Kann ein Querschnittsgelähmter unter Umständen wieder laufen?

Eine Freundin von mir ist seit kurzer Zeit querschnittsgelähmt und gerade aus der Reha. Sie kann die Beine gar nicht bewegen, ich denke das ist in so einem Fall normal. Sie meint aber, in der Reha hätte Sie es ein wenig gekonnt und meint Sie wolle weiter trainieren um irgendwann wieder ganz normal laufen zu können.
Ich will Ihr die Hoffnung nicht nehmen, will aber auch nicht, dass Sie irgendwann enttäuscht ist.
Also wie ist das genau und was kann ich Ihr sagen?

Liebe Grüße

Leonie

Antworten (47)
@da beste Bazi

Ganz stark.

Wünsche dir viel Kraft zum Weitermachen und Durchhalten.

Ich kann wieder gehen

Ich hatte 2014 Unfall mit inkom. Querschnittslähmung und erst keinerlei Funktion in den Beinen. Nach 8 Monaten wurde ich ohne Krücken aus Krankenhaus entlassen.. Also es ist möglich..

Bin einer von Hundert

Hallo
hatte 2006 einen Arbeitsunfall mit 99 % Spinalkanaleinengung auf Höhe L 1. Heute laufe ich nach über 500 Doppeltherapien Physiotherapie etc. wieder fast normal nur rennen geht leider nicht.
Hatte großes Glück.
Lest mal die Schriften von Ravi Roy und Samuel Hahnemann.
Viele Grüße

Inkompletter Querschnitt

Hallo ich habe nach einem Arbeitsunfall im Juli 2016 einen inkompetenten Querschnitt. Habe in einer 5 monatigen Reha sehr viel trainiert kann mittlerweile mit Krücken bis zu 500 meter gehen. Habe probleme mit Darm und Blase. Hoffe das sich da noch etwas bewegt. Darum nicht aufgeben!!!!

Querschnitt, laufen?

Hallo, bin neu im Forum. 2008 unverschuldeten Motorradunfall.. (55 jährige). Gegnerische Unfallversicherung zahlungspflichtige. Diagnose Querschnitt-inkomplett. Frühreha im Quetschnittgelähmtenzentrum Hamburg/Boberg. Habe dort täglich trainiert auch außerhalb der Rehazeiten. Nach 4 Monaten nach Hause entlassen. Zuhause in Norddeutschland eine Reha gefunden, die sich mit Querschnitt auskannten. Oberkörper war schon gut trainiert, hatte viel mehr Muskeln als vor dem Unfall. Beine trainiert mit Beinpresse bis 30kg. Viel im Bad, versucht freihändiges Laufen. Viel laufen am Barren. Nach 3 Jahren Training, versucht am Rollator. Jetzt trainiere ich weiter täglich am Rollator. Habe Zuhause einen eigenen Trainingsraum ausgestattet mit Motomet, Sprossenwand, Stehgerät usw. Jetzt laufe ich ca 300 Meter am Rollator. Also viel trainieren, es ist einiges Möglich. .

Vielen Dank für deine Antwort und die Tips. Werde das mal mit meiner Physiotherapeutin besprechen und die Therapie umstellen.
Die Aussage deines Psychologen kann ich nur bestätigen. Hab selbst auch nie zurück geschaut oder bin in Trauer verfallen, habe es eher als neue Herausforderung angenommen. Auch wenn es doof klingt sehe ich es zum Teil auch als Geschenk, denn, wie du es schon so schön beschreibst, ändert sich dadurch auch die Sichtweise und dafür bin ich dankbar. Ich bin heut auch zufriedener und glücklicher als zuvor, man weiß halt vieles mehr zu schätzen.

Es hat ca. 3 Jahre gedauert, bis ich begriffen habe, daß das alte Körpergefühl weg ist. Nach ca. 4, 5 Jahren hab ich den Physiotherapeuten gewechselt. Nicht weil er nicht gut war, sondern weil ich neue Impulse gebraucht habe. Der hat mich nach vorne gebracht. Zu dem Zeitpunkt bin ich auch nur rumgewackelt und rumgestolpert. Der hat dann angefangen, mit mir Kräftigungsübungen für die Rumpfstabilisierung zu machne. Übungen am Turm, am Boden, Muskelaufbautraining. Ich habe die ersten Jahre alle Kraft kompensiert, die ich nur aufbringen konnte, für mein Training. Ich habe nichts anderes gemacht. Und es hat sich gelohnt!!!! Ich habe den Alltag als Übungsfläche benutzt, um in eine gewisse Normalität zurück zu kommen. Von Kuchen backen bis einkaufen.
Ich habe mir in der Umgebung Strecken ausgesucht, die ich gerade geschafft habe und diese waren dann immer meine Meilensteine. Daran hab ich dann messen können, ob es besser wird.
Ich habe meine Sichtweise so geändert, daß ich meine Therapie als Sport heute bezeichne. Das nimmt etwas die Schwere. Die Krücken hab ich gegen Walkingstöcke getauscht. Das gibt dem Ganzen einen sportlichen Charakter.
Das hört sich für dich vielleicht komisch an. Aber mir hats geholfen, sich nicht immer so krank so fühlen.
Ich kann dir nur sagen. Jede kleinste Verbesserung heißt, es kann auch noch besser werden!!!
Ein Psychologe hat am Anfang zu mir gesagt. Es ist für uns besser, das zu sehen, was wir wieder können und nicht mehr das, was wir mal konnten.
Ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber eine Sichtweise, die einen hilft. Ich hab dadurch Demut und Wertschätzung und vor allem Selbstliebe gelernt.
Liebe Grüße Gertraud

@Betroffen_66_Murnau

Zu allererst würde mich brennend interessieren ob du noch Gefühl hast und in diesem Zusammenhang auch wie du es geschafft hast dein neues Körpergefühl zu entwickeln.
Das ist bei mir nämlich der große Knackpunkt. Ich weiß, dass ich es schaffen kann wieder zu laufen aber ich finde einfach mein Körpergefühl nicht, hab absolut keine Kontrolle über mein Gleichgewicht und eiere nur rum.
Wäre schön wenn du berichten könntest wie du es auf die Beine geschafft hast.
Das ist nämlich nach wie vor mein größter Wunsch, hätte es so gern, dass mein jüngster Sohn (3Jahre) mich einmal laufend erlebt.
Vielleicht hast du ja Tips diesbezüglich.
LG Rice

Ja gerne. Was wollt ihr wissen??

Ja gerne. Was wollt ihr wissen?? Ich kann viel erzählen nach 10 Jahren. Von welchem Bereich. Die sozialen, finanziellen, zwischenmenschlichen etc.......

Luci

Ja da schließe ich mich Rice an ☺

@Betroffen_66_Murnau

Es wäre schön wenn du mit uns deine Erfahrungen teilen würdest. Auch wenn jeder Querschnitt unterschiedlich ist können wir ja nur voneinander lernen.

Selbst betroffen seit 10 Jahren mit inkomplettem Querschnitt

Ich hatte im Juli 2007 eine OP am Rückenmark BWS 6 / 7. Seitdem bin ich inkompl. Querschnitt. Ich habe mich wieder hochgerappelt. Allerdings mit seeeeehr viiiielen Höhen und Tiefen. Ich kann heute wieder relativ gut gehen. Bin auch für fast ein halbes Jahr im Rollstuhl gesessen. Falls es euch interessiert, gebe ich meine Erfahrungen gerne weiter. Ich glaub, die könnten machen motivieren.

Luci

Hallo Rice
Danke dir.. und ja ich weiß was du meinst mit ganz anderen Augen ☺
LG Luci

Hallo Luci

Finde deinen Schlusssatz total klasse. Hast vollkommen Recht, es gibt echt schlimmeres. Deshalb bringt auch kein Jammern was, Kopf hoch (wer kann) und das Beste draus machen.
Klar machen wir uns nichts vor es ist ein Kampf und manchmal auch echt nicht leicht, aber man darf einfach nicht aufgeben. Zudem denke ich, auch wenn es blöde klingt, dass wir einen Vorteil haben: Wir sehen die Welt und das was wichtig ist mit ganz anderen Augen als zuvor. Ich denke du weißt wovon ich rede, kämpfst diesen Kampf ja schon eine ganze Weile.

Die Offenheit unter Betroffenen aber auch gegenüber Anderen find ich persönlich sehr wichtig. So können wir uns gegenseitig ein bisschen stärken und zeigen, dass niemand allein ist mit seinem Schicksal. Auch können wir nur durch Offenheit nicht Betroffene aufklären und für mehr Toleranz und Respekt uns gegenüber sorgen.
Ich wünsche dir viel Kraft und vor allem Gesundheit. Vielleicht liest man sich ja nochmal.
LG Rice

Luci

Wollte nur kurz schreiben das ich es klasse finde wie offen ihr hier über euren Querschnitt schreibt bin selber betroffen seit 1988 durch eine Operation an der Wirbelsäule da sind nerven durchtrennt wurden naja ich habe damit gelernt zu leben sage mir immer es gibt's schlimmeres auf der Welt ich lebe noch und das ist schon viel wert ...

Mahlzeit Heatley

Danke für den Tipp. Werd ich auf jeden Fall mal versuchen. Zur Zeit ist die Krankenkasse ja ganz gnädig mit mir.
Ja Rückschläge gehören immer mal wieder dazu, aber so wird es wenigstens nicht langweilig.
Wünsche dir weiterhin maximale Erfolge und vor allem Gesundheit. Man liest sich.
LG Rice

Hi Rice!!

Ja, Rückschritte und auch Tiefen gehören bei uns leider nunmal dazu. Aber danach kommen auch wieder Erfolge, ganz sicher. Zum Thema Spitzfüße habe ich nen Tipp bekommen. Hab vor einigen Tagen nen Stehtrainer beantragt, der soll dagegen helfen und man hat auch gute Karten, den bei der KK zu bekommen, versuchs mal. Dir weiterhin viel Glück, bis demnächst mal.
Bis dahin!
Hatley

Hallo Heatley

Schön mal wieder von dir zu lesen. Bist jetzt bestimmt voll im Stress. Bau ist so anstrengend, bin froh, dass bei mir der Umbau fertig ist.
Zu deiner Frage zwecks Motomed: Ich trainiere 3mal für jeweils eine halbe Stunde die Beine und 2mal für 45 min die Arme. Hab aber mit wesentlich weniger angefangen (Beine zu Beginn einmal täglich eine viertel Stunde und Arme zweimal eine viertel Stunde). Länger schaff ich es nicht am Stück zu sitzen. Hab schon seit Beginn der Erkrankung starke Schmerzen in der Hüfte, will aber nicht so starke Medikamente dagegen nehmen, keine Lust auf Abhängigkeit oder Organschäden. Also heißt es aushalten und viel liegen wenn es garnicht mehr geht. Das mit der Rumpfstabilität kenn ich zu gut. Hab es erst vor kurzem so halbwegs in den Griff bekommen. Mir hat das Training vorm Spiegel mit einem Ballkissen dabei gut geholfen. Ist aber auch noch nicht so wie ich es gern hätte. Dauert halt sehr lange bis sich Verbesserungen einstellen. Da fällt es schon manchmal schwer durchzuhalten, aber in solchen Momenten muss man sich halt zwingen.
Zur Zeit mach ich leider einige Rückschritte. Hab wieder starke Spasmen bekommen, das Gezappel in den Beinen nervt echt. Mein rechter Fuß hat dann auch noch beschlossen zum Ballett zu gehen. Hab nen Spitzfuß ausgebildet und der sture Hund verharrt fest in dieser Position. Hab mir also doch ne Orthese besorgt um Schäden an den Sehnen zu verhindern. Trag die jetzt, außer zur Nacht, rund um die Uhr und zwinge ihn so in die richtige Position. Ein gutes hat es aber, das Laufen ist damit viel Sicherer geworden. Denke, dass ich damit wieder ein Stück vorwärts komme.
Das war erstmal das Neueste von mir. Wünsche dir weiterhin viel Kraft und Durchhaltevermögen bei deiner Therapie. Hör auf deinen Körper und setz dich nicht unter Druck. Es braucht halt alles wahnsinnig viel Zeit, nimm sie dir.
Liebe Grüße, Rice

Hallo Rice!!

Da bin ich auch mal wieder ;-) !!
Naja noch läufts bei mir etwas schleppend. Aber ich bleibe dran. Immer fleißig Motomed. Wie oft bzw. wie lange machst du das am Tag? Bei mir kommt etwas mehr Muskelkraft wieder. Aber ich muss gleichzeitig viel an meiner Rumpfstabilität üben, da ich sehr hoch (TH6) gelähmt bin. Morgen kommt mein Schwingstab, den ich mir bestellt habe, der hat mir damals in der Reha gut gefallen bezüglich Rumpfstabilität. Hab echt noch viel um die Ohren, weil wir jetzt anfangen zu bauen, ist ja auch was gutes ;-). Wie das bei uns Querschnittgelähmten halt so ist, es knallt von allen Seiten in den Kopf hinein. Aber freut mich, das du Fortschritte machst und das ich dich animieren konnte. Manchmal ist man auch mal echt müde und es ist schwer den Schweinehund zu überwinden. Man muss sich eben durchbeißen. Finde auch schön, das der Frühling kommt, dann kann man wieder mehr raus.
LG Heatley

Hi heatley

Da bin ich mal wieder. Wie geht's denn so? Hoffe gut. Hab jetzt ne neue Möglichkeit gefunden mein Gleichgewicht zu trainieren. Seit 2 Wochen hab ich nen Medizinball. Macht sich echt gut, das freie Sitzen klappt seit dem immer besser. Übe immer mit meinem Freund zusammen, alleine ist es zu gefährlich. Bin echt begeistert davon. Ab dem Sommer geht es auch wieder auf Radtour. Hole mir jetzt ein Adaptivbike für meinen Rollstuhl und dann geht es endlich wieder los. Wollte das zu Anfang eigentlich nicht weil ich ja so unbedingt wieder auf mein Mountainbike wollte. Irgendwann muss den eigenen Sturkopf doch beiseite schieben, man steht sich ja sonst nur selbst im Weg. Du warst übrigens mein Denkanstoß als du das mit dem Skifahren geschrieben hast. Ja, man kann von anderen Betroffenen echt lernen. Freu mich jetzt tierisch auf den Sommer. Wünsche dir und deinen Lieben eine tolle Zeit,
Rice

Hi heatley

Halt dich auf jeden Fall auf dem Laufenden. Bin ja froh, dass hier auch mal ein anderer Betroffener schreibt und nicht nur welche mit Rolli-Fetisch. Behalte deine positive Einstellung! Wünsche auch dir gutes Gelingen.
LG rice

Nabend Rice

Habe mir neulich schon Infomaterial bezügl. Eksoskelett besorgt.
Und Elektrostimu in Kombination mit Motomed. Gerne werde ich dich darüber informieren, wies so läuft. Interessiert mich bei dir ja auch.
Na denn mal gutes Gelingen... Viel Glück weiterhin, bis dann!!
Heatley

Tach heatley

Ja meine Jungs sind schon ne super Motivation. Da du gern wieder auf Augenhöhe mit anderen willst könntest du dich ja mal über Orthesen informieren. Tolle Sache aber leider nicht für jeden geeignet. Bei mir geht das z.B. nicht, weil dann meine hart erarbeiteten Funktionen wieder zurück gehen würden. Gibt auch mittlerweile ganz tolle Eksoskelette die dir das Laufen wieder ermöglichen können. Einfach mal informieren und am Besten mit nem Physiotherapeuten beraten ob es für dich geeignet ist. Gibt auf jeden Fall viele tolle Sachen die uns das Leben wieder leichter machen können. Wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Glück, Erfolg und vor allem Gesundheit auf deinem Weg. Bin aber ziemlich fest von überzeugt, dass du es mit deiner Einstellung noch weit bringen wirst. Kannst ja zwischendurch mal schreiben wie es bei dir läuft, würde mich echt interessieren (Weiber sind halt neugierig).
LG rice

Hey Rice

Hört sich doch gut an bei dir!! Und ich kann mir auch gut vorstellen, daß du auch besonders durch deine beiden Kinder zusätzlich motiviert bist, das ist wunderbar! Und Fußball ist da schon die richtige Sportart ;-). Und wer weiß, was unsere Forscher noch so für uns erreichen können. In baue zwar nicht drauf, aber ich glaube das uns irgendwann geholfen werden kann. Das hat weltweit mit höchste Priorität, hier den Durchbruch zu schaffen. Auf jeden Fall wird viel daran gesetzt uns das Leben leichter zu machen, auch bezüglich Fortbewegungsmittel. Ich werde mir zumindest noch ein Gefährt zulegen, womit ich mich auch mal auf Augenhöhe mit anderen Leuten unterhalten kann. Naja, soweit so gut. Dir auch noch ganz viel Erfolg beim Training.Bis demnächst mal!!
LG heatley

Hi heatley

Schön zu lesen, dass du auch ne starke Unterstützung hast. Hab ich gott sei dank auch (Freund, Familie und meine 2 wunderbaren Kinder). Denk auch, dass es gut ist wenn sich Betroffene gegenseitig unterstützen, leider ist das aber nicht so angesagt. Die meisten wollen sich nur mal auskotzen und das war's. Denke wir können indem wir Tips geben dem Anderen das Leben ein bisschen leichter machen und vielleicht ein bisschen was ersparen. Super das du so damit umgehst und dir neue Ziele gesetzt hast. Ich hab mir schon damals im Krankenhaus vorgenommen an unserem Stadtmarathon teilzunehmen und das werde ich auch sowie ich halbwegs sicher am Rollator bin. Zudem möchte ich unbedingt wieder auf mein Fahrrad. Hab zwar schon Stützräder dran, aber noch komm ich da nicht mal rauf (ein Bild für Götter). Aber auch das werd ich schaffen. Mein größtes Ziel ist es aber das mein jüngster Sohn mich laufend erlebt. Er war damals erst 9 Monate und kennt mich nur im Sitzen. Ein Ziel hab ich schon vor kurzem erreicht, kann jetzt mit ihm Fußball spielen. Zwar nur im Sitzen aber es ist echt das größte für mich. Siehst also das eigentlich alles möglich ist wenn man es unbedingt will und davon überzeugt ist. Bin mir ziemlich sicher, dass du es mit deiner Einstellung auf jeden Fall noch weit bringen wirst. Immer schön am Ball bleiben
LG rice

Hallo Rice!!

Danke für deine Tipps!! Finde es cool, wenn sich Querschnittgelähmte gegenseitig helfen. Denn nur Gleichgesinnte können einander verstehen. Ist ja ne seltene Kombi die dir passiert ist, man hört immer wieder verschiedene Querschnittfälle. Ich hatte einen Skiunfall, bin unglücklich gestürzt und habe mir dabei ein paar Brustwirbel gebrochen. Aber ich komme vom Kopf her gut damit klar und sehe das als Schicksal an, an dem niemand was ändern kann. Dabei muss ich zugeben, daß ich gute Unterstützung von meiner Freundin, Familie und Freunden bekomme. Zudem war ich Finanziell gut versichert. Das sind alles beruhigende Punkte. Ich setze mir immer neue Ziele und freue mich auf Dinge, die ich noch gerne machen möchte, wie z.B. in ein, zwei Jahren Sitzski fahren ;-). Wie siehts bei dir aus, was möchtest du noch gerne so machen?
LG heatley

Abend heatley

Drück dir ganz fest die Daumen, dass auch du wieder auf die Beine kommst. Ist aber schon ein gutes Zeichen dass du noch ne kleine Restfunktion hast, darauf lässt sich doch aufbauen. Wird auf jeden Fall noch ein langer Kampf und die Fortschritte sind teilweise so minimal dass man es manchmal echt selbst übersieht. Das ist natürlich unerhört anstrengend und bringt einen manchmal an die Grenzen. Passiert mir auch öfter mal. Dann ist es einem sch...egal und man fragt sich wofür man sich so quält. Aus diesen löchern musst du dich dann unbedingt wieder rausziehen. Der Kampf lohnt sich, weil du auch innerlich dadurch wächst. Du bist ja auch gerade in der Phase wo du noch zusätzlich die Kämpfe mit der Kasse ausmachen musst und das zehrt zusätzlich. Bleib auch da hartnäckig und glaub mir, auch das wird besser. Gerade zum Anfang ist schwer sich an diese neue Situation zu gewöhnen, ist ja nicht nur die Lauferei an sich, haben ja auch sonst viele Einschränkungen dazu bekommen, die echt mehr als nur nerven. Das mit dem Motomed ist auf jeden Fall ne tolle Sache, aber übertreibe es nicht. Gib deinem Körper Zeit und hab Geduld auch wenn es mal Rückschritte gibt. Ganz wichtig ist auch ne gute Ergo- und Physiotherapie. Hoffen ist nicht schlecht aber glauben wäre noch besser. Glaub an dich! Wodurch kam es bei dir dazu? Bei mir war es ne Kombi aus Bandscheibenvorfall BWK 8/10 und nem Myeloninfarkt BWK 7 bis BWK 11 (und nem Halbgott in weiß der besagten Infarkt übersah). Drück dir ganz fest die Daumen und wünsche dir viel Kraft und Unterstützung auf deinem Weg.
LG Rice

Hi Rice!!

Danke für deine Antwort. Bei mir ist es so, das ich seit einem Jahr ab TH5 gelähmt bin, stark gequetscht, kann aber leider nur minimal meine Oberschenkel anspannen. Hab seit einigen Wochen auch ein Motomed, hoffe dadurch, das die Nerven dadurch angeregt werden. Versuche immer dabei, das ich in Gedanken selber trete. Hoffe, das es bei dir irgenwann klappt mit dem laufen.
Gruß Heatley

Hallo heatley!

Hatte zu Anfang keine Funktionen mehr. Konnte mich nicht mal alleine umdrehen oder ohne Hilfsmittel auf der Seite liegen bleiben. Sitzen ging auch nicht, bin einfach immer wieder umgekippt. Mein Arzt nannte mich "charmant" einen "neurologischen Totalausfall". Nach ca. 2 Wochen konnte ich plötzlich meinen großen Zeh bewegen und seit dem geht es immer weiter vorwärts. Das Gefühl ist aber nicht wieder da, es ist als ob mir jemand unter der Brust alles abgeschnitten hätte. Steuere meine Bewegungen über die Augen. D.h. so lange wie ich Sichtkontakt mit meinen Beinen hab funktioniert es so halbwegs, ohne Sicht geht aber nichts. Wird auch noch lange dauern bis sich das alles mal im Kopf abspeichert und meine Bewegungen koordinierter und schneller werden. Zur Zeit reicht es noch nicht für den Hausgebrauch. Bin aber zuversichtlich, dass ich das hinbekomme. Hab ja jetzt schließlich genug Zeit um das anzugehen. LG rice

Hey rice!

Wieviel Restfunktion hattest du in den Beinen, oder konntest du wirklich nichts?
Ab wann hast du wieder was gemerkt?

Laufen lernen

Ich konnte ebenfalls nach einer Verletzung auf Höhe Th 6 ca. 6-8 Wochen nicht laufen. Danach regte sich erst im linken, dann 14 Tage später auch im rechten Bein etwas und schließlich konnte ich beide Beine auch etwas anheben.
Knapp 3 Monate später waren die ersten Schritte am Stock möglich, und nach ca. 12 Monaten lief ich ohne jede Gehhilfe ca. 3 km weit (fast 2 Stunden).
Ich habe keinen Rollstuhl und laufe jeden Weg < 1.000 m.
Allerdings: Es ist immer sehr anstrengend, jeder Schritt ist gedacht, man verausgabt sich regelmäßig und hat auch immer Angst hinzufallen (was bisher noch nicht passiert ist).
Trotzdem:
Laufen ist wunderschön, und ich rate jedem, in seinen Bemühungen zum Erwerb des Laufens nicht nachzulassen.
Gleichzeitig wünsche ich allen hierzu gutes Gelingen und viel Glück!

Vom Rollstuhlfahrer zum Freigänger

Hi. Als ich aus 6-wöchigem Koma aufgewacht bin, konnte ich weder Füße noch Beine bewegen, hatte aber Gefühl in allen Extremitäten. Letzteres scheint - aller Erfahrung von über einem Jahr Reha nach - den entscheidenden Unterschied auszumachen. Habe teils sehr schwierige Erfahrungen mit dem Helfersyndrom unbekannter Menschen gemacht und mittlerweile sowohl Rollstuhl als auch Rollator hinter mir gelassen. Gehe seit meiner Entlassung aus der Reha vor über 7 Monaten noch immer am Stock, muss katheterisieren und Abführmittel verwenden (neurogene Blasen- und Mastdarmentleerungsstörung wg. inkompl. sensomotor. thorak. Querschnittsyndrom sub Th 6, ASIA B). Gehe davon aus, nach einer weiteren OP wg. multisegmentaler Verletzung der Bandscheiben wieder normal laufen und meine Organe ohne Hilfsmittel entleeren zu können. Es "geht" also.

Hoffnung stirbt zuletzt

Ich bin der Meinung dass es von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, ob die Chance zum laufen wieder besteht und ist natürlich auch von der schwere der Verletzung abhängig. Kann nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten. Ich bin der Meinung, dass wir viel mehr über unseren kopf steuern können als viele denken. Bin selbst seit gut 2 Jahren im Rollstuhl und lerne langsam wieder das laufen. Ich spüre ab der Brust nichts mehr aber ich habe gelernt meine Beine über meinen Willen zu kontrollieren. Es dauert natürlich noch sehr lange bis es wieder wirklich funktioniert und die Koordination sicher wird, aber man muss lernen in kleinen Schritten zu denken. Es geht halt nicht von heut auf morgen. Sehr gute Erfahrungen hab ich mit dem motomed gemacht. Er hilft die Bewegung zu koordinieren und die Muskulatur zu stärken. Trainiere aber auch täglich um vorwärts zu kommen, von nichts kommt nichts. Bitte glaubt an euch selbst und gebt die Hoffnung nicht auf, es steckt mehr in euch als ihr glaubt. Mein Motto ist: Ich will es also kann ich es. Glaubt mir es funktioniert wenn man wirklich will, aber Disziplin gehört schon dazu.

Liegt dran

Liegt ja auch daran, ob komplett oder inkomplett. Bei Komplettlähmungen ist die Chance fast null. Hart aber wahr. Bei inkompletten Lähmungen gibt es Ansätze, wo man mit arbeiten kann. Jede Lähmung ist auch anders. Klar ist Wille wichtig. Aber man darf diejenigen die nicht laufen können nicht unterstellen, das sie nicht alles gegeben hätten. Da kann man manchmal nix stimulieren.

Lest mal über Morris Goodman.
Er hat es geschafft.
Die Professoren gaben ihm keine chance jemals wieder zu laufen.

Glaube versetzt berge...der spruch kommt nicht von ungefähr. Lest mal das buch "The secret"
Dieses buch habe ich einer freundin ins krankenhaus gebracht. Die Ärzte gaben ihr wenig chancen zu überleben nach einer problematischen geburt. Nach ein paar tagen wurde sie entlassen.
Sie ist überzeugt das es an dem buch lag

Re walk

Hallo Leonie!

Es gibt ein technisches Hilfsmittel, mit welchem
Querschnittspatienten wieder schritte machen können.
Der ReWalk. Der Re Walk wurde entwickelt um den gesamten
Körper des Querschnittspatienten zu bewegen und zu trainieren.
Es hilft dem Rollstuhlfahrer die aufrechte Position einzunehmen
und dann auch noch gehen zu können.
Es ist sehr anstrengend, Araber einmal getestet, lässt es einem nicht mehr
Los.
Liebe Grüße
Gernot

Querschnittslähmung

Es gibt sicher auch Fälle, wo nach einer Querschnittslähmung das Laufen wieder möglich war. Aber die Hoffnung und die Chancen sind doch sehr gering, da die Medizin sicher schon so weit fortgeschritten ist, dass alles menschenmögliche getan werden kann.
Viel Kraft und Lebensmut gehört dazu, damit fertig zu werden.

Mein Freund hatte am 30. März 2013 einen schweren Autounfall und war bis zum Hals gelähmt. Mittlerweile ist es fast ein Jahr her (Januar 2014).
Er kann jetzt im rollator einige Meter laufen, aufstehen ohne sich dabei abzustützen, Treppe runter laufen, (Treppe hoch fehlt noch ein ganz kleines bisschen). Und ich bin davon überzeugt das er noch einiges mehr schaffen wird.
Jeder Mensch ist unterschiedlich aber der Wille spielt trotzdem eine ganz wichtige Rolle:) nie aufgeben und immer weiter trainieren.

Bei inkompletten evtl.möglich

Seit September 2011 bin ich inkomplett ab der Brust querschnittgelähmt. 6 Monate Reha in einer Wirbelsäulenklinik. Heute im Jahr 2013 Teilfußgänger am Rollator.

Querschnitt unterhalb C 3

Hallo, ich habe eine inkomplette Querschnittlähmung unterhalb des 3. Halswirbels, verursacht durch eine Missbildung der Adern. Ich lag da, konnte nichts mehr selber. Das ist 4 Jahre her. Mittlerweile kann ich kurze Strecken mit dem Rollator oder Krücken laufen und die Treppe hoch in den ersten Stock. Auch die Arme und Hände funktionieren wieder ganz gut. Es wird nie mehr so wie früher, aber ich kann damit leben. Ich erfreue mich jetzt auch an kleinen Dingen. Luxus ist für mich, dass ich mich alleine duschen kann. Ich kann nur sagen, Kopf hoch, nicht aufgeben und nicht zuviel auf einmal wollen.

Querschnittlämung abTH 12 L1

Auch hat am 1.08.2012 ein sehr schwer Unfall, bin aus ca. 13 meter abgestürzt. Bin tipp Asa B incomplete habe zwar noch ein wenig Motorik in die beine, kann aber nicht laufen, auch nicht nach 7 Monat Reha. Aber ich werde es nicht aufgeben und mann brauche sehr viel mut, aber das alle wichtiger ist die Untertützung der Familie und freunde, ich wünsche dir alles gut und gib niemals auf.

Laufen als Querschnittgelähmte

Ich bin auch querschnittgelähmt.
Wenn nach sechs Wochen keine deutliche Besserung eintritt, kann man nie mehr laufen. Selbst wenn man noch Hoffnung hat, sollte man sich sofort mit dem Rollstuhl anfreunden. Am besten mit einem handbike.
Irgendwann wird man etwas finden und man wird Querschnittlähmung heilen können.Davon bin ich 100% überzeugt. Aber wir werden es nur mit viel Glück noch erleben.
Man erreicht im Rollstuhl das gleiche Glück wie vorher, auch wenn man es sich kaum vorstellen kann.

Lass sie ausprobieren!

Hallo Leonie,

Es nuetzt ihr auf jeden Fall, wenn sie das weitertrainiert, was sie in der Reha gemacht hat, egal ob sie "am Schluss" laufen kann oder nicht. Und wenn es nur gut dazu ist, dass sich ihre Muskeln nicht komplett abbauen!

Ich empfehl dir das Buch "Riss im Glueck" von Stephan Kulle. Bei ihm gab es sehr deutliche Restfunktionen schon bald nach der Lähmung, es gab also berechtigte Hoffnung, dennoch hat er 10 Jahre mit Zivis und anderen Helfern trainiert, bis er tatsächlich wieder gehen konnte.

Spricht doch nichts dagegen, dass sie das ausprobiert, was geht, oder nicht?

Viel Erfolg euch.

Möglich

Es kommt darauf an, inwieweit das Rückenmark verletzt worden ist. Es ist durchaus möglich, das bei einer "inkompletten" Lähmung (Parese) das Laufen wieder möglich sein KANN.

Lähmung

Hallo Leonie,

weißt du denn wie hoch deine Freundin gelähmt ist (Halswirbkel und Brustwirbel)? Also ich kann nur von mir sprechen, und ich bin seit meiner Geburt gelähmt und habe sehr viele Therapien hinter mir und ich kann nicht laufen. und ich selber kenne auch keine Querschnitte die laufen können.

Also ehrlich gesagt, habe ich keine große Hoffnung für deine Freundin :-(.

lg, melli

Lähmung

In der Chines.medizin diagnostiziert und behandelt man Blockaden
(Akupunktur; Akupressur, Shiatsu, JinShinDo).

Diese Blockaden sind schulmedizinisch nicht nachweisbar.

Wenn an der Lähmung solche auf Behandlug ansprechende Blockaden
beteiligt sind, kann man eventuell noch eine besserung erwarten.

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