Geschlechtsidentitätsstörung? Ich will das nicht!

Wo soll ich Anfangen?
Dunkle, frühkindliche Erinnerungen, in welchen im im Balletkleid durchs Hause tanze.
Im präpubertären Alter, habe ich einen BH meine Schwester "gefunden", den ich habe mir Wasserballons in die Körbchen gesteckt und mir vorgestellt, wie es wäre eigene Brüste zu haben.
Das habe ich dann eine Zeit lang gemacht, wenn ich alleine zuhause war.
Irgendwann habe ich diese Neigungen unterdrückt, schließlich bin ich ein Junge, kein Mädchen.
Das ging gut bis ich ca. 17 war. Erste Freundin, erste Liebe, erster Kuss, erste Sex. Alles toll, wenn da doch bloß nicht dieser Neid auf die Brüste meiner Freundin wäre.
Wieder unterdrückte ich meine Neigungen, bis ich schließlich das erste Mal alleine lebe. Aus einen Katalog bestellte ich meine erste Damenunterwäsche, Strapse, einen String und Nylon Strümpfe. Als ich die Sachen das erst Mal trug, war meine Erregung schon extrem groß. Es war so wundervoll, diese Sachen zu spüren. Später trug ich die sie dann unter meine Kleidung.
Während meiner Unizeit, hatte ich immer wieder Beziehungen zu Frauen, denn Sex mit Frauen ist etwas ganz wunderbares.
Wieder versuchte ich die Neigungen zu unterdrücken, wieder kehrten sie nach einigen Jahren zurück, stärker und heftiger als zuvor.
War es anfangs Unterwäsche kamen nun ein Kleider dazu.
Privat trug ich nun öfters Frauenkleidung, die Erregung ließ nach und machte Ruhe und einem Gefühl des Ganz seins Platz, ich fühlte mich einfach wohler, wenn ich meiner Weiblichkeit nach gab.
Immer länger wurden die Perioden, in denen ich Frau war.
Immer mehr Kleidung kaufte ich, Heels kamen dazu. Ich war wie im Rausch und bemerkte gar nicht, was ich alle gekauft hatte.
Als ich Uni verließ, versuchte ich wieder die Neigungen zu unterdrücken.
Nach fast 6 Jahren kamen sie aber extremer als zuvor zurück. Ein komplette Garderobe musste her, Kleider, Röcke, Blusen, Reizwäsche, High-Heels, ergänzt durch Schmuck, Make-Up, Echthaarperücken und Brustprothesen.
Die Verwandlung wurde immer besser.
Sobald ich nach Hause kam, ich war Single, legte ich mein männliches Ich ab und mein weibliches Alter Ego kam heraus. Sie nahm immer mehr Gestalt an, wurde konkreter, echter und schließlich bekam sie ihren eigenen Namen.
Dank des allgegenwärtigen Internets, fing Sie an eine Persönlichkeit auszubilden, bekam virtuell ein eigenes Leben, eine eigene Stimme, wurde präsenter.
Oft war es wie ein Trance-Zustand, wenn ich sie war. Sie machte Dinge, die mir angst machten, denn sie wurde immer echter. Die Brustprothesen wurden immer realistischer und größer. Zur gleichen Zeit wurden die Röcke kürzer, die Wäsche aufreizender, die High-Heels höher und die Blusen enger und freizügiger.
Ein Tages stand ich vor meinen Schrank und stellte erschreckt fest, das ich mehr als 5 mal so viele Frauen wir Männerklamotten hatte und jedes weibliche Kleidungsstück schrie nach Sex.
Ich versuchte diesen ganzen Neigungen wieder Herr zu werden, aber vergebens. Sie war stärker, denn nur wenn ich Frau war fühlte ich mich ganz, war glücklich, entspannt. Mein männliches ich wurde immer mehr zu Maskerade.
Irgendwann stellte ich als Frau fest, dass ich Männer in meine sexuellen Phantasien einbaute.
Mit der Zeit wurden diese immer plastischer und plastischer. Aber Sie (Ich?) wollte nicht nur einfach Sex mit ihnen, ich wollte benutz werden. Ich fing an Kontakte zum Rotlichtmilieu aufzunehmen, aber ich hatte keinen Sex sondern fragte aus, wollte lernen.
Die meisten reagierten, verständlicher Weise sehr abweisend, mit einer Ausnahme.
Ich traft mich öfters mit ihr, oft als Frau und wir verstanden uns, da sie meine Qual verstehen konnte.
Ich bekam tips zu Hormontherapie, zu Psychologen, wo ich mir Brüste vergößern könnte usw.

Irgendwann wachte ich auf und hatte eine Panikattacke, was passiert da mit mir?

Ich entsorgte alles was zum meiner weiblichen Seite gehörte, zog um die halbe Erde und fing ein neues Leben an.

Da ist nun 4 Jahre her, seit 2 Jahren bin ich in einer glücklichen Beziehung und nach anfänglichen Schwierigkeiten planen wir unsere Zukunft.
Ich liebe meine Frau, ja sie weiß von meinen Neigungen, aber nicht wie schwer und tief sie sind.
Ich habe keine Frauenkleider im Haus und bisher ging es mir auch ganz gut. Bisher.
Seit 4 Wochen nagt es aber an mir, erst waren es Träume, aber jetzt merke ich es auch Tagsüber. Ich spüre, wie meine feminines Alter Ego raus will und ich habe angst.
Ich liebe meine Frau und inzwischen auch mein Leben, aber ich habe das Gefühl ich lebe in Maskerade, bin Beifahrer.
Gestern habe ich endlich einen Termin gemacht. Habe schon öfter dran gedacht zu einen Therapeuten zu gehen, aber mich in all den Jahren nicht getraut.

Ich habe Angst was bei dem Gespräch heraus kommt.
Ich habe Angst alles zu verlieren, was mir am Herzen liegt und wichtig ist.
Ich habe aber auch Angst, dass mein Leidensdruck zu groß wird, das ganze droht mich aufzufressen.
Ich will doch nur ich sein, ich will nicht mehr verwirrt sein. Ich habe Angst.

J.

Antworten (2)

Hallo JackFisk,

Interessante Geschichte, aber ich merke dass du besonders Wert auf Kleidung legst, weiß nicht ob ich da richtig liege. Indemfall glaube ich dass du weiterhin ein Leben als Mann führen und einfach nur ab und zu in einer weiblichen Rolle spielen willst. Sowas ist völlig in Ordnung und du musst dich dafür auch echt nicht schämen.
Mit deiner Frau kann das klar auch schwerer werden, aber es ist ein Unterschied, wenn jemand ab und zu in einer Rolle schlüpft, oder sich komplett verändert mit Hormontherapie und OPs sowie Personenstandänderung, alles Sachen die du denk ich ja garnicht willst.
Du solltest dich auf alle Fälle nicht selbst bekämpfen. Deine Frau kennt doch deine Geschichte oder? Hat sie was dagegen dich mal als Frau zu sehen?

Schreckliches Schicksal!

Professionelle Hilfe beim Therapeuten suchen ist eine hervorragende Idee.
Th.

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