Fristlose Kündigung eines Azubi?

Hallo an alle,

ich habe folgendes problem.
Ich bin arbeitgeber und ausbilder. In unserem kleinbetrieb kommt es öfters vor, wo ich öfters auch kurzfritsig (2-3 Tage) vorher den arbeitsplan ändere.
nun wollte ich heute den arbeitsplan nicht kurzfristig ändern. genau 7 vorher.
habe meinem Azubi eine sms geschrieben, dass er bitte eine anders schicht machen soll.
Es kam dann eine Antwort dass er nicht kann, weil er einem bekannten schon etwas versprochen hat, und dadurch er 100 euro verdient. habe ihm dann geantwortet dass der betrieb vor kommt, und dass er so zu arbeiten hat wie ich es will.
es kam nur eine kurze Antwort " das ist eine unverschämtheit "

nun liegen ja folgende sachen vor:
1. Azubi verdient sich geld scharz
2. Azubi verdient sich geld ohne meine erlaubnis
3. Azubi verweigert Arbeitszeit
4. Azubi ist respektlos bzw. wird beleidigend.

wenn man all diese aspekte sieht, gäbe es einen grund zur ausserordentlichen kündigung??

ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen, werde sonst bis montag warten und am besten meinen Steuerberater um rat bitten, bin jetzt aber total verärgert und möchte am liebsten jetzt schon klar im kopf sein.

danke im voraus und gutes WE an alle

Antworten (7)
...

So wie sich nun alles rauskristalliesiert hat... gebe ich Kermit absolut Recht!

Moderator
Hallo!

Also wenn ich das so lese, dann möchte ich meine Ratschlag zur Abmahung eingentlich wieder zurückziehen. Wenn ihr euch eigentlich so super versteht, dann führe kein Chef-Azubi-Gesprüch mit ihm, sondern unterhalte dich einfach mit ihm. Und mach ruhig den Einsteiger "ich wollte wissen, warum wir uns nicht mehr so gut verstehen". Gib ihm das Gefühl, nicht auf seiner Seite die Schuld zu suchen, sondern gib ihm das Gefüh (und das solltest du auch wollen) herausfinden zu wollen, warum das nicht mehr stimmt. Wenn er merkt, dass dir das Wichtig ist, ist das vielleicht auch nicht schlecht... Ich könnte mir vorstellen, dass er vielleicht nicht ganz damit umgehen kann, zu wissen, dass er nach seiner Ausbildung die schöne Arbeitsstelle verlassen muss und nicht rech weiß, was auf ihn zukommt. Denn offenslichtlich ist das Arbeitsklima bei euch doch ungewöhlich locker. Vielleich macht der deswegen auf "trotzig".

Wenn dir was an dem freundschaftlichen Verhältnis liegt, dann geh auch freundlichaftlich auf ihn zu. Du bist der ältere, reifere. Steh drüber, spring über deinen Schatten. Und mach keine Abmahung.

Viele Grüße

Kermit

@alle

Hallo an alle die mir geantwortet haben und vielen dank dafür.

um es klar zustellen da ich wohl vergessen habe etwas zu tippen.

Es handelt sich hier um eine planänderung 7.tage vorher.
Ich habe mit meinem Azubi ein sehr gutes verhälntnis gehabt, so dass wir auch mal am Wochenende zusammen was trinken gegangen sind..
Ich betreibe ein Reisebüro, und da gehört es auch dazu einen Samstag zu Arbeiten. Es ist auch nicht so dass er frei hätte an dem Tag, ich möchte nur seine arbeitszeit an dem Tag um 3 std. verschieben. Es ist auch von den Arbeitszeiten rechtlich alles ok, und nicht das erstemal dass er um diese Zeiten Arbeiten soll. Zudem versuche ich die Arbeitspläne so zu machen, dass es jedem Mitarbeiter passt, auch besondere Wünsche mit arbeitszeiten und Freien Tagen berücksichtige ich, nur für diesen Tag hat er mir auch bis dato nie erwähnt, dass es Ihm wichtig sei. Wenn dann hätte ich ihm natürlich die 100 Euro auch aus meiner Tasche gegeben. Mir kommt es halt nur so vor, dass er es jetzt sagen musste, weil er sonst hätte arbeiten müssen.

Der Azubi wird diesen Sommer fertig mit seiner Ausbildung, ich mochte ihn auch sehr, und wir haben uns immer super verstanden. Bis ich ihm vor einem Monat gesagt habe, dass ich ihn nicht übernehmen kann, aber eingesetzt habe ich mich trotzdem für ihn, dass er in einer anderen Filiale aufgenommen wird, mit Erfolg. Seitdem hat er sich radikal geändert. Tauscht ungerne schichten, hat sich mit der neuen Azubine gestritten und redet mit ihr nicht mehr. Tauscht ungerne schichten. Ich meine ich bin ein sehr netter Vorgesetzter. Ich bin für jeden spass zu haben, die Mitarbeite können gerne auch mal auf der Arbeit im internet surfen, Facebook, während der Arbeitszeit zum Arzt laufen, Einkaufen gehen, zum friseur gehen usw. Es hat immer alles super harmoniert. Jetzt ist wirklich das erste mal, dass ich als chef auch mal den A....loch rauslassen muss, er soll auch mal lernen sich unterordnen zu können. Es hat nichts mit versklaven zu tun oder ähnlichem zu tun. Ich bin bis jetzt immer wie ein guter freund gewesen, mit dem man auch reden konnte. JA wir haben uns auch oft sms geschrieben, Es ist nichts neues. Ich möchte mich jetzt einmal durchsetzen kurz vor seinem Ende der ausbildung, denn ich denke nicht dass die anderen chefs so sind wie ich, er soll auch dies lernen, sonst hat er woanders große probleme.

Ich werde dann am Montag mal ein gespräch mit ihm führen, und im anschluss eine Abmahnung geben.

LG

...

Allen vorangegangenen Antrworten möchte ich grundsätzlich beipflichten.
Außerdem stellt sich mir hier die Frage welche Gebärde es ist als Arbeitgeber mit seinen Mitarbeitern über SMS zu kommunizieren???
a. Der Azubi ist ziemlich dumm wenn er erwähnt, dass er einem Bekannten hilft und dadurch mehr Geld verdienen kann...
1. Wenn der Azubi einem Bekannten aushilft und er dabei eine Zuwendung erhält, würde ich das nicht unbedingt als Schwarzarbeit bezeichnen.
2. Dadurch das der Azubi einem Bekannten aushilft, verdient er sich kein Geld ohne die Erlaubnis des Arbeitgebers... und um eine Erlaubnis sich noch woanders Geld zu verdienen, benötigt ein Arbeitnehmer keine Erlaubnis vom Arbeitgeber im Sinne sich noch Geld zwischendurch zu verdienen. Wohl muss ein Zweitjob dem Arbeitgeber gemeldet werden.
3. Der Azubi verweigert nicht die Arbeitszeit, er zeigt nur an, dass er Aufgrund des alten Arbeitsplans seine private Zeit schon verplant hat.
4. Der Azubi drückt seine Emotionen aus. Das Wort unverschämt ist keine Beleidigung.
Wenn Du mit Deinem Azubi zufrieden bist, sonst würde er bei Dir ja nicht arbeiten, dann vergiss diese Sache ganz schnell und sprich sie auch nicht wieder an.
Einen Grund zur Kündigung gibt es unter diesen Gesichtspunkten auf keinen Fall.

.....

Ersteinmal um welche Arbeit handelt es sich?
Es ist immer noch so, das für Auszubildende besondere Vorschriften gelten.
Und daran hat auch ein Arbeitgeber sich zu halten.
Auch wenn es eine kleine Firma ist.
Und Fristlos Kündigen ist auch nicht möglich, zuerst Abmahnung, es sei den es liegt ein besonders schwer fall vor wie Diebstall.

Moderator
@ wichtigefrage

Hmmm ..., ich glaube, da haben sich wohl beide Seiten nicht wirklich richtig verhalten.
Ich kann deinen Azubi schon verstehen, das er vielleicht etwas sauer wird, wenn er von dir hört "er so zu arbeiten hat wie du es willst". Aber er hätte dir auch nicht so eine Antwort geben dürfen. Ich glaube, da hast du dich bestimmt etwas falsch ausgedrückt. Ich weiß ja nicht, wie alt dein Azubi ist und was so alles in seinem Ausbildungsvertrag steht, wie seine "Arbeitszeit" geregelt ist, ob er auch am Wochenende arbeiten muss usw..
Wenn mir jemand sagen würde, "du musst arbeiten wie ich es will", dann würde ich mich bestimmt auch fragen, bin ich ein Mitarbeiter, oder ein "Sklave" der machen muss was der Chef sagt.
Wie es auch "Kermit" schon geschrieben hat, was sollen das mit der "7" bedeuten?
Was wäre denn gewesen, wenn dein Azubi deine SMS gar nicht beantwortet hätte und am Montag gesagt hätte, das sein Handy das ganze Wochenende aus war und er die SMS erst am Sonntag Abend oder Montag Morgen gelesen hätte?

Diese Antwort wurde von einem Moderator bearbeitet.

Moderator
Hallo wichtigefrage!

Ich bin zwar kein Arbeitsrechtler, sehe aber da schon relativ viele Gründe zumindest für eine Abmahnung. Ob ohne Abmahnung eine fristlose Kündigung gerechtfertigt ist bezweifle ich fast. Ich nehme ja an, dass er nicht mehr in der Probezeit ist - denn dann wäre das ja unkompliziert möglich.

Dass er sich schwarz Geld verdient ist die eine Sache (...und noch so blöd ist, das zu erzählen!). Wenn er einem Bekannnte allerdings im Rahmen der "Nachbarschaftshilfe" hilft, muss das nicht vom Arbeitgeber genhemigt werden, das ist dann ja keine "Nebentätigkeit".

Respektlos und unverschämt - das muss in einem Gespräch geklärt werden, vielleicht bie der Aushändigung der Abmahnung.

Arbeitszeit: Du hast oben eine Angabe vergessen: 7 was? Stunden? Tage? wen das 7 Tage waren, dann ist der Azubi sicher im Unrecht. Bei 7 Stunden würde ich ihm eigentlich recht geben.

Es ist gut, dass du übers Wochenende einen klaren Kopf bekommen willst. Es wäre nämlich für einen Arbeitgeber absolut unprofessionell und unangebracht, am Montagmorgen den Frust in falschen Worten, Tönen und Lautstärken dem Azubi gegenüber abzulassen.

Ich würde eine Abmahung verfassen und gleich am Montag ein Gespräch mit ihm führen. Am Besten allerdings mit einer dir Vertrauten Person, die dir Sicherheit gibt (damit du nicht aus Wut was Falsches sagst) und als Zeuge anwesend ist.

Viele Grüße
Kermit

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