Kein Rat von Großeltern gefragt

Ich lese so oft, dass bei den Großeltern vorherrschend das Problem besteht, dass die Kinder Ratschläge nicht mehr annehmen wollen. Auch bei uns ist nach der Geburt unseres Enkels jede Einmischung verboten. Als Einmischung wird manchmal schon nur ein Hinweis oder ein Kommentar empfunden. Dadurch ist der Umgang miteinander viel schwieriger geworden. Man kann nicht mehr spontan reagieren, muss sich jedes Wort überlegen.
Ein schwieriges Thema ist für uns auch, dass unser Enkel schon mit 2 Jahren täglich 9 Stunden in die Kita geht. Aber hierzu dürfen wir gar nichts mehr sagen.
Wer kann Ratschläge hierzu geben.

Antworten (4)
Oh ja....

Das kenne ich zu Genüge. Grundsätzlich meint es jeder gut, wenn Ratschläge gegeben werden. Selten, aber auch das kommt vor, bedeuten diese eine Bevormundung, dem anderen Unfähigkeit bescheinigen, sich über ihn stellen wollen.
Allerdings sind Ratschläge oder sich wichtig tun für mich etwas ganz anderes, als Wissen, Erfahrungen einfließen lassen, sich einfach austauschen.
Auch ich muss mir jedes Wort überlegen, jeden Gedanken, den ich äußere. Alles, aber auch alles wird negativ aufgenommen und strikt und unfreundlich beantwortet. Das heißt für mich, außer: Ja, ja... toll... das wird schon ... das ist so ... darf ich über nichts reden, was mein Enkelkind betrifft. Das ist enorm anstrengend und es schafft keine lockere Atmosphäre. Somit kann auch kein Gespräch über das Kind zustande kommen.
Trotzdem ich sehr aufpasse, bloß nichts Falsches zu sagen, ecke ich immer wieder einmal an. Ich traue mich kaum noch, etwas zu sagen, was das Baby betrifft...

Zwischen Rat und reden ist ein Unterschied

Hallo Petra,
mir geht es ähnlich.
Natürlich möchte kein Mensch bevormundet werden oder ständig ungefragt Ratschläge bekommen. Weil einem das das gefühl gibt, man kann nichts, bekommt nichts auf die Reihe, weiß nichts.
Aber über etwas reden, eine Meinung sagen, über eine Erfahrung sprechen - das ist kein Einmischen. Das nenne "ich" Gespräch, Austausch.

Wird man als Großeltern völlig außen vor gelassen, hemmt das den Aufbau der Bindung zum Enkel. Und die beginnt nun mal sehr früh.
Sich ununterbrochen überlegen müssen: was sage ich? Darf ich das jetzt sagen? darf ich das jetzt tun? und abgeschnippt zu werden, wenn man gaaaanz vorsichtig nur über eien Erfahrung redet oder etwas einwirft wie z. Bsp. ob die Kleine sich schon dreht und ob sie auf den Bauch gelegt wird, ist unangenehm und stört das gesamte Verhältnis.
Andererseits wird aber später erwartet, das wurde bereits vor der Schwanegrschaft deutlich gesagt, dass sich Großeltern um das Enkelkind kümmern sollten in der Form von etwas unternehmen, es mal betreuen (später), in den urlaub mitnehmen.

Wenn ich ehrlich bin und mich zurückerinnere wie es bei mir vor 35 Jahren war, so muss ich zugeben, dass mich damals Ratschläge meiner Eltern auch ganz schön genervt haben. Sie haben es natürlich gut gemeint, aber ich fühlte mich dadurch nicht für voll genommen, hatte das Gefühl, sie trauen mir nichts zu und ausserdem erschienen mir manche Tipps völlig antiquiert. Und will ich all das damals so empfunden habe, versuche ich mich heute als Oma weitgehendst zurück zu halten.

Mein Ratschlag!

Großeltern sollten sich bei der Erziehung der Enkelkinder prinzipiell nicht einmischen. Uns Oldies fällt das manchmal schwer, aber die Regeln sind nun mal so.
Die Eltern haben das Sorgerecht und sollten sie mal einen Rat brauchen, dann werden sie schon fragen.
Cool und kommentarlos bleiben!
LG Thomasius

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