4-jähriger Sohn verhält sich rassistisch - was tun?

Hallo,

mein Sohn (4 Jahre alt), macht seit einigen Monaten immer wieder rassistische Äusserungen ("Ich mag alle Kinder ausser schwarze", "Schwarze sind hässlich", "Schwarze sind blöd") und verhält sich ausgrenzend gegenüber farbigen Kindern. Als wir mehrere Freunde mit Kindern eingeladen haben, darunter einen Farbigen, hat er diesen nicht ins Kinderzimmer gelassen, wo alle Kinder gespielt haben. (Auch unser Eingreifen hatte nur kurzzeitige Wirkung.) Wenn ihm in Kindergarten farbige Kinder "Hallo" sagen, tut er so als hätte er nichts gehört und geht weiter.

Soweit ich das beurteilen kann, handelt es sich um eine Gruppendynamik, auch seine Spielkameraden verhalten sich so.

Von den Erzieherinnen im Kindergarten wird das Verhalten meines Erachtens eher gefördert als unterbunden (alle Farbigen sind bewusst in einer "Fördergruppe" untergebracht, die Erzieherinnen machen ihren Ärger über die vielen Flüchtlingskinder zwar nicht offen Luft, er ist ihnen aber deutlich anzumerken). Entsprechend erhoffe ich mich hier wenig Unterstützung.

Wie sollte man sich als Eltern verhalten? Natürlich haben wir ihm immer wieder versucht zu erklären, dass alle Menschen gleich sind, unabhängig von der Hautfarbe, aber die Wirkung ist gleich Null. Mich ärgert das rassistische Verhalten enorm und ich würde gerne etwas dagegen tun.

Antworten (4)
Kinderbücher

Was auch helfen kann, sind gute Kinderbücher zum Thema Toleranz und Inklusion. Wenn du mal auf folgender Seite schauen willst:
https://buchkind-blog.de/bilderbuch-kinderbuch-gegen-rassismus-fuer-toleranz/
Da findet sich einiges. Viel Freude damit.

Ich kann mich hier den Ausführungen und Tipps von Uwe nur anschließen. Das ist der einzige Weg diese Prägung noch zu ändern.

Es ist wirklich beschämend, dass wir im 21. Jahrhundert immer noch so viel Hass, Intoleranz und Rassismus in unserer Gesellschaft haben dass es sogar an die nachfolgenden Generationen weiter gegeben wird.

Das kann nur an der Einrichtung liegen

In dem Alter wird das Verhalten des Kindes stark durch Nachahmung bestimmt. Irgendwo muss die soziale Beeinflussung ja her kommen. Und da ein Kind im Wesentlichen vom Elternhaus und der Kindereinrichtung geprägt wird, muss man davon ausgehen, dass Dein Sohn das Verhalten aus der Einrichtung mitbringt. Ich würde das Gespräch mit anderen Eltern suchen und auch mit den Erziehern. Vielleicht kannst Du mal einen halben Tag in der Einrichtung dem Gruppenleben beiwohnen und das Sozialverhalten der Kinder beobachten. Im schlimmsten Falle solltest Du dich mit andere Eltern zusammen tun und auf den Träger zu gehen. Wichtig ist, dass die soziale Beeinflussung beendet wird. Wenn Du das nicht machst, und zu Hause was anderes vorlebst, lernt das Kind lediglich, dass es sich zu Hause anders verhalten muss als in der Kita. Trotzdem nimmt das Kind das rassistische VErhalten in der Kita weiter auf. Das willst Du ja auch nicht. Wenn alles nicht fruchtet, solltest Du die Einrichtung wechseln.

Es ist schlimm, dass es so was in unserer Gesellschaft immer wieder gibt. Integration oder Rassismus - die ideologische Grundlage wird früh in den Köpfen der Jüngsten gelegt.

Vorbild

Hallo td, ich finde es gut, dass du gegen das rassistische Verhalten deines Kindes etwas unternehmen willst. Denn auch hier gilt, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Da Kinder, gerade in diesen jungen Jahren stark von dem Verhalten der Bezugsgruppe beeinflusst werden, macht es Sinn in dieser Richtung ein besonders gutes Vorbild zu sein. Kannst du Kontakt herstellen mit Menschen aus anderen Kulturkreisen und mit anderer Hautfarbe? Es braucht gute Erfahrungen und Freude mit denen, die fremd erscheinen. Dann löst sich das Problem von selbst. Und im Kindergarten, könnte man da nicht mal mit den Erzieherinnen sprechen, wie ein besseres Miteinander ermöglicht werden kann? Zur Not sollte man an den Träger der Einrichtung herantreten und eben mal sagen, dass es schade ist, dass zwischen den Kindern verschiedener Gruppen so wenig Austausch zustande kommt und das Personal etwas überfordert scheint. Versuche auf jeden Fall deinem Kind auch außerhalb des Kindergartens gute Erfahrungen mit "fremden" Kindern zu ermöglichen. Vielleicht durch Angebote im Sportverein oder beim Musizieren etc. Viel Erfolg und nochmal: Toll, dass du das so gut im Blick hast und was zum Guten bewegen willst. Alles Gute.

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