Ab welchem Alter kann man Kindern zumuten, sich von einem sterbenden Angehörigen zu verabschieden?

Meine Kinder sind acht und neun Jahre. Leider geht es meinem Vater nicht so gut und mit seinem Ableben ist wohl in den nächsten Wochen zu rechnen. Der Opa liebt seine Enkelkinder sehr und ich möchte doch, daß sie sich von ihrem Opa verabschieden können. Darf ich das meinen Kindern zumuten oder ist das erst ab einem gewissen Alter möglich? Bin sehr dankbar für jede Info. Gruß, Schokolade

Antworten (9)

Ich würde es davn abhängig machen, in welchem Zustand der Opa ist. Wenn er ruhig und friedlich daliegt, schön. Aber wenn er unter Schmerzen stöhnt und den Kindern dadurch Angst macht, ist es vielleicht besser, wenn das nicht das Bild ist, das sie in Erinnerung behalten.

Ob das Abschiednehmen eine schlimme Erfahrung für ein Kind ist, hängt vor allem von der Einstellung der Eltern ab. Wenn die sich "normal" benehmen in Gegenwart des Sterbenden, dann nimmt das auch den Kindern einen Großteil des Schreckens.

Wenn ein Kind Angst hat vor einem Sterbenden und ich ihm die Angst auch durch Erklärungen und mein eigenes Beispiel (den Sterbenden liebevoll ansprechen und Streicheln oder ähnliches) nicht nehmen kann, dann würde ich es nur ins Zimmer mit nehmen, es aber nicht zwingen, dem Sterbenden die Hand zu geben.

@ nokela

Mit gläubig oder nicht gläubig hat das m.E. nichts zu tun; eher mit dem Trend zum Verdrängen negativer Dinge...

War früher ganz normal

Früher auf dem Lande war das völlig normal, dass sich die ganze Familie um einen Sterbenden versammelt hat. Der Tod war Bestandteil des Lebens. Heute wird er nach Möglichkeit verdrängt. Wahrscheinlich, weil die Leute nicht mehr gläubig sind.

@ Marshmallow

Nein, das gehört zum Leben dazu! Es bringt null, Kinder von allem fern zu halten; dann verkraften sie es später nicht. Es ist für beide Seiten gut, sich voneinander verabschieden zu können!

Das ist schrecklich, das schafft man ja kaum als Erwachsener. Und dann kleine Kinder?

In jedem Alter

Als mein Vater im Sterben lag, konnte sein zweijähriger Enkel das natürlich noch nicht verstehen. Aber er hat ihm die Hand gestreichelt und ihm ein Bild gemalt, das wir dem Opa später mit in den Sarg gelegt haben. Und heute noch redet der Kleine (mittlerweile fast 7) von seinem Opa und legt ihm Gänseblümchen auf den Grabstein.
Er hat also mitnichten einen Schaden davongetragen, und sein Opa war selig, dass er noch mal bei ihm war.

Moderator
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Als ich 8 Jahre alt war, starb mein einziger Großvater (der andere starb vor meiner Geburt). Meine Eltern gaben mir die Chance mich von ihm zu verabschieden.
Früher oder später muss sich jeder Mensch mit dem Tod eines Verwandten auseinandersetzen.....
Ich würde ihnen auf jeden Fall die Chance geben, sich von ihrem Großvater zu verabschieden.

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