Erfahrungen mit Psychopharmaka

Guten Tag,
ich schreibe gerade an einer Facharbeit und mir ist es sehr wichtig auch einmal von Betroffenen, ihre Erfahrungen mit Psychopharmaka zu hören. Habt ihr sie als sinnvoll empfunden?, was ist kritisch eurer Meinung nach und mit welchen Nebenwirkungen hattet ihr zu kämpfen? Was hat euch bei eurer Behandlung geholfen, im Bezug auf Ängste und Unsicherheit, gerade auch auf das pflegerische und ärztliche Team bezogen?
Ich hoffe ich bekomme ein paar Beiträge und freue mich auf einen Austausch.

Antworten (1)

Hallo Gast,
Ich habe Psychopharmaka vor 4 Jahren nach einer Querschnittslähmung verordnet bekommen. Die Ärzte wollten wohl mit der Gabe von Mirtazipin sicher gehen, dass ich durch die Lähmung nicht in ein Loch falle. Für mich war diese Verordnung völlig unnötig, denn ich bin der Meinung dass man nach so einem Schicksalsschlag das Recht hat auch einfach mal down zu sein. Verordnet wurde mir das Medikament 4 Monate ich nahm es jedoch nur 4 Wochen und das auch nur weil es im Krankenhaus kontrolliert wurde dass man es nimmt. Direkt nach dem Krankenhaus kam ich auf Reha und ab da an landete das Zeug in der Toilette. Ich fand die Zeit während der Einnahme furchtbar. Man war wie zugedröhnt, alle äußerlichen Einflüsse kamen wie durch eine Wattewolke auf mich zu. Ich war in der Zeit einfach nicht ich, es war als stünde ich neben mir. Normal und rational denken war fast unmöglich. Ich war froh als ich es nicht mehr nehmen musste.

Meiner Meinung nach wird Psychopharmaka viel zu schnell verschieben und sogar, wie in meinem Fall, präventiv eingesetzt. Ich finde es nicht in Ordnung wenn man einem Menschen damit die Trauer nimmt, denn man braucht auch Trauer um zu verarbeiten. Sicherlich gibt es Menschen denen Psychopharmaka sogar das Leben retten, aber leider wird es auch zu oft zum ruhig stellen verschrieben.

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