Unglücklich mit 2. Kind schwanger, Mann will es

Hallo,
Ich bin schwanger und weiß es schon seit knapp 5 Wochen. Ich tendiere sehr zur Abtreibung (hatte mal eine wegen starker Depression), aber ich stehe im Konflikt. Mein Mann will das Kind. Es ist immer sein Wunsch gewesen.
Wir haben damals nach 2 FG ein Kind bekommen. Danach hatte ich eine Depression und war mir nie sicher ob ich das nochmal will. Irgendwie habe ich mich dann doch durchgerungen, obwohl ich immer wusste, dass es ein schweres Thema für mich ist. Nun bin ich schwanger und todunglücklich. Mein Mann versteht die Welt nicht mehr, aber sagt auch, dass es nur gut geht wenn ich auch will. Er weiß natürlich nicht, wie er einen Abbruch verkraften würde und ob unsere Beziehung überlebt. Das ist mein Problem. Ich habe Angst einen Abbruch nicht zu verkraften oder doch zu bereuen und gleichzeitig habe ich Angst das unsere Familie kaputt geht. Mit dieser Schuld könnte ich nicht leben. Ich habe kaum noch Zeit und bin ratlos.
Abtreibungsvorwürfe brauche ich nicht. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen.

Antworten (11)
Wie hast du dich entschieden?

Hallo Tanja, du warst ja wohl sehr durcheinander! Mir ist aufgefallen, das du am 11. März zwei Berichte mit fast gleichem Inhalt gepostet hast! Mich würde interessieren, wie du dich letztendlich entschieden hast. Du warst bzw bist ja völlig im Gefühlschaos. Wenn du hier noch reinguckst, schreib mir doch mal, wie die Sache für dich ausgegangen ist!

Pro Femina

Hallo

Nein, Pro Femina ist natürlich nicht verboten. Aber die Beratungsstelle ist nicht staatlich anerkannt und ihr Ziel ist es, Frauen von einer Abtreibung abzuhalten. Das muss klar sein, wenn man sich dorthin wendet.

Freundlichen Gruss

tm

Auf Dich kommt es an

Ja, Profemina stellt keinen Schein nach Paragraph 219 aus. Eine Beratung bei Profemina berechtigt sozusagen nicht zur Abtreibung. Aber so wie Du, tm, schreibst, meint man ja gerade, die Beratung wäre „verboten“.

@Tanja
Du kannst Dich da auf jeden Fall hinwenden! Dein Konflikt besteht ja darin, dass Dein Mann sich das Kind wünscht und Du mehr das Schwere empfindest. Dass Du aber auch unbedingt möchtest, dass ihr als Familie zusammenbleiben könnt.

Die Beratung profemina – heißt eben „für die Frau“ – hat als Maßstab, dass die Gefühle der Frau gelten und Bedeutung haben. Und solange es gemischte Gefühle sind, ist eben noch keine gute Entscheidung möglich. Dass die Zeit drängt, macht es dann nicht leichter.

Du weißt, dass Du rechtlich jetzt ohne weiteres abtreiben könntest. Den Schein hast Du wahrscheinlich. Und doch hast Du hier geschrieben. Eben weil etwas noch nicht rund ist, nehme ich an.

Dadurch, dass Du „beides“ kennst, springen Deine Gefühle wohl ständig zwischen beidem hin und her und suchen das jetzt „das Bessere“. So kommst Du schwer heraus aus dem Hin und Her. Und dann kommt der Tag x und es könnte eine Panikentscheidung gegen das Kind werden und für Euch als Paar neue Probleme aufwerfen. Daher: eine Beratung in aller Ruhe, in die Zukunft orientiert, wie etwas werden kann. Ausgehend von dem, was Du zu dieser und jeder Zukunftsvorstellung fühlst und denkst.

Also – ich kann es Dir nur empfehlen, staatlich hin oder her ...

Schreib´ doch wieder, wie es Dir und Euch zusammen geht! Was Dir hilft und wie es im Moment steht.

Liebe Grüße von Cindy!

Nicht anerkannt

Hallo

Pro Femina ist keine staatlich anerkannte Beratungsorganisation und ihr Ziel ist es, Frauen von einer Abtreibung abzuhalten.

Freundlichen Gruss

tm

Eine gute Entscheidung

Hallo Du,
ich denke, Du warst schon bei einer Beratung und hast den Schein, oder?
Wenn Du schon so lange hin und her schwankst.
Manchmal kommt man einfach nicht auf den Punkt und kann den Knoten nicht lösen. Das wäre natürlich super, wenn das in der Beratung möglich wäre. Aber diese Situation war vielleicht überfrachtet und man ist blockiert und es ist gar kein richtiges Gespräch möglich, eher nur über äußere Dinge.
Bei Dir geht es wohl drum, wie es mit Eurer Familie weitergeht.
Dein Mann will Dir Freiheit lassen – aber er hat ja auch eine „Vorliebe“.
Und ihr habt zu zweit schon viel durchgemacht mit den Fehlgeburten.

Eine Frau empfindet alles ganz anders und kann es manchmal schwer in Worte fassen, so dass der Mann es auch nicht so leicht versteht. Und dann fühlt man sich als Frau alleine ...
Fühlst Du Dich denn von ihm verstanden?

Also, ich könnte mir vorstellen, dass Dir – jetzt so ganz knapp am Ende der Frist – ein Gespräch mit der Beratung profemina hilfreich sein könnte. Eben, weil Du schon so lange zögerst. Manchmal liegt die Lösung des Knotens woanders. Man weiß gar nicht genau, was einen so blockiert. Ruf´ doch mal die Hotline von profemina an: 0 8000 60 67 67. Es ist eine Stelle für schwangere Frauen. Das verpflichtende Gespräch bei der staatlichen Beratung reicht manchmal nicht und hilft nicht wirklich, zu einer guten Entscheidung durchzudringen. Allein die Zeit, die man dafür hat, reicht manchmal nicht. Ich glaube, Du könntest noch eine Klärung brauchen. Eben: Wo liegt genau der Knoten – und worin die Lösung?

Wünsch´ Dir und Deiner Familie Alles Gute!

Jeder Tag ein Leben

Hallo Tanja,
ich denke auch immer wieder an Dich!
Ja, jeder Tag bringt wieder etwas Neues, auch an Gefühlen. "Jeder Tag ein Leben" - das ist ein Satz, der in Astrids Lindgrens Büchern immer mal wiederkehrt. Auch in ihrer Biographie.
Jeder kleine Tag ist bedeutsam. Und auch jedes kleine und große Gefühl. Auch jede Änderung. Wie geht es Dir heute? Fühlt sich Schwangerschaft immer noch schlimm an und der Gedanke an die Abtreibung als Erleichterung? Oder wechselt das Gefühl? Und was ist dafür jeweils der Auslöser? Es geht ja jetzt schon mehr als fünf Wochen für Dich. Das ist sehr anstrengend und kräftezehrend. Dass Du so lange gezögert hast, ist doch auch bedeutsam, oder?
Kannst Du sagen, was Dich so todunglücklich macht und was Du nicht mehr möchtest? Ist es eben mehr Schwangerschaft und Geburt - oder das Leben zu viert?
Es wäre sicher für Euch alle gut (und besonders erleichternd für Dich), wenn es zwischen Dir und Deinem Mann zu einem tieferen Verständnis kommen könnte. Wenn er Deine Ängste verstehen würde ... Oder wenn Dich überhaupt jemand verstehen würde!?
Wie geht es Dir heute? Was bräuchstest Du? Was wünschst Du Dir?
Schreib gerne wieder!
Liebe Grüße von Marlene

Entscheidungsfindung

Hallo Tanja

Danke für Deine Antworten.

Das letzte Mal hattest Du die Abtreibung gut verkraftet. Nun, ich kann das natürlich nicht wissen, aber ich denke nicht, dass Du einen zweiten Abbruch bereuen würdest. Sicher spielen momentan auch die Hormone mit rein.

Dass Du Deinen Unwillen nicht früher erkannt hast, ist nun halt mal so. Sich nun zu ärgern bringt Dir nicht viel.

Ich finde es gut, wenn er Dir die Wahl lässt. So kannst Du frei entscheiden, ohne durch ihn gedrängt zu sein, das Kind zu bekommen. Sicher ist es für ihn nicht einfach, wenn er gerne 2 Kinder gewollt hätte und erst noch ein guter Vater und Mann ist. Aber er weiss nun, wie Du dazu stehst und dass er Deine Entscheidung akzeptiert, zeigt, dass er zu Dir hält.

Du hast im Ausgangsbeitrag geschrieben, dass Du todunglücklich mit der Schwangerschaft bist. Ich denke, das ist noch immer so? Wie fühlt sich der Gedanke an eine Abtreibung an? Als eine Erleichterung?

Natürlich weiss man nicht, was in 4 Wochen sein wird. Aber man entscheidet etwas in den nächsten Tagen nach bestem Wissen und Gewissen und meistens ist es so, dass man auch noch danach sagt, dass es in der Situation die richtige Entscheidung war.

Ich wünsche Dir, dass Du den für Dich richtigen Weg finden kannst.

Freundlichen Gruss

tm

So oder so

Hallo Tanja,
so oder so ist es ein zweites Mal. Also eigentlich alles offen.
Abtreibung ist Dir vertraut. Aber eben: ein zweites Mal?
Wie geht es Dir denn mit Deinem Kind? Du schreibst: Ein Kind zu kriegen war Höchstarbeit. Du meinst damit wohl eher die Schwangerschaft und Geburt - und vielleicht auch die Erfahrungen bei den Fehlgeburten, was einer Frau ja sehr viel abverlangt und niemand so recht nachvollziehen kann, weil alles so "unsichtbar" abläuft. Eigentlich nur für die Frau selbst wahrnehmbar.
Habt Ihr es jetzt gut zu dritt? Wie alt ist es? Und wie macht Ihr es zusammen, Dein Mann auch als Vater?
Mit der Schwangerschaft (und schon mit dem Absetzen der Pille) hast Du einen ganz neuen Hormonstand und das allein kann schon das Gedankenkarusell in Gang setzen und Du findest schwerer Halt als sonst. Es ist so: Die Hormone machen es einem extra schwer.

Die Zusammenhänge zwischen dem Erlebten und der Depression sind nicht so leicht aufzudecken. Viel wichtiger ist, wie Du durch solche Zeiten hindurchgehen konntest. Wie Du sie überwunden hast. Was Dir Stabilität gibt.
Darf ich Dich fragen, was Du meinst, wenn Du schreibst: Er verlässt mich nicht "gleich"?
Rechnet er damit, dass er die Abtreibung so schwer nehmen würde, dass er meint, er könnte dann vielleicht nicht mehr mit Dir und seinem Kind zusammenleben?
Du konntest Deine Bedenken nicht im richtigen Moment formulieren. Er tut es jetzt. Ich würde sagen: Hauptsache Ihr redet miteinander über alles. Vielleicht auch mit einer dritten Person. Und dann nicht unbedingt nur um die Frage herum: Baby bekommen oder nicht. Sondern über Euch. Was Ihr Euch bedeutet. Wie Ihr Euch gegenseitig stützen könnt. Welche Vorstellungen Ihr vom Leben weiterhin habt. Vielleicht gilt es auch, Euch Enttäuschungen zu erzählen oder einfach aus Zeiten, wo es einem von Euch sehr schwer war. Dir z.B. die letzte Schwangerschaft und Geburt, was Dich wohl viel gekostet hat und was Dir jetzt wieder Angst und Bedenken macht. Kann er Dir denn beistehen?
Jetzt hast Du nur noch wenige Tage. Was wünschst Du Dir im Moment am meisten?
Wovon möchtest Du "erlöst" werden?
Schreib´ doch wieder!
Guten Abend!!
Liebe Grüße von Marlene

Unsicherheit

Hi tm,
Danke für deine Worte. Ich bin der 11. SSW und bin mit Abtreibung gut vertraut. Gerade weil es so schnell geht, sehe ich es als Option. Ich befürchte nur deinen zweiten Abbruch langfristig zu bereuen. Manchmal glaube Ich, die Hormone machen es einem extra schwer. Ich ärgere mich sehr, meinen Unwillen nicht früher erkannt zu haben. Mein Mann hat mich nicht gedrängt, ich kannte einfach nur seinen Wunsch und hab dann irgendwann die Pille abgesetzt. Das es mich so umhaut, habe ich nicht erwartet. Er ist darüber geschockt, weil es ihm nicht klar war. Er lässt mir die Wahl, denn ein Kind braucht eine Mutter. Er verlässt mich nicht "gleich" aber wie er sich danach fühlt, weiß er einfach nicht. Er ist ein toller Vater und wir teilen uns viel. Darüber kann ich gar nicht klagen. Ich habe Zweifel ob ein Abbruch mir tatsächlich die Erlösung bringt.... Es ist ein Gedankenkarusell, jeden Tag fährt es von neuem los. Ich will nicht in vier Wochen aufwachen und das eine oder andere bereuen.

Unsicherheit

Hi tm, ich komme in die 11. ssw. Ich weiß Bescheid in Sachen Abtreibung. Das letzte Mal habe ich gut verkraftet. Wenn ich die Schwangerschaft nicht offenbart hätte, wäre sie wahrscheinlich nicht mehr existent. Aber wer weiß das schon. Das ganze Unglück ist mir leider erst mit der Schwangerschaft klar geworden. Ein Kind zu kriegen war Höchstarbeit. Mein Mann wollte immer gern zwei. Er hat mich nicht gedrängt, ich habe mich selbst unter Druck gesetzt und nicht offen und ehrlich genug im Vorhinein gesprochen. Ein zweiter Abbruch lässt mich jedoch sehr zweifeln. Ich befürchte stark es langfristig zu bereuen. Mein Mann hört sich jeden Tag alles an. Ich gebe mir noch ein paar Tage. Danke für deine Worte!

Zeit

Hallo

In welcher Woche bist Du denn? Eine Abtreibung ist in Deutschland bis zur 14. Woche möglich (12 Wochen nach Befruchtung=14. SSW). Warst Du schon bei einem Beratungsgespräch? Eine Abtreibung ist mit einer Bedenkfrist von 3 Tagen danach möglich.

Es ist immer problematisch, wenn der einte das Kind möchte und der andere nicht. Aber schlussendlich musst Du Dich hauptsächlich um das Kind kümmern.

Ihr habt doch schon 1 Kind. Aber Du möchtest eigentlich kein zweites Kind, bist todunglücklich.

Die meisten Frauen bereuen eine Abtreibung nicht. Wie war es denn bei Deiner ersten Abtreibung, hast Du die bereut? Du hast nichts solches geschrieben.

Natürlich kann eine Beziehung an einer Abtreibung scheitern. Aber sie kann auch scheitern, wenn Du mit einem zweiten Kind unglücklich bist, was Du ja schon jetzt bist.

Dass Du in dieser Situation bist, ist scheinbar auf Deinen Mann zurückzuführen, der wollte, dass Du noch ein Kind bekommst, obwohl Du mit Dir gerungen hast. Ich finde, Du solltest Dir aus dem genannten Grund kein schlechtes Gewissen machen.

Ich wünsche Dir, dass Dein Mann Dich verstehen kann und hinter Deiner Entscheidung steht.

Freundlichen Gruss

tm

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