Zölibat nicht mehr zeitgemäß

Wie ist eigentlich das Zölibat entstanden und warum hält die katholische Kirche daran noch fest? Ich finde es ist nicht mehr zeitgemäss, wie seht ihr das?

Antworten (3)
Zölibat und die Folgen

Grundsätzlich halte ich es nicht für gut wenn jemand gott für oder gegen das zölibat anführt. solche behauptungen sind unseriös.
das zölibat ist relativ jung, erst seit 1139 durften priester nicht mehr heiraten. das zölibat wurde zu keiner zeit von der mehrheit der priester eingehalten.
gründe:
bestimmend für das zölibat war, der weitverbreitete antike glaube, der erfolg des rituals hänge von der priesterlichen keuschheit ab. natürlich spielen auch noch finanzielle fragen und die frei verfügbarkeit eines unbeweibten klerus eine rolle.
strafen bei verstoss des zölibatsgesetzes:
fasten, gedstrafen, amtsverlust, exkommunikation, folter, lebenslange busse im kerker, erbunfähigkeit, und versklavung der jeweiligen frauen. priesterkinder wurden entrechtet, oder versklavt. es gibt dazu viele erschütternde geschichten.
die folge davon war, dass sich viele priester an huren hielten.
folgen:
die krise des katholizismus ist auch eine zölibatskrise. mindesten 30% der katholischen priester sind homosexuell, 5% bevorzugen sex mit kindern (siehe richard sipe report) auch die theologin ranke heinemann macht das zölibat für den sexuellen missbrauch hauptverantwortlich.
wem das thema näher interessiert: deschner, "das kreuz mit der kirche."

Hallo...
Treffen sich zwei katholische Priester.
Sagt der Eine zum Anderen: " Wir werden wohl das Ende des Zölibats nicht mehr erleben." Sagt der andere." Wir nicht, aber unsere Kinder."
tschauu siggi80

Zoelibat jein

Den Zoelibat gab es in den Anfaengen der Christentums noch nicht. Er ist erst viele Jahrhunderte spaeter festgeschrieben worden. Die Idee war wohl, dass man zoelibataer lebend, das Wort Gottes wirkungsvoller verkuendigen kann.
Doch nun zu den Fakten:
Ein zoelibataer lebender Geistlicher muss sich nicht um Frau und Kinder kuemmern, und ist dadurch unabhaengiger und weniger erpressbar.
Er kann sich intensiver mit Gott und seinem Wort auseinandersetzen, weil ihm mehr besinnliche Zeit zur Verfuegung steht, ohne die Sorgen einer Familie tragen zu muessen. Deshalb ist der Zoelibat fuer Geistliche uneingeschraenkt empfehlenswert.
Aber den Zoelibat zum Gesetz zu machen ist vor Gott nicht gut, und gegenueber dem Boesen alles andere als klug.
Es zeigte sich insbesondere im Mittelalter, wo der Zoelibat nicht verhindert hat, dass im Namen der Geistlichkeit schwerste Suenden begangen worden sind (Folterungen, Verstuemmelungen, Hexenverbrennungen usw.), und heute sind es die Sexskandale.
Man soll nicht Ausreden suchen - und dennoch, eine der moeglichen Ursachen fuer die Entgleisungen koennte der aufgestaute Frust sein, der leider Gottes durch die zoelibataere Lebensweise entstehen kann.
Bringen wir es auf den Punkt.
Religion darf niemals Selbstzweck sein.
Die Frohbotschaft Jesu duerfen wir auf keinen Fall aus den Augen verlieren. Im Zentrum stehen die beiden Hauptgebote der Gottes- und der Naechstenliebe die ueber allem stehen. Alle himmlischen Gesetze sind diesen beiden untergeordnet und stehen nie im Widerspruch zu diesen.
Dafuer braucht es die besten Leute die die Frohbotschaft verbreiten und auslegen helfen. Nur die beste Wahl ist gut genug, denn es sollen so viele Menschen wie nur moeglich in das Reich Gottes aufgenommen werden.
Wenn man einen hervorragenden Menschen hindert das Priesteramt auszuueben nur weil er verheiratet ist, heisst das in Kauf zu nehmen, dass viele Menschenseelen es nicht schaffen in das Himmelreich zu gelangen.
Aber auch die hohe Geistlichkeit wird einmal vor Gott Rechenschaft ablegen und erklaeren muessen, warum sie viele der Allerbesten nicht zum Priesteramt zugelassen haben.

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