Kann man Fliptricks besser auf einem breiten oder schmalen Skateboard erlernen?

Unser dreizehnjähriger Sohn wünscht sich zum Geburtstag Skatebords und träumt schon von vielen Tricks, die er damit machen kann. Ich habe breite und schmale Skatboards gesehen. Mit welchen lassen sich diese Fliptricks am leichtesten erlernen, was meint ihr?

Antworten (2)

Jo, für Fliptricks sind dünne schmale Skateboards besser als breite.

Kann man so pauschal...

Kaum sagen. Vereinfacht ausgedrückt, breitere Decks drehen langsamer aber vorhersehbarer. Schmale drehen schneller, dafür aber "unvorhersehbarer". Meiner Ansicht nach bekommt ein Anfänger das Flippen des Boards mit einem schmalen Brett früher hin, wird jedoch länger brauchen den Trick sauber auszuführen, kontinuierlich zu stehen und hoch zu springen. Ist jedoch eine allgemeine Aussage. Art der Achsen und Größe/Gewicht der Rollen können das Verhalten eines Boards maßgeblich beeinflussen.

Kaum ein Einsteiger hat Anfangs die Koordination, Schnellkraft oder Sprungkraft, allein einen "guten" Ollie (also einfach mit dem Board zu springen, z.B. über eine Bordsteinkante) in kurzer Zeit zu erlernen. Und bei diesem Sprung, dessen Ausführung und Höhe eigentlich die Basis für alle anderen ist, macht das Brett anfangs wenig Unterschied. Was nicht heißt es wäre egal welches man kauft. Soll ja im besten Fall auch Spaß machen es zu fahren und lange in Gebrauch bleiben.

Ich lese aus deiner Frage heraus, daß der Sohnemann bisher keine bis wenig Erfahrung mit Skaten hat. Wachsen wird er wohl auch noch. Ich würde zu einem Deck mit 7, 5 Inch Breite (oder knapp drunter) raten. Ist Standard und er kann lange Spaß mit dem Brett haben. Bleibt er bei dem Sport und wird besser, kann er sich ein neues Deck besorgen wenn er verschiedene Konfigurationen einigermaßen einschätzen kann und dann vom Standard ausgehend andere Setups bewertet. Oder das Deck aus Gewohnheit behalten und andere Teile austauschen. Bis es soweit ist wird einige Zeit verstrichen sein.

Wichtiger als die Breite ist, daß man ein vernünftiges Board kauft. Du hast jetzt nicht geschrieben wieviel es kosten soll/darf. Eine Bekannte hat mich vor einiger Zeit gebeten sie bei der Auswahl eines geeigneten Skateboards für den Neffen (8 Jahre alt) zu beraten. Es gibt mittlerweile massig Angebote an Boards ab 25-50 Euro. Dachte dafür bekommt man etwas passendes für den Einstieg, insbesondere wenn damit einfach nur gefahren werden soll, ohne Tricks. Wir haben uns daraufhin verschiedene Skateboards in Sportläden und Kaufhäusern angeschaut. Eigentlich sind die Teile wirklich "Pfennigprodukte", sollte mittlerweile keine Quantenphysik mehr sein etwas brauchbares für wenig Geld anzubieten. Ich war ziemlich erstaunt, daß die Skateboards alle durch die Bank schlechter waren, selbst als die Billigteile, die in den 80ern in Spielzeugläden verkauft wurden. Auch mit meinen über 80 kg war es nicht möglich damit einen irgendwie akzeptablen Kurvenradius zu erzielen, mal ganz abgesehen von harten Plastikrollen ohne Grip und allgemein verzogenen Boards an denen nur drei Rollen Bodenkontakt haben. Wenn ich mit über 80 Kilogramm so ein Board nicht vernünftig lenken kann, wird das ein leichterer Fahrer auf keinen Fall schaffen. Diese Boards sind einfach billig und funktionieren nicht wirklich. Sind im Grunde 12 Dollar Boards, die hier für 25-65 Euro verkauft werden, je nachdem wie bekannt und beliebt der Hersteller ist. Die Boards von bekannten Spielzeugherstellern unterscheiden sich nicht wirklich von No-Name Produkten, bis auf den Preis. Viele Eltern/Laien machen den Fehler billige "Einsteigerboards" zu kaufen. Einsteigerboards gibt es in der Form aber eigentlich nicht. Es gibt Boards mit vernünftigen Rollen und Achsen und solche, mit denen man von Anfang an kein besonders schönes Fahrerlebnis hat und niemals haben wird. Ein Board funktioniert eben gut oder schlecht, und das bei einem Einsteiger oder Fortgeschrittenen in den Grundfunktionen ziemlich ähnlich. "Einsteigerboard" sehe ich bei der Mehrzahl der Angebote mittlerweile als Synonym für ein schlechtes Board. Ohne Traktion, vernünftiges Lenkverhalten und Belastbarkeit. Ein Billigboard macht schon beim Fahren wenig Spaß, Tricks würde ich keinen Jugendlichen damit machen lassen. Gibt haufenweise Berichte über gebrochene Achsen/Decks nach kurzer Zeit bei Billigbrettern, ohne das sie einer großen Belastung unterlagen wie sie beispielsweise bei Fliptricks von Erhöhungen auftreten. Die Belastungen werden oft unterschätzt.
Ich bin jahrelang geskatet (auch wenns ein ganzes Weilchen her ist) und habe extrem selten eine Achse oder ein Board brechen sehen, welche nicht durch die Nutzung schon so runtergewirtschaftet waren, daß es eigentlich nur eine Frage der Zeit war. Um ein Board soweit zu bekommen, muß man schon relativ gut skaten können., was man nach ein paar Wochen definitiv nicht kann. Diese Billigteile tun was ein Skateboard vordergründig können muß, sie rollen halbwegs geradeaus. Mehr aber auch nicht.

Meine Tipps für den Einsteigerskateboard-Kauf:

Ein Skateboard immer von Herstellern kaufen, die sich auf den Bereich spezialisiert haben! Bekommt man reduziert mit etwas Glück ab 90 Euro von auf Skateboards spezialisierten Onlineshops (einfach Skateboard + Online + shop googeln, die ersten Treffer sollten haben was du suchst). Das Geld was man durch ein Billigboard spart, ist es nicht wert etwas zu kaufen, das im besten Fall deutlich weniger Spaß macht oder das Erlebnis des Kindes vermiest, und im schlimmsten gesundheitsgefährdend ist.


Ich sehe für den Kauf folgende drei sinnvollen Möglichkeiten:

- Im kleinen Skateshop vor Ort kaufen ist meist teurer als Online. Das perfekte Board wird sich ein Anfänger auch dort nicht aussuchen können, da er noch nicht weiß, was seinem Stil entspricht oder welchen er überhaupt hat. Die Beratung wird aber meist ziemlich gut sein, solange es ein klassischer kleiner Skateboardshop ist. Man läuft da sicherlich mit einem Board-Setup raus, welches nicht schlecht ist, man lange verwenden und "modifizieren" kann. Für viele Kiddies auch nicht ganz unwichtig, das Bild auf der Unterseite des Bretts, daß sie sich dort aussuchen können. Falls man bereit ist deutlich mehr zu zahlen, sollte man einfach in einen der Shops gehen und dem Verkäufer Zweck und Preisspanne nennen. Wenn das machbar ist, kann man es kaufen oder mit dem Kind hingehen, es sucht sich Teile in der Preisspanne aus und bekommt das Skateboard zusammengestellt. Ich persönlich würde für das erste Board nicht den ziemlich hohen und im Grunde unnötigen Mehrpreis zahlen.

- Die günstigste und am wenigsten aufwändige Möglichkeit ist ein (evtl. reduziertes) Komplettboard in Onlineshops zu kaufen, die sich auf den Verkauf von Skateboards und Skatermode spezialisiert haben. Eher kein Skateboard mit No-Name Achsen kaufen. Achsen z.B. von Venture/Thunder/Tensor/Independent/Grindking sollten in Ordnung sein. Man kann noch ein paar Lenkgummis/Bushings unterschiedlicher Härte, (welche soft/medium/hart sind sollte oft dabeistehen, oder eben nach der Härteangabe in "a" gehen, je härter desto mehr "a" von ca. 78a bis 95a) zusätzlich bestellen. Damit kann das Lenkverhalten des Boards nachträglich auf die Bedürfnisse und das Gewicht des Kindes angepasst werden.

- Die aufwendigste Möglichkeit ist sicherlich das Board Online in Einzelteilen zu bestellen. Greift man auf reduzierte Ware zurück, ist das meist nicht teurer als ein Komplettboard, verfügt häufig aber über bessere Komponenten als wenn man irgendein Komplettboard zum selben Preis kauft.

Hier eine realistische Beispielrechnung eines zusammenpassenden Standardsetups, unter Einbeziehung von Marken mit denen man wenig falsch machen kann. Und so das es für deinen Junior passend sein sollte.

-> Deck: Breite 7, 25 oder 7, 5 Inch. Andere Angaben werden Online sowieso kaum gemacht und wären für nen Einsteiger auch kaum hilfreich.
Reduzierte kaufen! Die qualitativen Unterschiede sollten bei einem spezialisierten Shop nicht gravierend sein. Ein von 50 Euro auf 30 reduziertes Board ist nicht schlechter als eines für hundert Euro. Verschiedene Marken machen halt gutes Marketing und haben ansprechendere Bilder auf der Unterseite (die wenn man skaten kann nach einem Tag weggeschliffen sind). Definitiv nicht das Teil, für welches man bei einem Anfängerbord tief in die Tasche greifen sollte (solange es kein Longboard ist).
=um die 30 Euro

-> Achsen: Reduzierte. Beispielsweise von Venture/Grindking/Thunder/Tensor/Independent mit einer Breite von 5 Inch (5"), also um die 127mm.
= 32-40 Euro

-> Rollen: 53/54mm Durchmesser und eine Härte von 100a
= 20-25 Euro

-> Montagesatz: Schrauben für die Achsen
= 4 Euro

-> Eine Packung Spacer und Speed-Washers für Rollen
= 4 Euro

-> Kugellager: So ziemlich das unwichtigste am Board, auch wenn sich das etwas seltsam anhört. Die gravierenden Preisunterschiede liegen im Marketing der Firmen begründet, weniger der Qualität. Eigentlich gibt es kaum Unterschiede. Einfach zu günstigen um 12 Euro greifen, die über das Lager seitlich verdeckende schwarze/farbige Kunststoffringe verfügen. Dann kann man sie gut reinigen.
= 12 Euro

evtl noch Reinigungsspray für Kugellager

Je nachdem was und wo man kauft kommt man dann bei 100-130 Euro raus. Das Board besteht dann aus qualitativ hochwertigen und erprobten Komponenten die lange für Spaß sorgen sollten, belastbar/sicher sind und sich vernünftig fahren lassen. Wenn man in irgendeinem Shop bestellt der ein großes Sortiment und einen gefüllten Sale-Bereich hat, und nach vorher beschriebenen Spezifikationen geht, sollte man in etwa das bekommen mit dem man aus einem x-beliebigen Skateshop auch rausliefe, nur für weniger als den halben Preis. Plus, die Kiddies können es selbst zusammenschrauben, was denen meist einen großen Spaß bereitet. Für unter 100 Euro wird man kein vernünftiges Skateboard bekommen, über 130 kein wirklich besseres. Wenn das Interesse am neuen Spielzeug im Lauf der Zeit erlischt, kann man wenigstens sicher sein, daß es nicht an der mangelnden FUnktion des Boards lag. Falls die Kiddies dabei bleiben und irgendwann Tricks versuchen, braucht man sich keinen Kopf um die Belastbarkeit des Materials machen.

P.S. Das teuerste am Skateboarden ist eigentlich nicht das Brett, sondern die Schuhe die sich am Schmirgelpapier kaputtreiben. Da würde ich direkt irgendwelche günstigen kaufen. Über passende Schoner und Helm sollte man sich auch Gedanken machen. Aber mit 13, naja, ich hätt sie nicht getragen. Wenn Kinder mit Inlineskaten oder Skateboarden vergleichsweise spät erst anfangen, sollten sie am Anfang zumindest Handgelenkschützer/Wristguards tragen. Ist beim Skateboarden weniger wichtig als beim Inlineskaten, aber oft haben Anfänger die Tendenz Stürze mit den Händen abzufangen anstatt sich abzurollen. Nach meiner Erfahrung werden die nach ein/zwei Stürzen sogar freiwillig getragen.

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