Unsere Tochter (11) kann nicht mehr stehen oder laufen

Hallo,
wir haben uns hier registriert weil wir etwas ratlos sind ob wir mit unserer Tochter auf dem richtigen Weg sind und uns vielleicht jemand mit seinen Erfahrungen helfen kann.

Wir sind Eltern einer sehr lebenslustigen elfjährigen Tochter. Das akute Problem ist, dass sie seit 6 Wochen von heute auf morgen keine Kraft mehr in den Beinen hat und deshalb auch nicht mehr stehen kann.

Nachdem alle körperlichen bzw. orthopädischen Ursachen im KH über MRT's ausgeschlossen wurden, hat man uns geraten unsere Tochter in einer Klinik für Kinder- & Jugendpsychologie vorzustellen. Dort ist sie nun seit 1 Monat und man sagt uns, dass es eine langwierige Behandlung (mind. 3 Monate) sei, bis unsere Tochter wieder stehen kann. Als erstes wurde ihr dort der Rollstuhl weggenommen und sie bekam einen Rollator worauf sie sich sitzend mit den Füssen nach vorne ziehen muss. Da dies sehr mühsam für sie ist, ist sie nach 1 - 2 Metern erschöpft und zieht sich dann an Türrahmen oder ähnl. weiter. Die Ärzte nennen es Somatisierungsstörung und behaupten das unsere Tochter - wenn sie nicht beobachtet ist - stehen und laufen würde. Dies zweifeln wir aber stark an.

Sie ist jetzt 1 Monat in stationärer Behandlung und hat seid dieser Zeit kaum die Sonne gesehen da die Therapie darin besteht, dass sie sich selbst die "Freiheit" (Ausgang in den Garten) erarbeiten muss.

Die vermutete Ursache ihrer Krankheit ist wahrscheinlich eine vor 3 Jahren mislungene Lumbalpunktion wobei sich erst verstochen wurde. Nachdem der Chefarzt dann nach einiger Zeit gerufen wurde, wurde dann ein zweites Mal gestochen und man sagte ihr, sie soll sich nicht bewegen, da sie sonst gelähmt sein könnte. Da war sie 8 Jahre alt!! Es durfte kein Elternteil anwesend ein.

Danch hatte unsere Tochte ihr erstes Trauma und sie konnte ganze 3 Monate nicht sitzen weil sie an der Stelle wo gestochen wurde starke Schmerzen verspürte. Auf keinem MRT oder Röntgenbild war aber etwas zu sehen. Dann von heute auf morgen ging es wieder. Seit dieser Zeit (ca. 3 Jahre) hatte unsere Tochter regelmäßig mittlere bis starke Rückenschmerzen mit denen sie schon zu leben wusste.

Jetzt wurde der aktuelle Vorfall dadurch ausgelöst, dass sie beim Jazz-Dance bei einer Rolle rückwärts falsch aufgekommen ist und ein Knacken im Rückenbereich verspürt hat (ähnlich dem knacken was sie auch während der Punktion verspürt hatte). Am abend nach dem Tanzen hatte sie starke Schmerzen in der Seite (Rippenschmerzen) die wir mit einer Wärmflasche versucht haben zu lindern. Da konnte sie aber noch laufen.

Am nächsten Morgen war es dann soweit, das sie überhaupt keine Kraft mehr in den Beinen hatte. Sie hat zwar Gefühl in den Beinen aber keine Kraft. MS konnte glücklicherweise über die MRT's ausgeschlossen werden, da keine Entzündungen im Gehirn zu sehen sind.

Daher der klare Befund der psychosomatischen Ursache weshalb sie seit 1 Monat in der Klinik (Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychologie) ist.

Seit 2 Wochen muss sie täglich 3 x 3 Stehübungen an einer Sprossenwand durchführen. Danach darf sie 5 Minuten kurz in den Garten. Bei diesen Übungen steht sie aber nicht. Sie hängt mit ihren Armen an einer Sprossenwand aber Kraft aus den Beinen kommt noch keine. Auch werden alle Stehübungen am Rollator von ihr ausschließlich mit der Kraft aus ihren Armen durchgeführt und die Beine sind schwach wie Pudding. Obwohl die Klinik behauptet das unsere Tochter auf jeden Fall wieder stehen kann und sie es wohl anscheinend auch kann, haben wir Zweifel ob sie dort in der richtigen Behandlung ist da ihr Therapieplan recht dürftig ist. Maximal hat sie neben den täglichen Steh- oder eher "Hängeübungen" 1 Therapiegespräch mit ihrer Therapeutin pro Woche zu der unserer Tochter auch nicht das richtige Vertrauensverhältnis hat und evtl. 1 x Körpertherapie. Ansonsten langweilt sich unserer Tochter sehr. Auch erhält sie schon seit 4 Wochen keinen Schulunterricht. Wir hoffen, dass zumindest das jetzt nach den Osterferien in der internen Schule losgeht.

Sie ist unsere einzige Tochter und uns sowie die ganze Familie mit ihrem Freundeskreis belastet die Situation sehr stark da auch von den Ärzten der Besuch nur auf uns den Eltern eingeschränkt wurde..

Wir sind über jeden Rat sehr dankbar!

Antworten (1)
Also ich bin kein Experte, hab aber

Mal beim Orthopäden gearbeitet und ob sie was psychosomatisches hat, bzw. Trauma, kann ja gut sein, aber mitten beim Sport, dass klingt so, als ob etwas blockiert ist oder der Punktionort evtl. verletzt ist. Ich würde sagen, sucht Euch einen Orthopäden, der sich evtl. auf Chirotherapie und Akupunktur versteht und sich mal das MRT anschaut, wo sich verstochen wurde, allein dass müsste abgeklärt werden, was da knackt. Schaut mal, ob ihr eine Uniklinik findet und da Orthopädie oder Neurologen. Es ist so, dass man gern was auf psychische Störung schiebt und etwas anderes dahinter steckt und so hört sich das bei Eurer Tochter an. Da würde ich gleich bei einem Fachmann oder Krankenkasse nachfragen, ob es ein Behandlungsfehler gab, der das verursacht hat, aber Vorsicht, Ärzte untereinander tun sich nichts, eher die Krankenkasse erstmal fragen. Ich wünsch Euch viel Glück!

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