Wie soll ich meinen Partner verstehen?

Wir sind seit 12 Jahren verheiratet und 16 Jahren zusammen. Schon früh litt unsere Beziehung darunter, dass meine Frau sich immer nur auf die Dinge und Personen fixierte, die sich negativ auf ihre Stimmung und ihr Selbstwertgefühl auswirkten, und ich gar nicht zu ihr vordringen konnte. Unsere Kinder überdeckten lange Zeit die Tatsache, dass wir uns voneinander entfernten und nur noch "Projektpartner" waren. Vor einigen Monaten habe ich ihr die Pistole auf die Brust gesetzt, da eine "Widrigkeit" nach der anderen bewältigt wurde und meine Frau fast alles erreicht hat, was sie erreichen wollte. Nun sah ich unsere Beziehung an der Reihe, an ihr sollte gearbeitet werden. Aber es läuft in den letzten Wochen immer nach dem gleichen Schema ab. Ich mache Druck und zeige, dass ich unzufrieden bin. Sie ist traurig, gelobt Besserung, mal haben wir Sex, doch dann ist wieder derselbe Trott. Heute habe ich nach langer Zeit mal einen guten Film ausgeliehen, die Kinder schliefen fest, und sie setzte sich 2 Meter weit weg. Als ich zu ihr sagte, neben mir sei frei, ließ sie trotzdem einen guten Abstand. Als ich meinen Arm um sie legen wollte, störte sie das, nicht aber der Hund, der halb auf ihr lag. Sie nahm in den 2 Stunden nicht ein einziges Mal meine Hand, suchte keinen Körperkontakt, kam mir vor, als würde ich mit einer Kollegin den Film anschauen. Diesmal habe ich kein Theater gemacht, wollte keinen erneuten Streit am Abend, sehe auch keinen Sinn, stets mit Druck etwas einzufordern, was eigentlich selbstverständlich ist. Ich bin mir sicher, hätte ich das Thema nicht angeschnitten, wir hätten seit letzten Sommer keinen Sex gehabt, es fehlte ihr wohl nicht und mittlerweile glaube ich, die letzten erotischen und romantischen Momente waren eher deswegen zustande gekommen, weil sie Angst hatte, unsere Ehe würde zerbrechen. Es war weniger das wirkliche Verlangen, das sie motivierte. Wie soll man das deuten? Ich habe keinen Sixpack, bin aber gerade erst anfang 40 und nicht gerade unattraktiv, die Kinder hatten uns beide etwas aufgehen lassen. Ist die fehlende Romantik oder Lustlosigkeit etwas typisches in Ehen, die von Familienstress betroffen sind? Wie sollte ich einen Abend wie heute deuten? Obwohl sie wusste, dass ich momentan ausgebrannt bin und mit ihr mehr Zeit verbringen wollte um die Ostertage, hat sie im keinen einzigen Tag frei genommen. Soll ich ihr mehr Zeit geben, oder muss ich mir eingestehen, dass ihr Verlangen nach mir einfach minimal ist?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Antworten (1)
Hmm!

Warum diese Ehe nicht mehr richtig funktioniert, können wir hier im Forum nicht beantworten. Die Infos der anderen Hälfte des Paares fehlen.
Mit dem Anschauen eines Films läßt sich die verfahrene Situation, bestimmt nicht bereinigen.
Bevor es zur Scheidung kommt, täte ich die empfehlen, die Hilfe von einem Paartherapeuten in Anspruch zu nehmen. Vielleicht findet er den "Spaltpilz", der das Zusammenleben so kompliziert macht.
Alles Gute!
Thomasius

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