Beschneidung - grausam und schädlich gegenüber Kindern!

Statt sich mit der Frage zu befassen, wieviele Jungen in einer Klasse beschnitten sind, sollten wir uns mal besser fragen, ob es *** gut*** ist, wenn tatsächlich so viele Jungen beschnitten werden.

Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der massenhaft Kindern gedankenlos Operationen am empfindlichsten und intimsten Körperregion unterzogen werden?

Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der Gewalt gegen Kinder in Form unnötiger Genital-Beschneidungen an Kindern "normal" sein soll?

Die Beschneidung ist eine grausamer Eingriff für ein kleines Kind, bei der erogenes, sexuell empfindliches Gewebe entfernt wird und die von vielen betroffenen Jungen auch als traumatisierend erlebt wird. Jede Beschneidung geht mit Schmerzen für das Kind einher. Jede Beschneidung ändert Funktion, Erscheinungsbild und die Sensibilität des Penis radikal und irreversibel.

Die Beschneidung ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Form sexueller Gewalt? Oder sehe ich das falsch.

Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in dem viele Jungen keine vollständigen Genitalienmehr haben - nur wegen überkommenen Diagnoseskriterien zur Phimose, aufgrund von Religion oder, noch schlimmer, aufgrund kalter Profitgier?

Wenn ein erwachsener Mann einem Jungen an der Vorhaut "herumspielt", ohne zu schneiden, dann würden wir zurecht von sexuellen Missbrauch sprechen.

Aber wenn ein erwachsener Mann, an der Vorhaut eines Jungen "herumspielt", dann die Vorhaut von der Eichel reißt (Vorhaut und Eichel sind bei vielen Jungen noch verklebt), die Vorhaut einreißt und dannoch abschneidet, dann soll das irgendwie in Ordnung sein?

Nur in Fällen eindeutiger medizinischer Notwendigkeit kann dieser Eingriff mit all seinen Folgen und Rusiken bei einem Kind moralisch gerechtfertigt sein.

Ich denke, es muss gesellschaftlicher Grundkonsens sein, dass Gewalt gegen Kinder egal in welcher Form in einer aufgeklärten Gesellschaft keinen Platz hat.

Antworten (5)

Maxi Tom und Goldy stimme euch vollkommen zu. In den meisten Fällen wird viel zu früh zum Messer gegriffen wenn der Vorhaut noch garnicht die Zeit gelassen wurde sich zu entwickeln oder sie noch verklebt ist. Ausserdem wird häufig schon beschnitten wo dehnen voll ausreichen würde.
Und religiöse Beschneidungen gehören unter 14 komplett verboten.

Andy - Du kannst nicht von deinem Schicksal auf die Allgemeinheit schließen

@Andy7011

Lieber Andy, es tut mir leid, dass Du gesundheitliche Probleme hattest.
Nur weil Du wegen deiner Vorhaut Probleme hattest, heißt das selbstverständlich nicht, dass alle Jungen/Männer mit ihrer Vorhaut Probleme haben und deshalb für sie das richtige ist.

Erfahrungsgemäß ist das am weitesten verbreitete Problem, das Jungen mit ihrer Vorhaut haben, dass dieses Körperteil übermäßig pathologisiert wird und seine natürliche Entwicklungsphase nicht respektiert wird.

Ich kenne deine Krankengeschichte natürlich nicht, aber ich möchte zwei Anmerkungen machen:

1. Wenn versucht wird, die Vorhaut frühzeitig oder mit Gewalt zurückzuziehen, bevor die rechte Zeit dafür gekommen ist, kann das bleibende Schäden bedingen. Es können sich kleine Risse in der Vorhaut bilden, die dann vernarben und die Vorhaut dann enger werden lassen. Diese Verengung kann dann auch ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Vielleicht war das bei dir ja so. Du beschreibst ja, dass deine Vorhaut "irgendwie zurück ging egal ob es weh tat oder nicht wenn sie sie zurück geschoben haben". Das deutet zumindest auf solche vorzeitigen Vorhautretraktionen.

2. Selbst wenn Man(n) eine wirkliche behandlungsbedürftige Vorhautverengung hat, muss man nicht gleich zur Beschneidung greifen. Es gibt konservative Behandlungsoptionen in Form von Dehnen in Kombination mit Glucocorticoid-Salben.

@Maxi

Ich wäre froh gewesen wenn meine Mutter mich hätte beschneiden lassen, das hätte mir viele Schmerzen und vor allem ne Paraphimose erspart. Kam aber für sie nicht in Frage da die Vorhaut ja irgendwie zurück ging egal ob es weh tat oder nicht wenn sie sie zurück geschoben hat. Hatte damals eine ordentliche Vorhautverengung so das es auch im schlaffen Zustand kaum ging

Meine absolute Zustimmung! Medizinisch wirklich notwendig ist eine Beschneidung äußerst selten. Fast immer löst sich eine Phimose von selbst - ohne ärztlichen Eingriff - in der Pubertät auf.
Jeder Junge/Mann sollte ab 18 selbst entscheiden können, ob er sich beschneiden lässt.

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag als Antwort auf einem bereits existierenden Thread schreiben. Aber da ich eine Überschrift gewählt habe, wurde ein neuer, eigenständiger Thread eröffnet.

Ich habe aber trotzdem nichts dagegen, wenn Leute ihre Meinung oder Erfahrungen zu diesem Thema mitteilen. Danke dafür.

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