Schlimmer Brechreiz als Zeichen einer psychischen Erkrankung (Depression)?

Ich habe folgendes Problem:
Seit mittlerweile drei Wochen geht es mir ziemlich schlecht. Angefangen hat alles damit, dass ich mich nach dem Frühstück plötzlich übergaben musste. Seit dem War mir lange schlecht und ich hatte permanent das Gefühl wieder brechen zu müssen. Dazu ist es aber nicht gekommen. Die Übelkeit hörte dann relativ schnell wieder auf, das Gefühl des Brechreizes blieb aber. Und dieses Gefühl „zerstört“ mir jetzt das Leben. Ich traue mich nirgends mehr hingehen, weil ich Angst habe, mich übergeben zu müssen. Mir ist aufgefallen, dass das Gefühl, wenn ich daran denke irgendwo hinzumüssen, stärker wird, bzw. an Tagen, an denen ich das Gefühl nicht direkt habe, plötzlich auftritt.
Hier kommt hinzu, dass es mir allgemein seit langer Zeit nicht besonders gut geht (psychisch). Ich habe großen psychischen Stress aufgrund meines Studiums und meiner Situation zu Hause (Eltern in Scheidung, wobei es sich um einen regelrechten Rosenkrieg handelt (den mein Vater verschuldet); meiner Schwester geht es seither auch sehr schlecht (Depressionen) und auch meine Mutter ist nicht gut drauf – das heißt zu Hause ist die Stimmung oft schwierig). Hiermit begann der ganze „Teufelskreis“ eigentlich. Ich konnte mich zu Hause nie konzentrieren, hatte den Kopf voll mit den Problemen anderer Leute. Dadurch konnte ich irgendwann einfach nicht mehr Lernen bzw. tat mir extrem schwer dabei. So kam ich immer mehr in Verzug und jetzt stehe ich vor einigen Prüfungen, die mir total über den Kopf wachsen. Dazu kommt, dass ich nicht weiß, ob ich überhaupt weiter studieren will (ich sehne mich sehr danach, Arbeiten zu gehen). Dann kommt hier wieder hinzu, dass ich immer Angst davor habe, die falsche Entscheidung zu treffen und mich deshalb nicht entscheiden kann, ob ich nun wirklich aufhöre zu studieren oder ob ich weitermache so lange es geht. Das belastet mich wirklich sehr.
Ok wieder zurück zum eigentlichen Thema. In den letzten Wochen merke ich vermehrt, dass ich total schlapp bin. Jetzt ist es schon so weit, dass ich mich kaum noch aufrappeln kann, es fällt mir schwer überhaupt aufzustehen, weil alleine alles schon so schwer ist (weiß nicht wie ich es beschreiben kann, ich fühle mich so schwer und so schwermütig, dass ich einfach nicht hochkomme). Dazu kommt dass ich dauermüde bin, ich null Konzentration habe, keine Lust auf nichts und dann dieser Brechreiz, der mich einfach wahnsinnig macht. Ich war bereits beim Hausarzt, was relativ sinnlos war, weil der nichts sinnvolles gesagt hat, was diesen Brechreiz auslösen könnte. Dann war ich beim Internisten, der mir erstmal etwas gegen Gastritis verschrieben hat, weil sich meine Symptome danach anhörten (extremes Aufstoßen, Sodbrennen und eben der Brechreiz). Ok, schön und gut, nehme das Medikament nun seit ca. 4 Tagen, das Sodbrennen ist weg, das Aufstoßen teilweise noch da und der Brechreiz auch, wenn auch schon etwas weniger. Ich weiß aber nicht wirklich, ob dieser Brechreiz wirklich zu dem Sodbrennen usw. gehört. Mittlerweile ist zwar das Gefühl weg, ständig brechen zu müssen, aber ein komisches Gefühl der Anspannung ist geblieben. Dies ist auch im Hals, eben genau da, wo man den Brechreiz auch spürt. Umso länger ich dann darüber nachdenke, umso schlimmer wird dieses Gefühl und es verwandelt sich wieder in leichten Brechreiz. Genauso ist es, wen ich daran denke, in einer Woche wieder in die Stadt zu müssen, in der ich studiere (die ich übrigens null abkann, ich fühle mich dort sehr unwohl).
Ok ich muss aufpassen, dass ich den Faden nicht verliere. Ich denke darüber nach, dass dieser Brechreiz eine Art psychosomatisches Symptom ist, für den es keine organische Ursache gibt. Ich werde bald wieder eine Psychotherapie beginnen und hoffen, dass diese hilft, weil so kann ich nicht weiterleben. Dieses Gefühl blockiert mich dermaßen und macht mich kaputt.

Was denkt ihr, bzw. gibt es wen, der so etwas kennt? Ich würde mich freuen, wenn irgendjemand seinen Senf dazugeben will, mir seine Erfahrungen mitteilen möchte. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp, was ich machen könnte, damit ich diesen verdammten Brechreiz wieder loswerde. Habe auch schon über Hypnose nachgedacht.

Antworten (6)

Hey, ich bin auch noch auf der Suche nach den Ursachen meiner eigenen Symptome. Ich wollte dir nur sagen, dass du nicht alleine bist und das kann schon trösten. Wenn man sich klar macht, dass man nicht alleine und verrückt oder ein Sonderling ist, dann beginnt man auch etwas humorvoller zu werden. Ich habe mir angeeignet in ernsten Situationen wieder Herr der Sache zu werden, indem ich mich innerlich frage: Wovor hast du eigentlich jetzt grad wirklich Angst und ich finde nie eine Antwort, weil es auch keine gibt. Man hat nur Angst vor seiner Angst und man steigert sich dann quasi rein, sodass man sich mit seiner eigenen Energie selber verarscht und sinnlose Zeit vergeudet, indem man sich nur auf dieses Gefühl fokussiert. Dieser Prozess geht nur langsam. Man muss nur anfangen, sich selbst wieder zu beobachten, wenn es wieder passiert. Und ganz wichtig: Liebe dich so wie du bist. Akzeptiere deine Seele und deine Fehler, auch wenn du sie dir selbst beigebracht hast. Bleib nicht stehen. Du bist das Licht in der Dunkelheit. 😌

Wie habt ihr geschafft das es weg geht. Habe das jetzt seit November letzten Jshr und nervt total.

Habe das gleiche Problem

Hallo, bei mir ist es momentan auch ganz schlimm. Immer wenn ich an bestimmte Dinge denke, bekomme ich diesen schlimmen Brechreiz. Eigentlich sprichst du mir aus der Seele. Ich habe momentan privat, eine schwere Zeit. Daher denke ich auch, dass mein Nervensystem völlig kaputt ist. Dieser Brechreiz macht mich fertig. Ich bekomme dann sehr doll Panik, schwindel und Hyperventiliere manchmal sogar. Meistens geht es durch Ablenkung irgendwie weg. Muss manchmal aber auch zu Medikamenten greifen. Ich habe auch Symptome einer Magenschleimhautentzündung. Dies Bezüglich werde ich bald diverse Untersuchungen bei Ärzten durchführen lassen. Dazu kommt noch, dass ich an Emetophobie leide (Angst vorm Erbrechen). Diese verschlimmert dieses Gefühl noch. Dieser Brechreiz wird immer dann schlimmer, wenn ich mich in Stresssituationen befinde oder ich gerade einfach psychisch am Ende bin.
Ich hoffe dir geht es mittlerweile besser, mich würde es echt interessieren. Naja ich hoffe, dass man diese Phase bald besiegt hat.

Alles verloren

Ich habe vor einem Monat meine Freundin verloren , sie hat mich mit einem anderen betrogen und seitdem habe ich schwere Depressionen die mit extremen würgereiz einhergehen , manchmal muss ich solange wuergen bis alle säure weg ist und schon galle kommt :(( ich denke es hängt sehr vom Botenstoffhaushalt ab serotonin, dopamin, noradrenalin...

Depression

Hab dieses Gefühl von Brechreiz im Zusammenhang mit
Anspannung und Lustlosigkeit auch öfter.
Wenn so wie bei dir mehrere Faktoren hinzukommen,
spielt der Körper nicht mehr mit.
Aus diesem psychischen Problem wird dann auch ein
körperliches.
Du solltest in der Familie auf diese Probleme ansprechen. Ebenfalls
deine Schwester. Ihr seid für den Rosenkrieg nicht verantwortlich,
sondern nur die, die diesen anstiften und in ihrem Egoismus nicht
sehen welchen Schaden sie damit anrichten.
Vertraue dich zusätzlich einem guten Freund an. Auch wird
dir ein Psychologe weiterhelfen.
Das Leben ist trotzdem noch zu schön und es werden auch wieder schöne
Momente kommen.
Im Moment zählt jedoch nur den ersten Schritt zu machen.
Bezüglich deines Studiums kann ich dir nur raten, wenn du die
Quali hast und der Beruf ein Wunsch ist, mache weiter. Jetzt
in den Sack zu hauen, wäre nur eine Ausflucht in etwas anderem.
Auch bei der Arbeit wird der Leistungsdruck da sein. Wenn möglich,
kann ich ein Urlaubsaubssemester empfehlen, um diese wichtigen
Dinge zu klären.

Wünsche dir und deiner Schwester alles Güte!

Hi, ich denke, dass eine Psychotherapie wirklich ein Schritt in die richtige Richtung ist. Wünsche dir alles gute!

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