Erfahrung mit Selbsthilfegruppen bei Kaufsucht?

Hallo,

vor ein paar Tagen hat es ein klärendes Gespräch bei uns daheim gegeben, in dem meine Kaufsucht (endlich) benannt und als Tatsache erkannt wurde - auch von mir, ich habe mich schon lange davor gefürchtet. Aber die Tatsachen (Schulden, Kaufverhalten, "Vorgeschichte", Selbstwertgefühl...) sprechen dafür.
Nun suche ich eine SHG, leider gibt es in meiner Nähe keine spezielle. Es soll aber (der Nachfrage wegen) eine neue gegründet werden.
Hat jemand Erfahrungen mit SHGs? In einer früheren (stationären) Therapie habe ich nämlich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Teilweise gab es nämlich da auch richtige "Wettbewerbe", wer kränker ist und so. Wer weniger wiegt, wer mehr Suzidversuche in der Klinik schafft... also recht gefährlich. Und nicht für jeden heilsam.
Also frage ich mich jetzt, was erwartet mich in einer Selbsthilfegruppe?

Antworten (8)
Ihr seit alle super

Ich war auch in einer shg und es Nicht so Schlimm

Facharbeit in der Schule

Hallo an alle,
ich hab eine Frage: Ich bin in der 12. Klasse und schreibe in meinem Leistungskurs Psychologie eine Facharbeit. Mich interessiert das Thema Kaufsucht sehr und habe dieses ausgewählt.
Ich stecke tief in den Vorbereitungen und hab mir überlegt eine Umfrage zu machen, in der Leute mit Kaufsucht und Leute ohne Kaufsucht befragt werden sollten. Ich würd mich sehr freuen, wenn sich jemand bereiterklären würde, diesen Fragebogen auszufüllen. Diesen Fragebogen werde ich dann per e-mail versenden, wenn ich ihn fertig entworfen habe.
Ich hoffe auf viele Antworten und verbleibe mit vielen lieben Grüßen.
louisa 91

Kaufsucht ein großes Thema

Hallo, ich bin so gut wie sicher das auch ich betroffen bin. Ich bin 53 Jahre alt und wohne in Hamburgs Westen. Durch eine schwere Rheumaerkrankung die mich ans Haus fesselt und auch durch Vorleben (Mutter) bin ich kaufsüchtig geworden. Ich dachte immer ist nicht so schlimm, ich kaufe ja nur die Dinge die ich auch wirklich brauche. Aber ich habe die Freude an den einzelnen Teilen verloren. Wenn ich die Sachen habe gefallen sie mir nicht mehr usw. usw. Dann sehe ich wieder etwas und denke Ohh, wau, das ist super das kann ich brauchen und schwupps habe ich es wieder bestellt.
Leider weiss ich sehr genau das ich nur davon loskomme wenn ich die wirkliche Ursache bzw. den Grund ergründe, doch das ist leichter gesagt als getan. Ich weiss den Grund nicht. Und einfach die Kreditkarten usw. weglegen hilft gar nichts. Gerne würde ich einer Selbsthilfegruppe in Hamburgs Westen beitretten, doch es scheint hier keine zu geben. Wenn also jemand eine Gruppe kennt die zwischen Hamburg-Altona und Rissen liegt bitte, meldet mir diese. Ansonsten wäre ich auch bereit eine Gruppe zu gründen und meine Wohnung für Treffen zur Verfügung zu stellen.

Kaufsucht SHG

Hallo
Herzlichen Glückwunsch, das du den Mut hattest zu deiner Sucht zu stehen. DAs ist ein großer und wichtiger Schritt.
Wir haben eine SHG in Mönchengladbach. Wenn wir helfen können, gern.
Für den Aufbau einer eigenen Gruppe ist es am besten sich an die örtlichen paritätischen Vereine zu wenden.
Schau einfach mal rein, ich habe einen kleinen Teil meiner Internetseite dem Thema gewidmet. http://www.com-institut.de oder einfach eine Mail an uns mit genauern Fragen. SHG_Kaufsucht@web.de
Ich bin selbst nicht betroffen helfe aber beim Aufbau der Gruppe als Beraterin und Trainerin, damit die Gruppe auch Regeln erhält und eine Struktur aufgebaut werden kann

dir noch einen schönen Sonntag
Sabine

Kaufsucht lilli31

Entschuldigung, noch liebe Grüße Ursula 1 hatte ich leider vergesse, bitte um Kontaktaufname, welche Erfahrungen Du inzwischen gesammelt hast?

Kaufsuch SHG Lilli31

Hallo lilli31,
habe Deinen Beitrag gelesen, ich habe auch schon seit lägerer Zeit den Verdacht, das ich auch gefährdet bin, will die Notbremse ziehen, damit es keine Ansturz gibt. Habe mich meinem Partner gegenüber auch geoutet,
lebe zur Zeit noch in einer harmonischen Partnerschaft, das soll auch so bleiben. Hast Du nun eine Gruppe gegründet? Mir geht es auch ähnlich, habe Angst in eine SHG Gruppe zu gehen, wo es um Krankheiten geht, weil ich da wenig gleichgesinnte finde denen es ähnlich geht. Mir gefallen die 12 Schritte Gruppen gut(AA). Etwa so könnte ich mir auch eine Anonyme Schuldnergruppe vorstellen, weil es da regeln gibt, keine Vorsitzenden, sie erhalten sich selbst, durch eigene freiwillige Zuwendungen. Brauchen sich nicht outen. Ich Suche noch, würde auch einige Zeit 150 km in Kauf nehmen, um eine zu besuchen ggf. auch mal übernachten. Das ich erst mal sehe wie es geht. Dann hätte ich auch den Mut eine aufzumachen. Evtl. die Presse informieren, ohne mich zu outen.

hallo johanna!

Liebe Johanna,

danke für deine nette Antwort. In der Zwischenzeit hat sich tatsächlich die Neugründung einer SHG als beste Möglichkeit erwiesen. Ich habe auch bei zwei (kirchlichen) Stellen Informationen über Gruppen erhalten und habe einen guten Eindruck. Ich denke, ich werde diesen Weg gehen.

Ich bin ein sehr kommunikativer Typ und rede über viele Dinge gern offen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass das die meisten Beziehungen - auch Freundschaften und Arbeitsverhältnisse z. B. - wertvoller und authentischer macht.
Allerdings ist das Thema Kaufsucht (zumindest zur Zeit) für mich sehr schwer zu handhaben. Ich schäme mich und fühle mich gleich wertlos, wenn ich mich jemandem öffnen muss. Die Anonymität des Internets ist da eine große Hilfe. Es fällt mir schwer, damit an die Öffentlichkeit zu gehen und ich denke, es ist schon ein gewaltiger Schritt, wenn ich mich in eine Gruppe (mit Fremden) setze und dort sage: Hallo, ich bin ... und bin kaufsüchtig.
Ehrlich gesagt, habe ich ziemlich viel Angst davor. Wie werden sie reagieren? Werde ich mich gleich mit ihnen vergleichen? Werde ich verurteilt?

Ich kann daher leider nicht zur Verfügung stehen, wenn ihr einen Beitrag zu diesem Thema erstellt. Für einen Zeitungsartikel, mit geänderten Namen, ohne Fotos, gern. Ich bin hier in meinem Ort - und sogar über diverse Beiträge in der Tageszeitung zu meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten - vielen bekannt. Ich bin noch nicht soweit, dass ich vor all diesen Menschen (plus alle Zuschauer) dazu stehen kann, süchtig zu sein. Und dann noch eine Sucht, die nicht einmal stoffabhängig ist. Da ist schnell das Vorurteil (auch wenn es nur auf wenig Sachkenntnis oder Mitgefühl zurückzuführen ist) da, dass man selbst schuld ist und es sich ja "abgewöhnen" kann, da es ja nicht stofflich - wie Heroin, Alkohol etc. - abhängig macht.
Ich würde gern helfen, hier ein bißchen mehr für Aufklärung zu sorgen, aber wie bereits gesagt, ich kann mich nicht öffentlich dazu outen.
Zusätzlich zu aller Scham über die "Rückfälle" oder Kaufanfälle kommt ja auch noch der Berg Schulden, die Angst vor der Pleite, das Chaos in der Familie.... Wir haben auch noch zwei kleine Kinder... denen möchte ich das nicht antun, ihre Mami im Fernsehen als kranke Frau...
Im Übrigen ist die "Krise" ja gerade sehr "frisch", das heißt, es kann noch keine Rede davon sein, es überstanden zu haben.
Ich weiß nicht, wie es sich auf unsere Zukunft auswirken wird. Zumal ein Süchtiger ja nicht "geheilt" wird, sondern lernen muss, sich den Rest seines Lebens zu "enthalten"! Wie soll ich das schaffen? Kaufen ist doch lebensnotwendig. Außerdem ja auch eine erwünschte, geförderte und reich beworbene Sache: So wie der Alkoholiker Kneipen meidet, kann ich doch keine Supermärkte meiden?!
Ich weiß noch nicht, wie man das in den Griff bekommt. Ein paar kleine Schritte habe ich probiert, noch funktionieren sie. (Z. B. "heute kaufe ich nichts für mich oder mein "Wohlgefühl". Oder "In dieser Woche will ich max. 10 E für Süßigkeiten ausgeben." "Ich kaufe streng nach Einkaufsliste. Nichts Anderes.")
Wie es weitergeht, weiß ich nicht. Wie schwer es wird, erahne ich langsam. Und dass es mich noch lange begleiten wird, steht fest. Aber so lange ich meine Familie (Mann und Kinder) als Stütze habe, wird die Angst zu versagen, in den Griff zu kriegen sein.
Drück mir die Daumen - ich drücke dir die Daumen, dass ihr jemand anderen findet, der etwas mutiger ist als ich.

Liebe Grüße
Lilli

für TV-Reportage gesucht

Hallo lilli31,

ich habe gerade Deinen Eintrag zu Kaufsucht gelesen und fand ihn sehr bewegend, besonders, da Du den Mut hattest das Problem in der Familie anzusprechen. Ich drücke die Daumen, dass Du eine SHG findest bzw. schon gefunden hast, die für Dich funktioniert.
Vielleicht hast Du ja auch das Gefühl, dass Du bei einer Reportage, für die wir gerade recherchieren, mitmachen möchtest. Generell handelt es sich hierbei um ein neues Format in Form einer 1stündigen Reportage über eine Familie (oder Paar), die eine Krise gemeinsam überwunden hat (bzw. auf dem besten Weg dazu ist). Es ist insofern keine wissenschaftliche Reportage, sondern eine seriöse, einfühlsame Erlebnisdokumentation geplant:

Wir sind eine TV-Produktionsfirma, die gerade für ein neues überregionales Fernsehformat auf Sat1 eine Familie oder ein Paar als Protagonisten sucht, in der eine Person an Kaufsucht und unter den entsprechenden, unan­ge­nehmen Begleiterscheinungen (z.B. Schulden) leidet, aber gegen diese Abhängigkeit ankämpft. Sie sollten bereit sein, vor der Kamera zu erzählen, wie sie diese Krise durch familiären Zusammenhalt (und ggf. professionelle Unterstützung) überwinden konnten bzw. auf dem besten Weg dazu sind, – und können so mit ihrer Ge­schichte anderen Betroffen Orientierung und Zuspruch bieten.

Es geht uns ausdrücklich nicht darum, einen voyeuristischen Blick auf die privaten Probleme zu erhaschen, sondern vielmehr darum, zu doku­mentieren, wie die Komplikationen erkannt, angegangen und überwunden werden.

Solltest Du Dich angesprochen fühlen oder jemanden kennen, der eine solche Situation gemeistert hat – keine Angst, mich unverbindlich zu kontaktieren. Ich freue mich über Dein Interesse und stehe gerne für Fragen und weitere Informationen zur Verfügung.

Mit besten Grüßen
Johanna Schödel

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