Wem nützen Hausarztverträge mehr: dem Patienten oder dem Arzt?

Meine Krankenkasse hat mir empfohlen mit meinem Hausarzt eine sogenannten Hausarztvertrag abzuschließen. Ich fühle mich irgendwie dadurch unter Druck gesetzt. Welche Vorteile hätte ich als Patient und welche Vorteile mein Hausarzt? Wer könnte mir dazu näheres mitteilen? Danke vielmals. Gruß, Phine

Antworten (11)
Lassen Sie sich nicht knebeln!

"Sorry, aber die freie Arztwahl gilt auch bei Hausarztverträgen."

Nein!!! Es ist ja eben Sinn und Zweck dieser Hausarztverträge, die Patienten an den Hausazt zu binden, der ggf. die Überweisung zum Facharzt vornimmt. Für seinen somit intensiveren Betreuungsaufwand erhält er mehr Geld. Darum geht es, genauso wie um die Aufweichung von Patientenrechten wie das der freien Arztwahl (Wozu mit eindeutigen Problemen wie dermatologischen, urologischen, orthopädischen etc. pp. erst noch zum Hausarzt, um dann sowieso zum logischerweise zuständigen Facharzt zu gehen?), der ärztlichen Schweigepflicht oder der Kontrolle über sensible Daten.

Der mündige (!) Patient sollte sich darüber im Klaren sein, womit die vordergründigen Vorteile erkauft werden.

In Kreisen der Notfallmedizin kursiert der Rat, daß der Hausarzt so heißt, weil er am besten zu Hause bleibt. ;)

Moderator
An den letzten Beitrag

Kennst du den Unterschied zwischen einem Chat und einer Diskussion? Scheinbar nicht, vielleicht bist du ja gar noch nicht in dem Alter, eine vernüftige Diskussion zu führen zu können. Aber du wirst das auch noch lernen. Bis dahin bist du vorläufig mal gesperrt!

@ MissMarieIsCurious

Das hier ist ein Diskussionsforum und kein Chatroom, solche Privatchats sind nicht erlaubt. Das kannst Du in den Forenregeln nachlesen!
Wenn das nochmal vorkommt wirst du verwarnt!
;-)

Kommt das jemandem bekannt vor?

Moderator
Tja....

Auch Mods sind Menschen....
;-)

Dachte dass in den Forenregeln...

... steht dass man keine Privatchats führen darf???

Moderator
@Tom92

Also meine Eltern haben so was, und mich betrifft das ab nächstes Jahr auch, glaub ich. Es geht einfach darum, dass beim Hausarzt alle Gesundheitsinformationen zusammenlaufen.

Wenn ich sage ich brauch das Quartal eine Überweisung für den Hautarzt, dann bekomm ich die, oder für den Frauenarzt oder den Orthopäden. Mein Arzt sagt auch, dass ist nicht mein Aufgabengebiet, das soll sich mal der Orthopäde angucken, und er bekommt dann einen Bericht. Das geht aber nur mit Überweisung.

Und nein, der Krankenkassenbeitrag wird nicht günstiger, aber du musst nur noch einmal im Jahr Praxisgebühr bezahlen und hast verschiedene Vorsorgeuntersuchungen dabei, die die Kasse sonst nicht bezahlen würde. Aber jede Krankenkasse handelt ihre Hausarztverträge selbst aus. Das kann von Kasse zu Kasse verschieden sein. Bisher habe ich noch nie gehört, dass ein Arzt die Überweisung verweigert. Ich seh das auch so, dass z.B. Untersuchungen nicht doppelt gemacht werden und es eine Stelle gibt, wo alle Infos zusammenlaufen. Wenn man ohne Überweisung zum Facharzt geht, erfährt der Hausarzt ja nie etwas von der Diagnose oder den verordneten Medikamenten. Das zu wissen verbessert doch die Versorgung. Also mein Opa war früher so, zu dem Arzt röntgen, zum andern Arzt röntgen, weil die nie voneinander wussten.

Und ehrlich, du siehst doch jeden Tag was Menschen hier schreiben. Wenn der gesunde Menschenverstand aussetzt und Leute erst zum Arzt gehen, wenns wirklich nicht mehr anders geht, dann ist ihnen manchmal nicht mehr zu helfen.

Dazu kommt, dass viele Menschen nicht mit ihren Ärzten reden, sie nehmen alles als selbstverständlich hin, wenn ein Arzt was sagt, und gehen dann hierher oder googeln, nach Fachbegriffen, und werden dann mit Fehlinformationen und Halbwissen überschwemmt. Oder sie erzählen ihren Ärzten nicht alles, weil es ihnen peinlich ist. Ich war schon immer so und muss nur das Wort wiederholen und mein Arzt fängt an zu erzählen. Er holt Bücher und Modelle raus und erklärt mir dies und das. Und warum? Weil es seine Aufgabe ist. Es ist doch wichtig, dass ein Patient versteht, was mit ihm gemacht wird. Da hilft echt das Lied von der Sesamstraße: Wer, wie, was, der, die das, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm!

Sicher gibt es schwarze, profitgeile Schafe unter den Medizinern, aber das ist eine Frage der Ethik und Moral. Ärzte sind auch nur Menschen, warum sollten sie anders sein, als der Rest, als Banker? Weil wir es uns wünschen? Schöne Utopie. Die Hausarztverträge verpflichten die teilnehmenden Mediziner unter anderem auch zu regelmäßigen Fortbildungen, was soll daran schlecht sein?

Moderator
@ MissMarieIsCurious

Hmmm .., soviel ich weiß, ist bei einem "Hausarztvertrag" der Krankenkassenbeitrag günstiger und der Krankenversicherte verpflichtet sich immer erst seinen Hausarzt aufzusuchen und sich vom dem untersuchen zu lassen. Der Hausarzt entscheidet dann, ob der Patient zu einem Facharzt überwiesen werden muss. Ist der Hausarzt der Meinung, er kann dem Patienten auch ohne Facharzt helfen, muss er den Patienten zu keinem Facharzt überweisen.
Wenn der Versicherte trotzdem zu einem Facharzt geht, könnte es eine "kräftige" Nachzahlung an Krankenkassenbeiträge an die Krankenkasse geben, oder habe ich da etwas falsch verstanden, bzw. falsch gelesen?
Aber auch egal, wie ich es auch geschrieben habe, eigentlich sollte es Vorteile für den Patienten geben.

Moderator
Und...

...ich habe weder von meiner Familie, noch von Freunden etwas anderes gehört. Also meine Freundin ist wo ganz anders, und bei der läuft das auch so. Also eigentlich ist es sogar so, dass die Hausärzte gerne überweisen, weil sie dadurch bei Verschreibungen ihr Budget entlasten. So hat mir das zumindest mein Hausarzt erklärt.

Moderator
@Tom92

Sorry, aber die freie Arztwahl gilt auch bei Hausarztverträgen. Das hätten die Hausärzte auch so gemacht.

Wenn ich zum Facharzt will, muss ich noch nicht mal zum Hausarzt selber. Ich geh hin und sag zur Sprechstundenhilfe ich brauch ne Überweisung für da und da und gut ist.

Moderator
@ MissMarieIsCurious

Hmmm ..., es soll da auch Fälle geben, da hat der Hausarzt, der ja beim "Hausarztvertrag" als Lotse zu den Fachärzten dienen soll, so lange an den Beschwerden ohne Plan "rumgedoktert", bis es fast zu spät war. Die Patienten durften ja nicht einfach so zu einem Facharzt gehen, auch als es ihnen nach mehreren Behandlungen nicht wirklich besser ging.
Das könnte im schlimmsten Fall ein Hausarzt ausnutzen um alles "auszuprobieren", für das er von den Krankenkassen Geld bekommt, egal ob es jetzt wirklich sein muss und wirklich hilft.
Eigentlich sollte der Patient davon Vorteile haben, aber daher kann ich leider nicht sagen, ob der Patient oder der Arzt Vorteile hat. Das kommt wohl auch darauf an, was für einen Hausarzt man hat. Unser Hausarzt sagt z.B. bei einigen Beschwerden gleich, da gehen sie besser gleich zum ....., hmmmm …, aber wir haben auch keinen Hausarztvertrag.

Moderator
@Phine

Die Internetseite deiner Krankenkasse hat da bestimmt tausende Informationen für dich. Du hast als Patient eigentlich nur Vorteile.

Suche mal nach "Hausarztvertrag" in Google, da gibt es wirklich mehr als genug Seiten, die dir näheres mitteilen können.

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