Woran kann man feststellen, ob man transsexuell ist?

Hi,
Ich bin schon seit einiger Zeit immer mal über den Gedanken gestolpert, ob ich nicht viel lieber ein Mann wäre. Ich will mich aber noch nicht so wirklich ernsthaft damit auseinandersetzen, weil ich immer die Sorge habe, dass ich mir das grade einfach nur aus Selbsthass einrede, vielleicht am liebsten einfah nur will, dass sich alles ändert und mir jetzt vormache, wenn ich mein komplettes Ich ändern dürfte, würde das ja alles ganz toll ändern. Ich bin achtzehn Jahre alt. Eigentlich habe ich mich schon als Kind immer für "Jungssachen" interessiert, hatte immer lieber Jungen als Freunde, weil ich die Mädchen in meinem Alter einfach nicht verstanden habe. Ich habe unglaublich gerne Jungsklamotten getragen und mich immer riesig gefreut, wenn mich jemand für einen Jungen gehalten hat. Das fand ich als kleines Kind alles einfach gut und habe mich auch mehr als Junge gefühlt, sogar in der Schule einmal diesen Wunsch klar geäußert und damit eine Vertretungslehrerin unglaublich irritiert, aber das hatte sich dann in der Weiterführenden Schule geändert. Die Jungs wollten nichts mit mir zu tun haben, weil ich ihnen nicht hübsch genug als Freundin, aber andererseits nicht cool genug als Kumpel war. Die Mädchen in meinem ALter haben mir meine kurzen Haare und meine Jungs-Tshirts dnn ganz schnell ausgeredet und ich habe meine Haare wachsen lassen und versucht mich anzupassen und naja irgendwie hatte ich durch meine Pubertät nicht das Gefühl, mir würde das so sonderlich fehlen. Klar habe ich meine Haare, mein Aussehen, meine hell Stimme und meinen Körper nicht gemocht, aber eigentlich nicht weil es ein Frauenkörper war. Mit meinen Brüsten und meiner Periode hatte ich auch kein sonderliches Problem. Ich dachte eigentlich immer, dass transexuelle Menschen das eigentlich schon im Kindesalter sehr früh benennen können, oder sie sich spätestens mit 15 die Haare kurz schneiden und die Brüste abbinden. Ich habe keine Ahnung. Ich habe mir eigentlich schon immer lieber Jungs angesehen, mir deren Styles angeswchaut und überlegt wie ich mich als Junge kleiden würde und welche Frisuren oder Bartstyles ich gerne hätte usw. Ich habe mir auch sehr lange eine Art zweite Identität gewünscht, in die ich einfach mal switchen könnte und dann als super selbstbewusster Junge mein Leben leben könnte. Ich dachte aber immer, dass sei eben eher dieser Selbsthass, den ich so äußere und dass ich einen Jungen gewählt habe, liegt vielleicht daran, dass Jungs in meinem Umfeld einfach höher gestuft sind und auf sie eher gehört wird. Ich bin mir wirklich total unsicher. Ich möchte aber auch nicht mit meinem Umfeld oder mit meinen Eltern darüber reden oder schon einen Therapeuten aufsuchen, weil ich eben die Sorge habe, dass das nur eine dumme Phase ist, mit der ich wieder versuche aus meinem Leben auszubrechen und mit der ich jetzt keinen Therapeuten aufscheuchen will, nur um nach ein paar Wochen doch wieder zurückzurudern. So eine Testosteron-Behandlung ist unumgänglich, was also wenn ich es bereue, oder was wenn ich mich da jetzt so hineinsteigere und ein Gutachter mir keine Erlaubnis ausstellt, weil er vielleicht weiß, dass ich es mir nur einrede. Ich möchte mir auch nicht die Haare abschneiden, nur um es mal auszuprobieren, mir sagt schon jeder ständig, dass ich das auf "gar keinen Fall und unter keinen Umständen machen darf, weil dass bei Frauen total scheiße aussieht und ich dann nicht mehr mit dem glorreichen Recht beglückt werde jemandes Sexobjekt zu sein". Ich hatte schon einmal kurze Haare und da tatsächlich sehr viele Gegner gehabt, die sich abgewendet haben weil ich ihnen nicht mehr schön genug war und ich will das nicht nochmal durchmachen, wenn es hinterher total sinnlos ist. Ich bin wirklich völlig am Ende. Ich mag die Vorstellung ein Junge zu sein total, aber wenn ich von anderen transexuellen höre, die erzählen, dass sie schon ganz starke Probleme damit hatten ihre Tage oder Brüste zu bekommen und sich dann die Haare abgeschnitten und sich totl glücklich und befreit damit gefühlt haben, dann schüchtert mich das ein. Vielleicht mache ich mir das nur vor. Sowas ist ein riesen Schritt und transexuelle Menschen sind immerhin in einen falschen hineingeboren, ich weiß nicht ob ich so starke Gefühle habe.
Fakt ist: Ich mag meine Stimmer und meinen Körper nicht, aber vielleicht ist das bei jedem einfach so und es sind nur so ein paar Problemchen, deren Lösung ich einfach in einer Geschlechtsumwandlung suche.Ich liebe es wenn ich an mich als Junge denke, aber solche positiven Gedanken mache ich mir immer bevor sich etwas ändert. Was wenn es Quatsch ist? Was soll ich tun? SInd die Anzeichen klar? Oder mache ich mir nur was vor? Ist es vielleicht normal solche Gedanken zu haben? Bin ich mit achtzehn nicht schon viel zu alt um jetzt noch an meinem Geschlecht zu zweifeln?

Antworten (3)

Tatsächlich kann dir kein anderer die Antwort auf diese Frage abnehmen, das kannst nur du selbst wissen.

Wobei ein Therapeut (der Erfahrung mit dem Thema hat) schon hilfreich sein kann. Auch, und gerade dann wenn du dir selbst so unsicher bist.

Für mich klingt das nicht nach einer Phase, sondern so als hätte es dich schon dein ganzes Leben lang begleitet.

Messe dich dabei nicht an anderen Transsexuellen. Du kennst vermutlich Balian Buschbaum, der schon als kleiner Junge wusste dass er kein Mädchen ist. So ist es aber nicht immer. Es gibt viele Transsexuelle, die sich erst viel später (manche erst mit 40 oder 60) darüber im Klaren werden dass sie trans sind. Wie bei dir fällt das dann nicht plötzlich vom Himmel herab, sondern schließt sich an eine lange lange Zeit der Zweifel und Ungewissheit an. Und die Erkenntnis, das Coming Out, sind eine große Befreiung.

Wie du nun für dich erkennst, ob du wirklich trans bist, ist eine sehr schwierige Frage. Ich habe mich damit selbst sehr lange gequält. Ich habe versucht es zu verstehen, nach klaren Anhaltspunkten gesucht. Zum Beispiel ob mein Verhalten und meine Interessen männlich oder weiblich sind. Das ist Blödsinn! Ob dich Puppen oder Fußball interessieren sagt NICHTS über dein Geschlecht aus. Dein inneres Geschlecht kannst du letzten Endes nur über dein eigenes Empfinden in Erfahrung bringen. Mag sein dass es irgendwann in Zukunft zuverlässige Tests gibt, aber du musst wohl ohne auskommen. Das ist hart, ich weiß. Aber du solltest lernen, deinem eigenen Empfinden zu vertrauen.

Man fühlt sich nicht trans, weil man spinnert ist oder sich was einredet. Das innere Geschlecht (Gehirngeschlecht, seelisches Geschlecht, Geschlechtsidentität wie auch immer man es nennen will) ist real (ist auch wissenschaftlich gut untermauert), und sollte ernst genommen werden.

Was ich dir für deine Selbstfindung mit auf den Weg geben würde ist:
- Man denkt meist nicht ohne Grund darüber nach, ob man im richtigen Körper steckt. Klar, Phasen der Unsicherheit ob man sich in seinem Geschlecht wohl fühlt oder nicht sind normal, das machen viele durch. Aber normalerweise geht das vorüber. Bei dir hält es sehr lange an.
- Es kann gut sein, dass dein Selbsthass nicht die Ursache, sondern die Folge deiner Transsexualität ist. Und dass du inneren Frieden findest, wenn du dich selbst als Mann akzeptierst. Vorausgesetzt, du bist ein Mann. ;)
- Probier es wirklich mal mit einem Therapeuten. Also ich kann und will dich natürlich nicht zwingen, aber würde es dir empfehlen .
- Hast du Freunde, denen du dich anvertrauen kannst?
- Probier mal, dir selbst einen Männernamen zu geben. Als "er" von dir zu denken, nicht als "sie". Wie fühlt sich das an?

Auf jeden Fall alles Gute auf deinem Weg!

Hallo Seventyfor

Auf Deine Frage, wie weis ich ob ich Transexuell bin oder nicht, kann Dir in diesem Sinne wohl keiner sagen. Ich erkläre es Dir an meinem Beispiel.

Mit meinem 8ten Lebensjahr wollte ich kein Junge sein sondern ein Mädchen. Ich fühlte empfand und reagierte wie ein Mächen. Nur meien Eltern passte diese Geschichte nicht. Sie schickanierten und schlugen mich ebenso wie meine Geschwister, über acht Jahre. Da haute ich ab und fand mich in einer fremden Stadt(Mainz) wieder. Da lernte ich meinen späteren Adoptivvater kennen und lieben und bei Ihm durfte ich wie ein Mädchen sein. Mich so kleiden fühlen und in der Öffentlichkeit herum laufen. Mit 21 Jahren wollte ich zum ersten mal meine OP machen, ging aber nicht mein Herz hat einen zu großen Fehler. Also bewegte ich mich weiter als Mädchen und wurde sogar Model. Lernte mein erstes Gendermädchen kennen und haben geheiratet(in Italien) ist das möglich. Doch unsere Ehe dauerte 19 Monat, in Kiel auf der Kaimauer fiel sie mir in meine Armeund war tot. Krebs wie es hieß und ich stürzte ich eine tiefe Krise und konnte nichts weibliches mehr sehen. Also wieder als Junge rum gelaufen, aber das weibliche Wesen in mir wurde immer stärker und verlangte Ihr Recht. Zog mich wieder Fraulich an und war mit einem Schlag wieder glücklich. Das ging so bis ich meine jetztige Frau kennen lernte und wir verliebten und schnell. Nur war ich zu feige ihr zu sagen ich bin eigentlich eine Frau. Statt dessen fuhr ich nach München zog mich um und lies mich schmincken. Abends war ich wieder Junge, bis eben eines Tages.
Ich versprach ihr ein neues Kleid und fuhren nach München rein. Im Kaufhaus fanden wir ein irre schickes Kleid und sagte das probieren wir an, wie wir ziehen das an. Na Kleid nehmen reinschlüpfen und wohl fühlen. Jeder nimmt seins und geht sich ankleiden, wobei mich die Mädchen ja kannten, na Jasmin hast wieder ein tolles Kleid gefunden. Sie schminckte mich noch und brachte mir meine High Heels und so ging ich raus. Musste mich einfach betrachten und neben mir steht meine und sagt das Kleid steht ihnen aber super. Danke schön dir auch Schatz. Aua, das war raus. Sie sieht mich an und meint sie sehen meinem Freund sehr ähnlich. Schatz ich bins doch, was wie was wer warum läufst du mit einme Kleid herum? Weil ich eine Frau bin Schatz, eine Genderfrau. dann glaube ich müssen wir einiges bereden und wir redeten. Fazit: Wir blieben zusammen, haben geheiratet(vor 32 Jahren), und hatten einen Betrieb. Ich bin gelernte Gourmetköchin und Handbuchbindermeisterin und Restauratorin mit Auszeichnung. Ab 2000 begann meine Talfahrt, im Betrieb die ersten zwei Herzinfarkte. zwischen 2000 und 2013 hatte ich weietre Infarkte. Bis 2013 eine Leberzirrhose im Endstadium fest gestellt wurde. Als Kerl unter Männer, die Hölle für mich, zwei Jahre ging es so. Bis ich den Schwestern sagte ich bin eine Genderfrau und möchte auf die Frauenstation hä was. Also einzelzimmer. 2015 endlich ein neues Organ und alles gut überlebt. Und ich durfte inzwischen als Frau mich bewegen himmlisch.
Dann Nägel mit Köpfen machen. Gericht angeschrieben Namen und Personenstandsänderung beantragen. Lief alles super und jetzt die OP, aber denkste jeder lies mich ab blitzen. Mit meiner Krankengesichte niemals, das über leben sie nicht. Ärzte gewechselt, bich ich mir sagte, o.k. einer noch wenn nicht gebe ich mir eine Kugel.
Am 16.08.2018 um 9.45Uhr lag ich auf dem OP-Tisch und Mutti bekam ihre OP. Heute nach einem dreiviertel Jahr bin ich äußerlich eine Frau, meine Brüste wuchsen wie der Teufel habe C 95 und restlos Happy.
NUR eins erfuhr ich noch, ich bin nicht Transexuell sondern Intersexuell. Ich habe seit meiner Geburt eine Gebährmutter und einen Eierstock.
Überraschung-- sie sich ja wie eine Biofrau und das nevt. Ich wurde Jahre lang belogen und keiner sagte mir das meine Überlkeit und dei schlimmen Bauchschmerzen und Blutungen meine Raegel war. Und das Biest habe ich seit meiner Geschlechtsangleichung wieder bekommen. Pünktlich Monatsende bis erste zweite neue Woche des neuen Monats ist sie da.
Aber ich bin unbeschreiblich glücklich endlich meinen Weg zu Ende gebracht zu haben und alles funktioniert so wie es soll. Klitoral wie auch vaginal Orgasmus wie wenn es immer so war.
Was kann sich eine Frau noch mehr Wünschen. hm ein toller Kleid, noch heißere Minis und Overknee. Ach mein Alter, ich bin 67 und verteufelt glücklich eine Frau zu sein. In Sonner schöne Minis oder leichte Flatterkleider mir High Heels- aber bitte mit 18cm Absatzmüssen sie sein sonst stimmt etwas nicht.
Siehst Du liebe Seventyfor so fühlt sich es an wenn Du im falschen Köper bist, Transexuell wird man nicht. Ein sehr kluger Man sagte mir einmal: Der Mensch ist das Größte Wunder und die Natur erlaubt sich damit zu spielen. Nur leider zu unseren Ungunsten finde ich und das ganze hat mit keinem Gott oder anderem Scherzbolt zu tun. Das sind Launen des Lebens.
Klingt hart und unklug- ist aber leider, leider so.
Dir wünsche ich alles Gute auf Deinem Weg und bleibe ihm treu, das Endergebnis wird es Dir Millionen mal belohnen.
Ich spreche aus Erfahrung
Liebe Grüße
Jasmin Viktoria

Fehler

Entschuldigt die Rechtschreibung an manchen Stellen, mein Computer ist die Hölle. Ich habe ein einer Stelle geschrieben: "Eine Testosteron-Behandlung ist unumgänglich" Das ist natürlich Quatsch. Ich meinte eine solche Behandlung ist "unumkehrbar" und nicht "unumgänglich"

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