicht "entdeckt" obwohl sichtbar. Schon vorm MRT habe ich mich gefragt, ob sie erkannt wird. Ich kenne diese Stelle schon länger, da ich sie tasten und spüren kann, habe ihr aber in der Vergangenheit keine Große Bedeutung zugeteilt. Diese Stelle sieht man jedoch auch deutlich im MRT, sie unterscheidet sich auch deutlich von der anderen Kopfhälfte, sind also nicht symmetrisch.

Inwiefern sie für meine Symptome verantwortlich sein könnte, das mag ich nicht zu beurteilen, daher muss ich mich jetzt wieder mal mit dem HNO in Verbindung setzen (was ich erstmal sein lassen hatte, da der HNO nichts finden konnte).

Meine Erfahrung ist auch seit meiner Beschwerden, dass es fast nie ausreicht, sich auf die Meinung eines(!) Arztes zu verlassen, sondern dass man sich mindestens eine Zweitmeinung einholen muss, wenn es um ernstere Beschwerden geht. Meine Schilddrüsenwerte wurden erst nach der 5. Blutabnahme richtig gedeutet!

Also, wie sind eure Erfahrungen.

Antworten (2)

Hallo Patrick,
deine Schwindel- und Begleitsymptome kommen mir sehr bekannt vor und ich habe eine sog. Vestibuläre Migräne. Falls du noch keine Lösung hast, kann ich dir nur empfehlen in eine spezialisierte Schwindelambulanz, z.B. in München, zu gehen.
Alles Gute!

Hallo Patrick, gerade nur durch Zufall gelesen, da mein Mann Schwindel etc. auch seit Jahren hat, aber diagnostische Abklärung soweit im grünen Bereich; Übungen machen, Vitamin D auffrischen usw.
Ich hatte Deine Anzeichen vor 36 Jahren, sie gingen wieder. Sie kamen wieder vor 26 Jahren, gingen leicht zurück.
Dann kam 1997 die Diagnose MS.
Keine Panikmache; ist eine einfache Untersuchung, wenn Du den richtigen Arzt hast.
Gruß

Heike

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