Psychose nach Schicksalsschlägen?

Hallo, vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen. ich weiss nämlich echt nicht mehr, was mit mir los ist. angefangen hat es vor ca. 1, 5 jahren nach mehreren persönlichen schicksalsschlägen. bis dahin war ich ganz normal vollzeit berufstätig. ok, dann war diese abgeschlagenheit und depressive stimmung, die psychiaterin diagnostizierte eine depression. bekam dann verschiedene medikamente, einzig davon was ich wirklich gut merkte war tavor. fühlte mich damit wie in watte gepackt und fühlte mich gut so. nahm dann einige monate citalopram tagsüber, was gar keine wirkung bei mir hatte. nehme jetzt abends 150 mg doxepin und 10 mg zolpidem, um schlafen zu können. habe aber selbst da den eindruck, dass es mich nicht wirklich umhaut.

mein problem ist, dass ich mich nach wie vor schlecht fühle. ziehe mich total zurück, habe fast angst vor menschen (war früher nicht der fall). ich habe ständig das gefühl, keiner mag mich und ich bin nur störend (verfolgungswahn?). hab neulich meinen sohn für den kommunionsunterricht anmelden müssen, ein horror für mich. sitze allein unter ca. 50-60 müttern/vätern und denke ständig, alle beobachten mich und denken sich "herrje, was ist denn das für eine?". in meinem kopf spielten sich irre szenen ab, ich werde ausgelacht, bemitleidet etc., das ging soweit, dass ich fast zu heulen anfing. äusserlich sieht man mir diese gefühle nicht an, aber innerlich kommen diese gedanken einfach nicht zur ruhe. auch denke ich ständig, dass meine kolleginnen über mich ablästern, weil ich seit 1, 5 jahren im krankenstand bin. sehe lebhafte bilder vor mir, wie sie sich unterhalten "die kommt eh nimmer, die ist doch verrückt". auch familienangehörige haben sich von mir zurückgezogen, konnten mit der diagnose "depression" nichts anfangen, sowas hat man nicht und wenn doch, dann soll man sich nicht so hängen lassen. und schon sind die bilder wieder in meinem kopf: meine eltern und geschwister reden abwertend über mich und wollen mit mir nichts mehr zu tun haben. ich komme von solchen und ähnlichen gedanken nicht mehr los. denke ständig, was wohl andere über mich denken... heute z.b. hatte ich mich nachmittags etwas hingelegt, als es an der tür klingelte. ich öffnete, war lediglich mit einem langen pulli und socken bekleidet. da standen zwei 9jährige nachbarskinder, die meinen sohn zum spielen abholen wollten. und schon waren meine negativen gedanken wieder da. habe mir 2 stunden nur gedanken darüber gemacht, was diese kinder jetzt von mir denken, wie sie zusammenstehen und sich über mich lustig machen, ihren eltern von mir erzählen und meinen sohn wegen seiner mutter im pulli auslachen. ich steigere mich da richtig rein, bis ich im kopf völlig konfus und richtig ermattet bin (schlapp im kopf, weiss nicht, wie ich es genau beschreiben soll, vielleicht versteht es ja jemand). genauso ergeht es mir aber auch, wenn mir jemand von seinen eigenen problemen erzählt. ich steigere mich dann so in diese person rein, empfinde dessen probleme fast wie meine eigenen und leide total mit. zermattere mir das gehirn, wie ich helfen kann und versuche mit aller macht, eine lösung für denjenigen zu finden. da mich das total fertig gemacht hat, bin ich mittlerweile soweit, dass ich niemanden mehr richtig an mich ranlasse und am besten auch von anderen nichts mehr erzählt bekomme, weil sonst mein kopf wieder nicht damit aufhört, probleme zu wälzen. ist aber auch sehr isolierend. denn eigentlich bin ich ein sehr kontaktfreudiger mensch, aber mein kopf und meine gedanken (zwangsgrübeln?) machen das nicht mehr mit, es macht mich total fertig. jede kleinigkeit bringt mich innerlich fast zum hyperventilieren, z.b. die lehrerin informiert mich schriftlich, ich soll in die nächste sprechstunde kommen. ich fange sofort zu grübeln an, natürlich nur negativ: "was will die? was ist passiert? hat mein sohn etwas angestellt? hat er schlechte noten geschrieben?"... das ist nicht nur momentan so, sondern dieser zustand geht dann über tage (!) und nächte, was mich total fertigmacht. bis dann endlich die elternsprechstunde ist und ich erfahre, dass alles in ordnung ist, die lehrerin lediglich in gewissen abständen die eltern zur sprechstunde lädt. also alles ok. fazit = meine ganze aufregung war umsonst, wie so oft. spinne ich? bilde ich mir das alles ein? was ist das? mittlerweile bin ich so negativ eingestellt, dass ich eigentlich gar nimmer ans telefon gehen will ("es könnten ja unangenehme oder schlimme nachrichten sein") und selbst wenn es an der türe klingelt am liebsten nicht aufmachen würde (ist bestimmt jemand, der sich beschweren will o.ä.). das ist dann aber nie der fall, aber diese negativen gedanken verfolgen mich ständig. kann nur abschalten, wenn ich abends mein doxepin und zolpidem nehme, damit mein kopf endlich ruhe gibt. habe vor 3 stunden 150 mg doxepin genommen und merke 0 wirkung, meine gedanken laufen auf hochtouren. das ist doch alles nicht normal und keine depression mehr, oder? vielleicht geht es ja jemandem ähnlich...? wäre sehr sehr dankbar für antworten!!

Antworten (1)
Kenne sowas... vielleicht helfen dir die Zeilen etwas

Hi. Das was du da beschreibst, mache ich seit ca. 6 Jahren durch. Durch moderne Neuropletika (Seroquel) kämpfe ichmich da so durch und kann schon sagen, daß dieses Zeugs hilft, disdanzierter zu werden von diesem Wahnerleben. Ich nehme zusätzlich alle paar Tage Diazepam (was natürlich wunderbar hilft, nur 1 x richtig abhängig davon - Hallelujah). Nun, was ich sonst noch probiert habe waren Opiate (Heroin), wo ich definitiv kein Problem habe, es einmal zu nehmen, bzw. zu rauchen und dann auch wieder Monate nicht - würde ich aber keinesfalls empfehlen, wegen extremer Suchtgefahr, bin da wohl eine Ausnahme. Was mir Sorgen macht, ist mein Valium-Konsum (Diazepam). Eine Lösung habe ich leider auch nicht gefunden bis jetzt, doch ich versuche mein Bestes, positiv zu denken und niemals aufzugeben. Was ich dir nur raten kann ist, z.b., wenn jemand klingelt, ein Klingelzeichen auszumachen bei Freunden, Bekannten, bzw. Leute, die in Ordnung sind. Da ist es meines Erachtens aber auch sehr wichtig, zu erkennen, wer es gut mit einem meint und nicht. Ich z.b. mache niemals auf, wenn es nur 1x klingelt. Ist wohl am einfachsten. Was mein Therapeut mir geraten hat, ist, mich Stück für Stück mit meinen Ängsten zu konfrontieren, in ganz kleinen Schritten. Es ist schon problematisch das Ganze, und was hinter diesen Fremdgedanken steckt, bzw. Gedanken im Kopf... ich werde evtl. nie dahinterkommen, was es ist. Habe halt auch meinen Wahn (Ausserirdische, Verschwörungstheorien, Dämonen etc...) Lass dich davon aber bitte nicht beeinflussen, das kann alles auch nur mein eigener Wahn sein. Die Neuroleptika helfen natürlich nicht wirklich, was positives Denken anbelangt, eher im Gegenteil - wobei ich positives Denken für enorm wichtig halte. Was ich weiss ist, daß Neuroleptika (Seroquel, Zyprexa, etc.) gewisse Botenstoffe (Dopamin, Serotonin, etc. = Glückshormone usw, die wichtig sind für Antrieb, Zufriedenheit, glücklich sein usw) stark reduzieren. Dennoch denke ich, auch wenn diese Medis wohl kaum jemand mag, daß es schwierig und wichtig ist, die richtige Dosis zu finden. Ich hab die Erfahrung gemacht, daß es mir schlecht geht, wenn die Dosis zu gering ist, und auch, wenn sie zu hoch ist. Naja, mal schaun, was die Zukunft bringt. Laß dich jedenfalls nicht entmutigen und versuch dich abzulenken. Am besten nicht mit viel Fernsehn oder so oder anderen negativen Suggestionen. Geh z.b. mal an Orte, wo du glückliche Zeiten erlebt hast und schau, was passiert. Lies lieber mal ein gutes Buch (am besten was "leichtes", keine Philosophie, Psychologie, Esoterik). Auf jeden Fall so Positiv wie möglich. Glaub mir, ich hab schrecklichste Zeiten hinter mir, und es geht mir schon besser, auch wenn ich es nicht merke. Auf jeden Fall: keine antriebssteigernden Drogen (siehe da: Amphetamine (Speed), Koks, Extasy und der ganze Schrott! Nunja, was ich dir noch empfehlen kann ist eine Doku-Reihe über die Funktionsweise des Gehirns von Prof. Dr. Dr. Spitzer (heisst "Geist & Gehirn"). Ist kein Schund und alles wissenschaftlich belegt. Nur überforder dich nicht damit. Ich schaue z.b. alle 1-2 Tage morgens eine Folge - und lerne immer mehr verstehen, was da so vor sich geht in meinem Gehirn (geht hauptsächlich um das Physiche, also wenig psychologisch usw.) ... Probier, was dir guttut; wenn Menschenmassen o.ä. die Hölle sind, geh in die Natur zwischendurch, mach was mit Tieren z.b. ... Lange Rede, kurzer Sinn - ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen und wünsche dir alles Gute!

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