Ich bin hochbegabt, wie kann ich mich "fördern"?

Hallo!
Ich bin 14 Jahre alt und habe einen IQ von 135, das bedeutet also "hochbegabt". Allerdings mache ich mir meine Intelligenz außer in der Schule nicht gerade zum Vorteil - was ich damit sagen will, ich spiele gerne Computer, treibe gerne Sport, treffe mich mit Freunden usw. Aber ich setze mich selten Zuhause hin und nehme mir ein Buch - z.B. über Chemie o.Ä. - und lese darin. Jedoch ist es so, dass ich selbst auch gerne etwas machen würde, meine Intelligenz fördern würde. Nur WIE? Ich bin zugegeben etwas faul, mache also von alleine nicht viel. Sagt mir aber jemand "Tu dies, tu das" dann gehorche ich in den "meisten" Fällen ;-)
Hat hier irgendjemand eine Idee bzw. vielleicht sogar Erfahrung?
Ich bedanke mich schonmal im Voraus!
MFG Maximum

Antworten (20)
Mensa Juniors

Ich kann dir den Mensa e.V. empfehlen. Die haben auch einen Bereich für Kinder (Kids & Juniors).
Dort bekommst du Kontakt zu gleichaltrigen Hochbegabten. Zudem bietet Mensa eine regionale und bundesweite Aktivitäten (Camps, Seminarwochenende etc.).

Von schlechten Schulnoten sind viele Hochbegabten betroffen (sgn. Minderleister).
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/minderleister-leider-hochbegabt-1597225.html
Haben deine Eltern mit deinen Lehrern über Fördermöglichkeiten gesprochen?

Informationen und Hilfe bekommt ihr auch beim Schulamt der Stadt, der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind und vielen anderen Vereinen/Organisationen. Sucht einfach mal nach "Hochbegabung" + "Wohnort".

Ich auch :o

Ich bin 15 Jahre alt und früher dachte meine Mutter ich habe AHDS ,
also haben wir das eines Tages testen lassen.
Mit dabei war ein IQ Test, wo am Ende herauskahm, dass ich anscheinend 142 IQ habe. Ich hingegen habe das gefühl dieser Verstand versauert in mir drin und es gibt irgendeine Blockade, naja ich bin sehr faul, spiele auch viel computer doch wirke nach aussenhin ganz normal .
Doch obwohl ich so schlau sein solle, bin ich in der schule mehr als schlecht .
Ich habe schon viel im Internet nach Hilfe gesucht und weiß nicht was ich tuhen soll um dieses Wissen zu nutzen !
Ich merke zwar das ich schlauer bin als meine Schulkameraden, ich habe schon als Kind viele Wörter mit Farben verbunden oder Gegenständen .
Ich habe ein Irre gutes Gedächnis und kann mich an ALLES erinnern bis 2 Jahre, WIESO .. bin ich dann so schlecht in der schule ?! :(
Ich brauche hilfe, Danke
Mit freundlichen Grüßen Moritz.

...

@ Rainbow
"alle sind bescheuert - nur ich weiß nicht wohin mit meiner Schlauheit"
Das habe ich erstens nie geschrieben und zweitens hatte ich nie die Absicht zu sagen, dass ich zu schlau bin für alle anderen o.Ä.! Es kommt vielleicht so rüber, aber das wollte ich ganz und gar nicht sagen!
Zudem halte ich mich nicht für einen besseren Menschen! Wozu sollte ich angeben?? Jeder weiß, dass Hochbegabung nichts SO besonderes ist, ich wollte einfach bloß wissen, wie ich sie - wenn ich sie schon besitze - auch zu meinen Vorteilen verwenden kann! Wenn du irgendwo gut bist, dann möchtest du das doch auch nutzen, oder sind dir deine Fähigkeiten egal?

Wenn du Teenies als normal ansiehst, die jeden x-beliebigen Typen anpöbeln und, wenn keiner hinguckt, die Faust ins Gesicht schwingen, dann finde ich das nicht mehr ganz "dicht". ---> Gut, das war jetzt ein bisschen übertrieben, aber es ist nunmal die schlimmste Jahrgangsstufe an unserem Gymnasium und weit hergeholt ist das auch nicht!
Naja, meine Schule ist ja auch bloß ein kleines Gymnasium mit gut 1000 Schülern... Jedenfalls frage ich mich, wie man andere so krass mobben kann, dass sie mehr oder weniger freiwillig wiederholen?! Ich finde das ehrlich gesagt nicht normal und leider Gottes tickt so die komplette 10. Jahrgangsstufe :( Das wollte ich damit deutlich machen.
Außerdem habe ich mich versprochen, eigentlich meinte ich das "schulische Umfeld", sorry.
Die Bodenhaftung werde ich nie verlieren, dafür habe ich schon zu viel erlebt -.-

Hochintelligent...

...
Zu dem Thema empfehle ich Dir mal, schau mal im Netz nach, denn in Hannover (oder Umgebung) gibt es eine spezielle Schule für Hochbegabte.
Diese hatte schon vor etwa 10-15 Jahren interessante Studien.
Diese Studie kam zum Ergebnis, das es in Deutschland etwa 5-10% hochbegabte Schüler gibt.
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Hochbegabung selbst, da sollte man auch differenzieren, ist es eine Inselhochbegabung (die sich auf ein bis zwei Fächer beschränkt), oder eine Hochbegabung die das ganze Spektrum umfasst.
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Was das Sozialverhalten durchschnittlich Begabter betrifft, so ist dies leider kein Einzelfall. Speziell wenn sie "stärker" in Sportlichen Bereichen sind, lassen sie dies den Hochbegabten widerfahren, das sich oft auch in dementsprechenden Verhalten zeigt.
Wir leben nun mal mittlerweile in einer Ellenbogen-Gesellschaft, in dem das gegenseitige Helfen noch weniger zählt, als vllt. noch vor 20 oder 30 Jahren (Die Geiz ist geil Mentalität).

Moderator
@Maximum

Tut mir leid für dich, aber Rainbow hat recht. Ich schließe mich seiner Meinung an.

@Maximum

Ich kann dich nur anhand deiner Texte beurteilen. Und wenn du schreibst "alle sind bescheuert - nur ich weiß nicht wohin mit meiner Schlauheit" dann denke ich mir halt so meinen Teil dazu. Das liegt am Medium INet und wenn du solche Texte schreibst, musst halt auch mit Reaktionen rechnen.

Zu deinem soz Umfeld, na gut zumindest die Verhältnisse an deiner Schule scheinen wohl etwas schräg zu sein oder wie soll man

"Wenn du Teenies als normal ansiehst, die jeden x-beliebigen Typen anpöbeln und, wenn keiner hinguckt, die Faust ins Gesicht schwingen ..."

anders deuten? Ich geh auch aufs Gymi und bei uns gehts nicht wirklich so ab. Aber evtl. bin ich ja auch einer von denen, die aus deinem Blickwinkel "nich dicht sind".

Viel Erfolg in den USA und nicht die Bodenhaftung verlieren! ciao

@Rainbow14

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen:
"Außerdem sind die "Leute" in der nächsthöheren Jahrgangsstufe nicht ganz "dicht", finde zugegebenermaßen keinen Reiz daran, in deren Klasse zu kommen."

Du kennst mein soziales Umfeld nicht. Du magst denken, ich bin arrogant o.Ä. oder empfinde mich als besseren Menschen... Nein, dann habe ich mich vllt missverständlich ausgedrückt, aber ich bin WEDER arrogant, noch halte ich mich für einen besseren Menschen... Wie kommst du überhaupt darauf? Ich engagiere mich sehr wohl in meiner Schule und helfe (auch wenn zugegebenermaßen nur ungerne) auch den Menschen, die mich eigentlich nur ausnutzen wollen.

Nochmal zurück zu dem Zitat: Wenn du Teenies als normal ansiehst, die jeden x-beliebigen Typen anpöbeln und, wenn keiner hinguckt, die Faust ins Gesicht schwingen, dann finde ich das nicht mehr ganz "dicht". Wir haben schon einen in der Klasse, der etwas besser beinander ist und eben freiwillig (naja, fast jedenfalls^^) wiederholt, weil er es nicht mehr ausgehalten hat. Also sag bitte nicht, dass ich mich für was besseres halte.

@chrissi4

Soziale Kompetenz vs. Personalchefs

Ich meinte das auch eher mit Blick auf die persönliche Entwicklung und nicht ausschließlich auf die berufliche Karriere ausgerichtet.

Kann ja sein das ich da bissle falsch denke, aber grad nen 14jähriger sollte erstmal eine Persönlichkeit entwickeln, lernen das er wegen eines erhöhten IQ-Wertes (wobei 135 auch eher die untere Grenze zur "Hochbegabung" ist) noch nix Besonderes ist (sondern ein Teil einer Gemeinschaft) und sich nicht gleich auf evtl. Wünsche von Personalchefs konzentrieren.

Und wenn ich Aussagen wie z.B.

"Außerdem sind die "Leute" in der nächsthöheren Jahrgangsstufe nicht ganz "dicht", finde zugegebenermaßen keinen Reiz daran, in deren Klasse zu kommen."

lese, dann hab ich da so meine Zweifel an der Persönlichkeitsentwicklung! Also eine Tendenz zum abheben ist da schon sehr vorhanden. Hochbegabung allein, ist halt auch nicht alles im Leben! Aber wie gesagt, ist nur meine Meinung.

Diese Antwort wurde von einem Moderator bearbeitet.

chrissi4
@all

Ja, Intelligenz/Begabung sind eben nur Potentiale, die man ausschöpfen oder vernachlässigen kann (siehe das Goethe-Zitat oben). Natürlich zählen Eigenschaften wie Demut, Anteilnahme und Einfühlungsvermögen mindestens ebenso viel. "Maximum" wird sich ja sicherlich auch nicht für etwas Besses/Wertvolles als andere Menschen halten, sondern will einfach nur versuchen, das Beste aus seinen Interessen zu machen.

"Soziale Kompetenz" ist leider ein sehr dehnbarer Begriff, da er z.B. von vielen Unternehmern auch so verstanden werden kann, andere Menschen möglichst geschickt zu manipulieren und sich mit allen gut zu stellen, um trotzdem seine eigenen Interessen bzw. die des Unternehmens rücksichtslos durchzusetzen.

Ohne jetzt zu viel Sozialkritik üben zu wollen: Ich denke, das Problem ist oft, dass zwar alle Personalchefs in ihren Karriereprofilen und Bewerbungen außergewöhnliche Eigenschaften fordern (müssen top sozial, hochgebildet, total fleißig usw. sein), andererseits aber auch wieder Bewerber wollen, die nicht aus dem Rahmen fallen und perfekt angepasst sind.

Wie drücken es "Wir sind Helden" so schön aus? "Wir können alles schaffen, genau wie die tollen dressierten Affen - wir müssen nur wollen!"

@Maximum

Mal so nen kleinen Tip an dich:

Hochbegabung allein macht dich noch lange nicht zu einem besseren bzw. hochwertigeren Menschen. Erst durch z.B. eine ausgebildete Soziale Kompetenz, die Fähigkeit dein Wissen nicht nur zum Eigennutz einzusetzen usw., erst dadurch hebst du dich von anderen Menschen ab.

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Was soll übertrieben sein?^^
Nur weil er einen IQ von 135 hat, heißt das nicht, dass er auch automatisch der Klassenbeste ist. Der IQ-Test ist ja in unterschiedliche Teile unterteilt, in Sachen Logik und Mathematik usw. kann er ein King sein, in Sachen Sprache auch eine absolute 0... Außerdem sind die meisten Hochbegabten schlecht in der Schule, weil sie sich langweilen. Ich finde Schule auch ned so interessant, aber deswegen heißt das noch lange nicht, dass ich keine guten Noten will ;D

Hey

Findest des ned bissl übertrieben? :D
ich kenn einen der hat nen iq von 135 und is sitzen geblieben xD

...

Ja, an Selbstbewusstsein mangelt es mir jetzt nicht UNBEDINGT, aber SO eine starke Persönlichkeit habe ich im Moment auch nicht... Naja, vllt ändert sich das mal :D Zu deinem Vorschlag für soziales Engagement, ich gehe dieses Jahr zu den Mediatoren an unserer Schule, das gibt später im Beruf auch Pluspunkte und man lernt in Konfliktsituationen richtig zu agieren und man kann das Gespräch dementsprechend ja auch zu seinem Vorteil wenden :P Das mit den Stiftungen kann ich mir ja nochmal überlegen, im Moment werde ich es aber wohl nicht tun^^
Nein, ich habe nicht vor, Lehrer zu werden - nur über meine Leiche! :) Nein, Wissenschaftler ist auch nicht unbedingt mein Ding, ich finde es zwar sehr interessant, aber ich möchte was anderes machen; Ich habe mir schon Ziele gesteckt und die werde ich versuchen zu erreichen, egal wie.
Zum Punkt Schiller und Goethe: Naja, ich möchte auch nicht unbedingt gerade deren Werke lesen, eher etwas in Richtung Biographien über bekannte Persönlichkeiten - wahrscheinlich so in Richtung Einstein, Gödel oder wissenschaftlich nicht allzu komplizierte Werke von diversen Professoren.
Naja, auch wenn das Abitur in Hessen nicht an die Schwierigkeit hier in Bayern herankommt, 1, 0 ist SEHR GUT bzw. eigentlich PERFEKT und ich wette, in Bayern hättest du den gleichen Schnitt geschafft ;) Was deine Wahl zur Medizin betrifft: Ich finde sie sehr gut, gute Ärzte sind sehr geschätzt und wenn sie noch ein exzellentes Gedächtnis haben... Dann wird es nicht sehr lange dauern, bis du in deinem eigenen Rolls Royce zur Klinik chauffiert wirst :D (ein bisschen Übertreibung muss sein)
Damals wollte ich eigentlich auch Medizin studieren, allerdings habe ich mich jetzt eher in die technische Richtung gewandt, ich möchte, zu jetzigem Zeitpunkt zumindest, Ingenieure werden, evtl. in Kombination mit Wirtschaft oder so^^ Hm, ich philosophiere noch zu viel :D

LG Maxi

chrissi4
...

Na, zu wenig Selbstbewusstsein hast du ja anscheinend nicht^^ Bei mir hat es eben etwas gedauert, bis ich gelernt habe, nicht alles wegzustecken, sondern auch selbst auszuteilen und sicher aufzutreten. Meine erste Freundin habe ich auch erst relativ spät mit fast 16 gefunden, allerdings hat's dann auch bis jetzt nach dem Abi gehalten.

Um noch mal auf deine Ausgangsfrage zurückzukommen: Hast du schon einmal daran gedacht, was Soziales (in Vereinen, der Kirche, beim Roten Kreuz etc.) zu machen. Man lernt neue Leute kennen und fühlt sich einfach gebraucht, außerdem verschafft einem das später wichtige Pluspunkte, wenn man sich bei einer Studienstiftung bewirbt (Stichwort "soziales Engagement"). Bei den meisten konfessionellen oder parteizugehörigen Studienstiftungen kannst du dich selbst bewerben (mit Zeugnissen und oft mit Gutachten, die z.B. deine Lehrer über dich ausstellen), für die Studienstiftung des dt. Volkes wirst du von deinem Schulleiter vorgeschlagen. Das hat ja bei dir noch Zeit, solltest es vielleicht aber schon mal ins Auge fassen.

Viel Spaß beim Lesen! Lies, wie gesagt das, was dir selbst gefällt. Ganz ehrlich: Schiller und Goethe habe ich nur gelesen, wenn ich es in der Schule musste, da mir deren Sprache einfach zu gestelzt war. ^^ In der letzten Zeit habe ich vor allem englischssprachige Bücher gelesen (z.B. "Walden" von Thoureau). Könntest du dir denn vorstellen, Mathe oder Physik zu studieren (entweder in Richtung Lehramt oder für die Forschung)? Ich wollte lange Zeit Lehrer werden, hab mich jetzt aber für Medizin immatrikuliert, weil ich dann doch nicht vierzig Jahre lang die Belger anderer Leute bändigen will ;-)

Thnx für deine Glückwünsche. Tatsächlich habe ich einen Abischnitt von 1, 0 erreicht (bitte jetzt nicht als Angeben verstehen). Ich weiß, dass das Abi in Hessen nicht gerade das schwerste ist, aber es ist natürlich schon mega geil, sich sein Studium und seine Uni völlig frei aussuchen zu dürfen ;-)

LG Chris

..

Nein, also gemobbt und ausgeschlossen werde ich nicht. Zwar musste ich meinen Respekt mühsam erkämpfen aber mittlerweile kennt mich eigentlich die halbe Schule, war auch nie anders - wieso auch immer :D
Ich spiele ja auch mit ein paar aus meiner Klasse Tennis in der Mannschaft, also kommen wir ganz gut aus - nur bei den Mädchen bin ich nach wie vor unbeliebt... Aber ich bin 14, was soll's?! Eine Freundin brauche ich jetzt nicht, wenn ich 16 bin ist die reife Zeit gekommen ;)
Die Lehrer mögen mich eigentlich fast alle, ich habe im Prinzip auch keine Probleme, bin weder schüchtern noch "cool"; für so manchen Schmarn bin ich auch zu haben, bin also eher ein "Lebendiger" wenn ich das so bezeichnen kann ;) Aber trotzdem werde ich von einigen noch als Streber angesehen, allerdings nicht mehr NUR negativen Sinne, wie damals, sondern eher im positiven, weil alle irgendetwas von mir wollen. Allerdings komme ich mir auch blöd vor, wenn die halbe Klasse die Hausaufgaben von mir abschreibt, zumal es nicht nur die Jungs sind^^
Naja, ich will mal nicht lügen und die Wahrheit sagen: (Entschuldige bitte den folgenden Satz) Ich hab schon genügend Idioten die Fresse poliert, so ist das nicht :P

Aber ich habe nochmal über deinen Ratschlag bedacht, klassische Bücher zu lesen. Mittlerweile will ich tatsächlich anfangen, Goethe, Schiller oder Biografien oder Bücher von irgendwelchen anderen bedeutenden Personen zu lesen, vermutlich in Richtung Mathematik und Physik ;)

LG Maximilian

PS: Gratuliere zum Abi! Darf ich fragen welchen Schnitt du hattest?

chrissi4
@Maxi

Zitat: War es bei dir eigentlich auch so, dass die anderen neidisch auf deine Noten waren und dich oftmals nur als blöden Streber angesehen haben?

Warum fragst du? Fühlst du dich denn von manchen aus deiner Klasse ungerecht behandelt?

Also ich hatte in meiner alten Klasse wirklich Schwierigkeiten, Anschluss zu finden. Natürlich lag es nicht nur an meiner "Strebsamkeit", denn ich war auch ziemlich schüchtern, manchmal sogar abweisend. Es gab ein paar - sorry- Idioten, die mir meine Noten neideten, sich darüber amüsierten, wenn ich mal eine falsche Antwort gab, mir vorwarfen, ich würde doch eh nur betrügen und generell über mich lustig machten. Das waren allerdings auch gerade diejenigen, die selbst nichts zustande brachten und jetzt entweder kein oder ein schlechtes Abi haben :-) Manche Lehrer haben den Neid allerdings eher noch gefördert, indem sie mich vor der ganzen Klasse als das "leuchtende Vorbild" darstellten... Dem Rest der Klasse war ich eher egal, man ignorierte mich meist und versuchte nicht, sich mit mir anzufreunden. Ich habe mir meine Freunde dann allerdings außerhalb der Schule gesucht und gefunden (z.B. im Chor oder in meinem Dorf)

Weil es schlussendlich einfach nicht mehr aushielt, habe ich die 10.Klasse übersprungen, um mit neuen Leuten zusammenzukommen. In meiner neuen Klasse ist mir dann auch geglückt, Freundschaften zu schließen und mein Misstrauen gegenüber anderen abzulegen. In der Oberstufe war es dann absolut kein Problem mehr, nach einem sehr guten Abi zu streben und trotzdem nicht als "Streber" abgestempelt zu werden, da sich auch viele andere für ihr Abi anstrengten und der Umgang einfach vorurteilsfreier war. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass mich die Oberstufe für die blöde Zeit davor völlig entschädigt hat.

Falls du also in deiner Klasse Probleme hast oder vielleicht sogar gemobbt wirst, musst du es dir nicht zu Herzen nehmen. Mit der Zeit werden die meisten Menschen vernünftiger und beurteilen Menschen nicht nur nach dem Augenschein. Natürlich wird es immer Neider geben, aber eben auch Anerkennung!

...

Du hast recht, man sollte die Kindheit die Kindheit bleiben lassen, allerdings würde ich lieber eine mittelmäßig coole Jugend erleben und die restlichen 70 Jahre entspannt genießen ;)
Was die Sprachen betrifft; Chinesisch soll eigentlich gar nicht so schwer sein, die Tochter unserer Nachbarn war ein Dreivierteljahr in China, mittlerweile kann sie perfekt Chinesisch, es gibt ja auch keien Deklination, Konjugation, keine Tempi usw. Finnisch dagegen sieht schon anders aus, es soll doch eigentlich nach Deutsch die 2. schwerste Sprache auf der Welt sein?
Zum Punkt Stipendien: Scheint ja doch gar nicht so einfach zu sein, wie ich es mir gedacht hatte - naja, ich träume bzw. philosophiere einfach zu viel :)
Das Parlament hat ja das Stipendienprogramm sowieso schon drastisch gekürzt, der Staat muss doch "sparen"!!

Deine Behauptung, dass Begabte ein sehr breites Spektrum an Interessen haben, kann ich auch nur bestätigen. Es ist wirklich schwer sich auf ein Thema zu konzentrieren, am liebsten würde man alles auf einmal machen... Und wie du auch schon sagtest, werden im Nachhinein irgendwann bestimmt mal Fragen wie "Hätte ich nicht mehr machen können?" etc. auftauchen, das lässt sich glaube ich nicht vermeiden - aber eigentlich sind die Fragen auch berechtigt, ich stelle sie mir jetzt schon.
An diesem Punkt tut es aber gut, mit einem der gleichen "Spezies" :) zu sprechen und zu erfahren, dass es dir genauso geht - ich bin jetzt schon fast am Verzweifeln, weil ich wirklich einfach faul bin und mehr machen könnte, nur nicht weiß, WAS.

Allerdings weiß man in diesem Alter noch nicht, was man später einmal machen möchte, deshalb ist es sehr schwer, sich auch wirklich auf etwas festzulegen, zu lernen und daraus später einmal viele Vorteile zu ziehen...
Deshalb versuche ich, mir so viel Wissen aus den verschiedensten Bereichen anzueignen wie ich kann.

Naja, ich werde mal schauen was ich tun kann, auf jeden Fall muss sich was ändern, wir müssen unser Glück ausnützen und was aus unserer Intelligenz machen!

Hier muss ich mich mal wieder für deine Antwort bedanken, mir geht es schon besser, nachdem ich erfahren habe, dass du so ziemlich das gleiche denkst wie ich ;)

LG Maxi

PS: War es bei dir eigentlich auch so, dass die anderen neidisch auf deine Noten waren und dich oftmals nur als blöden Streber angesehen haben?

chrissi4
@Maximum

Schade, dass ich dir mit meinen Antworten nicht so weiterhelfen konnte, aber andere Möglichkeiten wüsste ich jetzt auch nicht.

Zum Lesen: Wenn du dich nicht so für Klassiker und "alte" Autoren interessierst, zwinge dich nicht dazu, sie zu lesen. Lesen kann das Ausdrucksvermögen stärken und dabei helfen, Verbindungen zu knüpfen, Parallelen zu erkennen und einfach eine breitere Wissensgrundlage zu schaffen. Lies aber das was dir gefällt, das bringt dir am meisten.
Mein Vater hat mir beispielsweise zum 12. Geburtstag die "Buddenbrooks" geschenkt - ich habe das Buch nach den ersten zwanzig Seiten aufgegeben, weil es sterbenslangweilig war. Erst jetzt, fünf Jahre später, habe ich es gelesen. Es braucht also alles Zeit!

Zum Austauschjahr: Das bekannteste Förderungsprogramm ist sicherlich das PPP (Parlamentarisches Partnerschaftsprogramm) des Bundestages. Eine Klassenkameradin hatte das Glück, eine der wenigen Auswerwählten zu sein und für ein Jahr einen Amerika-Aufenthalt finanziert zu bekommen. Sie hat viele neue Freundschaften geschlossen und spricht jetzt sehr souverän Englisch.

Andere Förderungsangebote findest du unter: http://www.austauschjahr.de/stipendien/
Schau einfach einmal, ob etwas Geeignetes für dich in Bayern dabei ist. Das Auswahlverfahren für diese Stipendien ist allerdings hart und sehr selektiv.

Zur Sprache: Ja, ich hatte Chinesisch vorgeschlagen, aber ich wäre da doch sehr vorsichtig. Aufgrund der hohen Tonalität in dieser Sprache (gleichlautende Worte werden lediglich durch die Tonhöhe und den Tonverlauf unterschieden) ist die Aussprache extrem schwierig. Daher solltest du unbedingt mit einem Muttersprachler oder jemandem, der sehr gut Chinesisch spricht, üben (VHS oder AG an der Schule?), da es sonst in einem Kauderwelsch enden könnte und es dir nicht allzu viel für die Verständigung bringt... ;-)
Mit den romanischen Sprachen (also Rumänisch, Französisch usw.) bist du auf der sicheren Seite, vor allem wenn du als Basissprache Latein hast. Aber auch germanische und die meisten skandinavische Sprachen sind natürlich recht unkompliziert zu erlernen. Wie wäre es mit Finnisch? Die Struktur dieser Sprache ist überaus logisch, sehr komplex, aber trotzdem noch lernbar und auch in der Aussprache nicht so verworren.

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Was du aber nicht vergessen solltest: Mach dich nicht verrückt, sammle möglichst viele Erfahrungen und verliere vor allem nicht die Freude. Ich denke, auch aus eigenem Erleben, das Problem von vielen (Hoch-)Begabten, dass man sich für so vieles interessiert und es daher schwer fällt, sich auf ein Gebiet festzulegen. Früher oder später findet man aber etwas, wo man seine Fähigkeiten einbringen und ausschöpfen kann. Versuch also eine möglichst coole Jugend zu haben und lass es vorerst ruhig angehen, da dir das Studium noch viel mehr Freiheiten und neue Chancen als die Schule bietet.

Jetzt da ich mit der Schule fertig bin, frage ich mich auch, ob ich nicht vieles ausgelassen und versäumt habe, aber die Möglichkeiten laufen einem nicht weg. Ich weiß, es klingt eher wie ein Allgemeinplatz, aber: Du wirst deinen Sitz im Leben schon finden!

Cheers Chrissi

Danke für deine sehr gute Antwort!

Hallo!
Also ich danke dir erstmal sehr für deine Antwort! Also, ich habe mich eigentlich schon mit fast jedem deiner Stichpunkte auseinandergesetzt:

1. An Wettbewerbe habe ich schonmal gedacht, ich würde schonmal bei "Jugend forscht" teilnehmen, allerdings stehen mir nicht die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung, ich wollte eigentlich etwas zu regenerativen Energien im Haushalt machen - Naja, Zeiten ändern sich, vllt. kriege ich eine neue Idee ;)

2. Ich steh ehrlich gesagt nicht wirklich auf "ältere" Philosophen usw., aber wenn du sagst, dass das auf jeden Fall einen Vorteil bringt (zur Allgemeinbildung auf jeden Fall), dann muss ich wohl mal anfangen ;)

3. Also, da kann ich was berichten:
Da ich sehr gut in der Schule bin (bitte verstehe das nicht als Arroganz oder Einbildung...) hat mein Physiklehrer mir vorgeschlagen, ich könne einen Tag in der Woche zur Uni gehen, dort gibt es ja wie du schon sagtest, "Schülerstudien" bzw. "Hochbegabtenförderung", allerdings ist das bei uns (ich wohne in der Nähe von München) erst im Aufbau, also wird das wohl erst dann existieren, wenn ich bereits selbst mit dem Studium anfange.

4. Ich will nächstes Jahr, also in der 10. Klasse, 6 Monate nach USA, das ist momentan auf jeden Fall eigentlich mein größter Wunsch.
Weißt du zufällig, ob man irgendwie Stipendien bekommen kann?
Zum Punkt Selbstschulung: Ich lerne momentan 3 zusätzliche Sprachen, Englisch, Französisch und Rumänisch. Aber die Idee mit dem Chinesisch ist echt super! Nicht umsonst holen sich viele Millionäre bzw. Milliardäre chinesische Kindermädchen, damit die Kinder Chinesisch lernen; wird ja wohl irgendwann die zweitwichtigste oder sogar die wichtigste Sprache sein, letzteres vermute ich eher ;)

5. Mich spricht eigentlich jeder Lehrer auf dieses Thema an und empfiehlt mir zu überspringen, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust, zumal ich ja nächstes Jahr sowieso nach Amerika gehe. Außerdem sind die "Leute" in der nächsthöheren Jahrgangsstufe nicht ganz "dicht", finde zugegebenermaßen keinen Reiz daran, in deren Klasse zu kommen. Ich langweilige mich zwar schon öfters im Unterricht, aber die meisten Lehrer erlauben es mir, etwas zu lesen oder Aufgaben zu berechnen. In meiner Freizeit spiele ich auch Tennis und Klavier, im Winter fahre ich oft Ski und nächstes Jahr möchte ich anfangen, Mountainbiketouren zu fahren. Lieber bleibe ich in meiner jetzigen Klasse wo ich glücklich bin und beschäftige mich nebenbei mit anderen Themen, ich möchte mir demnächst die Börse anschauen und wie sie funktioniert. Gibt es eigentlich irgendwo Internetseiten oder Bücher, die besagtes einfach und deutlich erklären?

6. Den IQ-Test habe ich in der Schule gemacht, ausgerechnet die Lehrerin, die mir meinen einzigen Verweis (wegen Schwätzen im Unterricht :D) gegeben hat, hat mich mehr oder weniger zum Test "gezwungen". Später hat sie dann erzählt, dass der Verweis eine Notlösung war, weil ich die Gabe des Multitasking (schwätzen, lernen, verstehen, schreiben etc.) nur allzu gut verstehe :P und ich damit die anderen Schüler vom Unterricht abgelenkt habe, aber ich verspreche, ich habe mich gebessert!
Noch mal zum IQ-Test: Besondere Begabung zeige ich in Mathematik sowie im logischen/räumlichen Denken. Ich habe im Alter von 9 Jahren auch schon einen Test gemacht, bei dem zwar nicht der gleiche IQ, aber das gleiche Fazit entstand.

Ich danke dir auf jeden Fall sehr für deine Antwort! Deine Ideen sind echt super und wenn ich gekonnt/nicht schon damit angefangen hätte, dann würde ich sie tatsächlich sofort in die Tat umsetzen!

MFG Maximum

chrissi4
@Maximum

Hast du schon einmal daran gedacht, an Wettbewerben teilzunehmen? Geeignet sind z.B. "Jugend forscht", "Jugend musiziert", der Bundesfremdsprachenwettbewerb oder vielleicht in deinem Fall ein Chemie-Contest, je nachdem, welches Gebiet dich am meisten interessiert. Informationen dazu gibt's an deiner Schule, wende dich einfach an deine Fachlehrer.

Liest du gerne? Bücher sind eine gute Möglichkeit, seinen Geist zu schulen, sich mit philosophischen Fragen zu befassen, Wissen zu sammeln usw. Hängt aber auch davon ab, wofür du dich am meisten interessierst. Wie wäre es mit Kant, Kierkegaard etc? ;-)

Daneben gibt es noch die Möglichkeit eines Frühstudiums/Schülerstudiums, bei dem du die Gelegenheit hast, neben der Schule ein bisschen in den Unialltag hineinzuschnuppern und Fachbereiche kennen zu lernen. Es werden auch Ferienakademien für besonders Begabte angeboten. Mache dich am besten bei deiner Schule darüber kundig.

Mit einem Auslandjahr könnte es in deinem Alter noch schwierig werden, aber geh später auf jeden Fall für eine Zeit auf einen Auslandsaufenthalt, weil du so Sprachen lernen und deinen Horizont erweitern kannst. Oder du beginnst damit, eine Sprache im Selbststudium zu lernen (z.B. Chinesisch).

Wenn du dich in deiner Klasse unterfordert fühlst, könntest du auch eine oder mehrere Klasse "überspringen". Den Kontakt zu deinen alten Freunden kannst du ja trotzdem noch aufrecht erhalten. So endet deine Schulzeit früher und du kannst dich in der Oberstufe mit fordernderen Themen beschäftigen.

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Darf ich fragen, wie du deinen IQ-Wert ermittelt hast? Wie du sicherlich weißt, ist die Reliabilität von solchen IQ-Tests umstritten. Ich finde, man sollte sich nicht auf irgendwelche Werte verlassen, sondern vielmehr auf sein eigenes Interesse und seine Begeisterung daran, dazu zu lernen und sich ausprobieren zu können.

Oder, wie es Goethe formuliert hat: "Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun." ;-)

Alles Gute für ich!

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